Toto Wolff attackiert Regelkritiker: „Sollten sich verstecken“ nach spektakulärem Miami-Rennen
Mercedes-Teamchef verteidigt die umstrittenen 2026er-Regeln nach Anpassungen in Miami, während McLaren mit einem Update-Erfolg die erste Niederlage des Silberpfeils besiegelt.

GERMANY —
Die Fakten
- Mercedes verlor erstmals in der Saison 2026 ein Rennen: Im Miami-Sprint belegten George Russell Platz vier und Kimi Antonelli Platz sechs.
- Die FIA erhöhte vor dem Rennen das Superclipping auf 350 kW und reduzierte die Energierückgewinnung im Qualifying von acht auf sieben Megajoule.
- Toto Wolff bezeichnete das Rennen als „großartige Werbung für die Formel 1“ und forderte Kritiker auf, sich zu verstecken.
- McLaren brachte ein Update in Miami, das laut Lando Norris den Grip und die Konstanz des MCL40 signifikant verbesserte.
- George Russell führte die Niederlage auf die Update-Pläne der Konkurrenz zurück, nicht auf die Regeländerungen.
- Die Formel 1 erwägt eine Anpassung des Motorenreglements auf ein 60:40-Verhältnis zwischen Hybrid- und Elektroanteil, was Wolff ablehnt.
- Wolff warnte vor voreiligen Änderungen und betonte, es sei ein „spektakuläres Rennen“ mit Kämpfen um die Führung und im Mittelfeld gewesen.
Wolffs scharfe Replik auf die Kritiker der neuen Regeln
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat nach dem Grand Prix von Miami eine deutliche Botschaft an alle gerichtet, die die neuen Formel-1-Regeln für 2026 kritisieren. „Wenn es auch nur eine einzige Person gibt, die sich heute über das Rennen beschwert, dann sollte sie sich ehrlich gesagt verstecken“, sagte Wolff nach dem Rennen. Er bezeichnete das Rennen als „großartige, großartige Werbung für die Formel 1“ und verwies auf die Kämpfe um die Führung und im Mittelfeld. Die neuen Regeln hatten vor dem Rennen für erhebliche Diskussionen gesorgt. Sie sehen kleinere, leichtere Autos mit Hybridmotoren vor, bei denen die Leistung nahezu 50:50 zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor aufgeteilt ist. Kritiker beklagten, dass die Fahrer nicht mehr dauerhaft am Limit fahren könnten und Überholmanöver künstlich seien. Wolff wies diese Vorwürfe entschieden zurück und forderte eine grundsätzliche Überdenkung der Bewertungsmaßstäbe.
Anpassungen vor dem Rennen: Superclipping und Energie-Rückgewinnung
Vor dem Rennen in Miami hatte die FIA gemeinsam mit der Formel 1 und verschiedenen Interessengruppen Anpassungen am Regelwerk vorgenommen. Das Superclipping, das die Batterieleistung während der Runden steuert, wurde auf volle 350 Kilowatt erhöht. Ziel war es, das Geschwindigkeitsprofil der neuen Autos berechenbarer zu machen und die Fahrer zu entlasten. Gleichzeitig wurde die Energierückgewinnung im Qualifying von acht auf sieben Megajoule reduziert. Diese Maßnahme macht die Autos zwar langsamer, soll aber sicherstellen, dass die Fahrer im Qualifying stärker ans Limit gehen können. Wolff zeigte sich nach dem Rennen überzeugt, dass diese Änderungen positive Auswirkungen hatten, auch wenn die Strecke in Miami weniger energieintensiv sei als andere Kurse.
Mercedes‘ erste Niederlage: McLaren überrascht mit Update-Erfolg
Beim vierten Rennwochenende der Saison erlebte Mercedes die erste Niederlage: Im Sprintrennen belegten George Russell und Kimi Antonelli nur die Plätze vier und sechs. Wolff zeigte sich überrascht, hatte aber eine Erklärung parat: „Wir wussten, dass wir hier ein wenig aus dem Raster fallen würden, weil wir unsere technischen Updates erst in Montreal einsetzen.“ Er räumte ein, dass man gehofft hatte, den Vorsprung zumindest über die Rundenzeit halten zu können. Russell selbst führte die Niederlage nicht auf die Regeländerungen zurück, sondern auf die Update-Pläne der Konkurrenz: „Die Updates von McLaren, Ferrari und Red Bull waren der größte Faktor. Und das kam ehrlich gesagt etwas überraschend.“ Er räumte ein, dass er auf der Strecke in Miami generell Probleme habe, da die Autos dort permanent über alle vier Räder rutschten.
McLarens Aufschwung: Norris erklärt die Trendwende
McLaren-Fahrer Lando Norris erklärte den Erfolg seines Teams mit den technischen Neuerungen am MCL40. „Das Auto hat jetzt mehr Grip. Es erzeugt mehr Abtrieb und arbeitet insgesamt besser. Wir haben vor allem auf der Hinterachse einen großen Fortschritt gemacht“, sagte Norris nach dem Sprint-Sieg. Besonders zufrieden zeigte er sich mit der Konstanz des Autos: „Diese Konstanz hatte uns gefehlt, aber dieses Wochenende waren wir von Beginn an da.“ Der McLaren sei durch die neuen Teile „in bestimmten Situationen berechenbarer“, was für die Kurvengeschwindigkeit enorm wichtig sei. Norris betonte, dass man das Verhalten des Autos besser vorhersagen und gezielter Anpassungen vornehmen könne. Dies ermögliche es, das Auto konstant näher ans absolute Limit zu bringen.
Wolff bremst Forderungen nach weiteren Regeländerungen
Trotz der Diskussionen um die neuen Regeln und der ersten Niederlage für Mercedes zeigte sich Wolff zurückhaltend gegenüber weiteren Anpassungen. Die Formel 1 hatte bereits erwogen, das Motorenreglement zugunsten eines 60:40-Verhältnisses zwischen Hybrid- und Elektroanteil zu ändern. Wolff lehnte dies jedoch ab: „Wer jetzt schon über kurzfristige Änderungen am Motorenreglement spricht, sollte seine Art, die Formel 1 zu bewerten, hinterfragen.“ Er bezeichnete das Rennen in Miami als „spektakulär“ und betonte, dass es Kämpfe um die Führung und im Mittelfeld gegeben habe. Für Wolff ist es zu früh, um über weitere Änderungen zu sprechen. Stattdessen plädierte er dafür, die Entwicklung über die gesamte Saison hinweg zu beobachten und erst dann Schlüsse zu ziehen.
Ausblick: Montreal als Gradmesser für Mercedes
Das nächste Rennen in Montreal wird für Mercedes zum wichtigen Test. Dort soll das lang erwartete technische Update zum Einsatz kommen, das die Silberpfeile wieder an die Spitze bringen soll. Russell zeigte sich zuversichtlich, warnte aber vor zu hohen Erwartungen: „Das große Fragezeichen für uns wird nun Montreal sein, wenn unser Upgrade kommt.“ Er betonte, dass man gewusst habe, dass die Konkurrenz aufholen könnte, und dass das Miami-Ergebnis nicht überbewertet werden dürfe. Wolff sieht die Situation gelassen: „Es ist schlicht ein klassisches Entwicklungsrennen über die gesamte Saison hinweg. Wer früher ein paar Zehntel bringt, wird den Vorteil haben.“ Die Frage bleibt, ob Mercedes in Montreal die Lücke zu McLaren schließen kann oder ob die Konkurrenz den Vorsprung weiter ausbaut.
Ein Rennen, das die Gemüter spaltet
Das Rennen in Miami hat gezeigt, wie tief die Gräben in der Formel 1 nach der großen Regelreform sind. Während Wolff und Mercedes das Spektakel loben, äußern andere Weltmeister wie Max Verstappen deutliche Kritik. Verstappen fühlte sich nach dem Grand Prix von Australien an „Mario Kart“ erinnert – ein Vergleich, der die künstliche Natur der neuen Überholmanöver unterstreicht. Die Debatte um die Regeln wird die Saison 2026 weiter begleiten. Wolffs scharfe Replik zeigt, dass die Teamchefs hinter den Reformen stehen, doch die Fahrer und Fans sind gespalten. Die nächsten Rennen werden zeigen, ob die Anpassungen in Miami nur ein Strohfeuer waren oder ob die Formel 1 tatsächlich den richtigen Weg eingeschlagen hat.
Das Wichtigste
- Toto Wolff verteidigt die 2026er-Regeln und fordert Kritiker auf, sich nach dem spektakulären Miami-Rennen zu verstecken.
- Die FIA nahm vor dem Rennen Anpassungen vor: Superclipping auf 350 kW erhöht, Energierückgewinnung im Qualifying reduziert.
- Mercedes erlitt die erste Saisonniederlage im Miami-Sprint, während McLaren mit einem Update den Sieg holte.
- George Russell führt die Niederlage auf die Update-Pläne der Konkurrenz zurück, nicht auf die Regeländerungen.
- Wolff lehnt weitere kurzfristige Änderungen am Motorenreglement ab und plädiert für eine abwartende Haltung.
- Das nächste Rennen in Montreal wird zeigen, ob Mercedes mit seinem Update wieder an die Spitze kommt.







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