61-jähriger Bauarbeiter behält Job nach AK-Intervention – 2.909 Beratungen in Jennersdorf
Die Arbeiterkammer-Burgenland erstritt 2025 insgesamt 494.478 Euro an Steuergutschriften und erkämpfte fast 50.000 Euro für Mitglieder.

AUSTRIA —
Die Fakten
- 2.909 Beratungen in der AK-Bezirksstelle Jennersdorf im Jahr 2025
- 29 außergerichtliche Einigungen erbrachten fast 50.000 Euro für Mitglieder
- 494.478 Euro an Steuergutschriften durch 600 Steuerausgleiche
- 61-jähriger Bauarbeiter kurz vor Pension gekündigt, nach AK-Intervention wieder eingestellt
- 2.571 Beratungen in der AK-Bezirksstelle Oberpullendorf zu Arbeits-, Sozial- und Insolvenzrecht
- 4 Gerichtsfälle in Oberpullendorf brachten 172.208 Euro für Betroffene
- 26 außergerichtliche Klärungen in Oberpullendorf
- 65.408 Euro an Steuerrückzahlungen durch 300 Beratungen in Oberpullendorf
Ein Fall, der für viele steht
Ein 61-jähriger Bauarbeiter aus dem Burgenland verlor kurz vor seiner Pensionierung seinen Job. Die Kündigung traf ihn nach jahrelanger Betriebszugehörigkeit völlig unerwartet. Der Betriebsrat war empört, die Arbeiterkammer-Bezirksstelle Jennersdorf schaltete sich ein. Nach Intervention von AK und Betriebsrat musste der Arbeitgeber die Kündigung zurücknehmen. Der Mann konnte seine Beschäftigung fortsetzen und wird nun regulär in den Ruhestand gehen können. AK-Präsident Gerhard Michalitsch betont: „Es ist der 61-jährige Bauarbeiter, dessen Kündigung nach Intervention von AK und Betriebsrat wieder zurückgenommen werden musste, sodass er seinen Job behalten konnte.“
Beeindruckende Bilanz der AK-Bezirksstelle Jennersdorf
Die Arbeiterkammer-Bezirksstelle im burgenländischen Jennersdorf zog Bilanz für das Jahr 2025: Insgesamt 2.909 Beratungen wurden durchgeführt. In 29 Fällen kam es zu außergerichtlichen Einigungen, bei denen fast 50.000 Euro für die betroffenen Mitglieder erkämpft wurden. Zudem bearbeitete die Stelle knapp über 1.000 Anfragen im Bereich Lohnsteuer und half bei 600 Steuerausgleichen. Das Ergebnis: 494.478 Euro an Gutschriften für die Mitglieder. AK-Bezirksstellenleiter Reinhard Jud-Mund erklärte: „Für uns ist jeder Fall gleich wichtig, denn es geht um Gerechtigkeit für jedes einzelne Mitglied.“
Oberpullendorf: 2.571 Beratungen und hohe Gerichtserfolge
Auch die AK-Bezirksstelle Oberpullendorf verzeichnete 2025 eine hohe Nachfrage: 2.571 Beratungen in Arbeits-, Sozial- und Insolvenzrechtsfragen wurden persönlich, schriftlich oder telefonisch durchgeführt. 26 strittige Fälle konnten außergerichtlich geklärt werden, vier landeten vor Gericht. Dort sprachen die Richter den Betroffenen insgesamt 172.208 Euro zu. Fast 300 Beratungen betrafen die Lohnsteuer beziehungsweise die Arbeitnehmerveranlagung, dabei erzielten die Mitglieder Steuerrückzahlungen von 65.408 Euro. AK-Bezirksstellenleiter Markus Schrödl betonte: „Hinter jeder dieser Zahlen steht ein persönliches Schicksal: Menschen, die aufgrund einer Insolvenz ihren Job verlieren, denen zu wenig Lohn oder Gehalt bezahlt wird oder deren Überstunden falsch oder gar nicht berechnet werden.“
Einzelfälle mit Signalwirkung
Neben dem Bauarbeiter nennt AK-Präsident Michalitsch einen weiteren exemplarischen Fall: „Oder Frau D., die jahrelang unterentlohnt wurde und der ihr Arbeitgeber dank der AK mehr als 14.000 Euro nachbezahlen musste.“ Diese Beispiele zeigen, wie die Arbeiterkammer konkret für ihre Mitglieder eintritt. Die AK sieht sich als unverzichtbare Anlaufstelle für Arbeitnehmer in schwierigen Situationen. Michalitsch fasst zusammen: „Unsere Mitglieder brauchen uns. Das zeigt diese Bilanz eindrucksvoll.“
Herausforderungen für die Zukunft
Die hohen Beratungszahlen in beiden Bezirksstellen deuten auf einen anhaltenden Bedarf an rechtlicher Unterstützung hin. Besonders in Branchen wie dem Baugewerbe, wo Arbeitsverhältnisse oft unsicher sind, bleibt die AK gefordert. Die erfolgreichen Interventionen – von der Rücknahme der Kündigung bis zu Nachzahlungen – unterstreichen die Bedeutung der Kammer als Korrektiv im Arbeitsmarkt. Ob die Politik daraus Konsequenzen zieht, etwa für besseren Kündigungsschutz älterer Arbeitnehmer, bleibt abzuwarten.
Das Wichtigste
- Die AK-Bezirksstellen Jennersdorf und Oberpullendorf führten 2025 insgesamt über 5.400 Beratungen durch.
- Ein 61-jähriger Bauarbeiter behielt nach AK-Intervention seinen Job kurz vor der Pension.
- In Oberpullendorf wurden 172.208 Euro vor Gericht erstritten, in Jennersdorf fast 50.000 Euro außergerichtlich.
- Steuerrückzahlungen und -gutschriften summierten sich auf rund 560.000 Euro für die Mitglieder.
- Die AK betont die Bedeutung jedes Einzelfalls und sieht sich als unverzichtbare Stütze für Arbeitnehmer.





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