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Verirrter Schweinswal in Finnland: Rettungsaktion am Wochenende möglich

Ein kleiner Wal schwimmt seit Tagen im Süßwasser des Kyrönjoki-Flusses und zeigt Hautausschlag – Experten erwägen eine Rettung.

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Verirrter Schweinswal in Finnland: Rettungsaktion am Wochenende möglich
Ein kleiner Wal schwimmt seit Tagen im Süßwasser des Kyrönjoki-Flusses und zeigt Hautausschlag – Experten erwägen eine RCredit · Spiegel

Die Fakten

  • Ein Schweinswal hat sich im finnischen Kyrönjoki-Fluss verirrt.
  • Der Wal lebt normalerweise im Salzwasser, der Fluss ist ein Süßgewässer.
  • Wissenschaftler Markus Ahola von der Fachhochschule Turku berichtet von Hautausschlag beim Tier.
  • Der Wal schwimmt weiter flussaufwärts, statt den Fluss zu verlassen.
  • Eine Rettungsaktion wird für das Wochenende erwogen, ein Tierarzt soll das Tier begutachten.
  • Schweinswale werden etwa 1,8 Meter lang und wiegen bis zu 90 Kilogramm.
  • Die Art lebt meist in kleinen Gruppen von zwei bis drei Tieren.

Ein Wal im falschen Gewässer

Ein Schweinswal treibt seit mehreren Tagen im finnischen Kyrönjoki-Fluss, weit entfernt von seinem natürlichen Lebensraum im Salzwasser. Der kleine Wal, der normalerweise in der Ostsee oder im Nordatlantik lebt, ist in den Süßwasserfluss nahe der Stadt Kyrönjoki geraten. Der finnische Rundfunk Yleisradio berichtete als erstes über den Vorfall. Der Meeresbiologe Markus Ahola von der Fachhochschule Turku erklärte am Donnerstag, dass der Gesundheitszustand des Tieres unklar sei. Der Wal zeige offenbar einen Hautausschlag, was auf die Anpassungsprobleme an das Süßwasser hindeute. Schweinswale sind an Salzwasser angepasst; der Aufenthalt in Süßwasser kann zu Hautproblemen und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Der Wal schwimmt weiter flussaufwärts

Neue Videoaufnahmen zeigen, dass der Schweinswal nicht den Weg zurück ins Meer findet, sondern weiter in den Fluss hineinschwimmt. „Der Schweinswal hat ganz klar nicht verstanden, den Fluss rechtzeitig zu verlassen“, sagte Ahola dem finnischen Rundfunk. Das Tier entfernt sich damit zunehmend von seinem natürlichen Lebensraum. Aus der Distanz sei der Zustand des Wales nicht genau zu beobachten, so Ahola. Für eine wirkliche Diagnose fehlten noch Informationen darüber, wie sich das Tier bewegt und frisst. Eine genaue Beurteilung sei erst nach einer näheren Untersuchung möglich.

Rettungsaktion wird erwogen

Angesichts der zunehmenden Gefahr für das Tier erwägen die Behörden eine Rettungsaktion. Ahola vermutet, dass am Wochenende ein Tierarzt den Wal begutachten wird. Auf Basis dieser Untersuchung soll dann entschieden werden, ob das Tier gerettet werden muss. Eine Rettung wäre technisch anspruchsvoll, da Schweinswale empfindlich auf Stress reagieren. Die Tiere werden etwa 1,8 Meter lang und wiegen bis zu 90 Kilogramm. Sie leben normalerweise in kleinen Gruppen von zwei bis drei Tieren, was die Isolation des einzelnen Wales zusätzlich problematisch macht.

Hintergrund: Schweinswale in Finnland

Schweinswale sind die einzigen in der Ostsee heimischen Wale, aber ihre Population ist stark gefährdet. Die Tiere sind geschützt, und ihr Vorkommen in finnischen Gewässern ist selten. Dass ein Schweinswal in einen Fluss gerät, ist ungewöhnlich und deutet auf eine Orientierungsstörung hin. Die genauen Ursachen für die Verirrung sind unbekannt. Experten vermuten, dass Umweltveränderungen, Lärm oder Krankheiten die Navigation der Tiere beeinträchtigen können. Der Vorfall im Kyrönjoki-Fluss erinnert an ähnliche Fälle in anderen Ländern, bei denen Wale in Flüssen strandeten und oft nur mit menschlicher Hilfe überlebten.

Offene Fragen und nächste Schritte

Bislang ist unklar, ob der Wal ohne menschliche Hilfe überleben kann. Der Hautausschlag und das Verhalten des Tieres deuten auf Stress hin, aber eine genaue Prognose ist nicht möglich. Die Entscheidung über eine Rettungsaktion wird nach der tierärztlichen Untersuchung am Wochenende fallen. Sollte eine Rettung notwendig sein, müssten die Einsatzkräfte den Wal einfangen und zurück ins Salzwasser bringen. Solche Aktionen sind riskant und nicht immer erfolgreich. In der Vergangenheit endeten viele Rettungsversuche für gestrandete Wale tödlich.

Ein Symbol für die Verletzlichkeit der Meeresnatur

Der Fall des verirrten Schweinswals im finnischen Kyrönjoki-Fluss zeigt die Verletzlichkeit der Meeresbewohner in einer vom Menschen veränderten Umwelt. Die zunehmende Verschmutzung und der Schiffsverkehr in der Ostsee setzen den Tieren zu. Dass ein Wal die Orientierung verliert und in einen Fluss gerät, ist ein alarmierendes Zeichen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob das Tier gerettet werden kann. Unabhängig vom Ausgang unterstreicht der Vorfall die Notwendigkeit, die Lebensräume der Wale zu schützen und die Ursachen für solche Verirrungen zu erforschen.

Das Wichtigste

  • Ein Schweinswal ist im finnischen Kyrönjoki-Fluss gestrandet und leidet unter Hautausschlag durch Süßwasser.
  • Der Wal schwimmt weiter flussaufwärts, statt den Rückweg zu suchen.
  • Eine Rettungsaktion wird für das Wochenende erwogen, nachdem ein Tierarzt das Tier begutachtet hat.
  • Schweinswale sind in der Ostsee heimisch, aber selten; die Population ist gefährdet.
  • Der Vorfall verdeutlicht die Gefahren für Meeressäuger durch Umweltveränderungen.
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