VKI-Test: Bisphenole in Recycling-Küchenrollen – Spitzenprodukte aus Frischzellstoff
Der Verein für Konsumenteninformation hat 15 Küchenrollen geprüft: Sechs Produkte schneiden gut ab, doch in allen Recyclingpapieren wurden gesundheitlich bedenkliche Bisphenole nachgewiesen.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Der VKI testete 15 Küchenrollen, sechs erhielten die Note „gut“, sieben „durchschnittlich“, zwei „wenig zufriedenstellend“.
- Die Testsieger (73 von 100 Punkten) bestehen aus zwei Lagen, alle anderen getesteten Produkte sind dreilagig.
- In allen Küchenrollen aus Recyclingpapier wurden Bisphenole gefunden, in Frischzellstoffprodukten nicht.
- Bisphenol A (BPA) gilt als fortpflanzungsschädigend und kann den Hormonhaushalt beeinträchtigen.
- Bei Kontakt von Recyclingpapier mit Speck gingen unter Hitze deutliche BPA-Rückstände auf das Lebensmittel über.
- Das Produkt Floralys von Lidl trägt das Glas-Gabel-Symbol für Lebensmittelkontakt, obwohl Bisphenole nachgewiesen wurden.
- Die günstigen Produkte Happy End (Penny) und S-Budget (Spar) erreichten 60 Punkte und wurden als „gut und günstig“ ausgezeichnet.
Testsieger mit nur zwei Lagen
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 15 Küchenrollen einem umfassenden Test unterzogen. Das Ergebnis überrascht: Die beiden Testsieger teilen sich mit 73 von 100 Punkten den ersten Platz und bestehen aus lediglich zwei Lagen – alle anderen 13 Produkte sind dreilagig. Entscheidend für Nassfestigkeit und Saugkraft sei nicht die Anzahl der Lagen, sondern die Kombination aus Materialqualität, Struktur und Verarbeitung, so der VKI. Die vier besten Produkte gehören gleichzeitig zu den teuersten im Testfeld.
Recyclingpapier fällt durch
Die großen Verlierer des Tests sind Küchenrollen aus Altpapier. Vier Produkte aus reinem Recyclingmaterial – Altpapier, SoftStar, Saugstark&Sicher, Danke, Wepa Mach m!t – schnitten bei der Saugfähigkeit am schwächsten ab. Zudem wiesen sie häufiger optische Aufheller auf. Besonders besorgniserregend: Saugstark&Sicher Küchentücher gaben diese chemischen Stoffe bei Lebensmittelkontakt ab. Auch die Keimwerte lagen bei Recyclingprodukten höher, wenn auch nicht im krankmachenden Bereich.
Bisphenole in allen Recyclingprodukten
Alle 15 getesteten Küchenrollen wurden auf Bisphenole untersucht. Während Produkte aus 100 Prozent frischem Zellstoff frei von diesen Stoffen waren, wurden sie in sämtlichen Recyclingpapieren nachgewiesen. Bisphenol A (BPA) gilt als fortpflanzungsschädigend und kann den Hormonhaushalt beeinträchtigen; auch Ersatzstoffen wie Bisphenol S werden ähnliche Eigenschaften zugeschrieben. Ein Test zeigte, dass Bisphenole bei Fett unter Hitze auf Lebensmittel übergehen können. Nach Kontakt eines Recyclingpapiers mit Speck wurden im Lebensmittel deutliche BPA-Rückstände gefunden.
Irreführende Kennzeichnung bei Lidl-Produkt
Problematisch ist zudem, dass einige Recyclingprodukte trotz nachgewiesener Bisphenole mit dem Glas-Gabel-Symbol gekennzeichnet sind, das die Eignung für Lebensmittelkontakt bescheinigt. Dies trifft auf die Küchenrolle Floralys von Lidl zu. Der VKI rät daher, Küchenpapier aus Recyclingmaterial nicht oder nur sehr kurz mit Lebensmitteln in Kontakt kommen zu lassen, besonders mit warmen oder fetthaltigen Speisen.
Günstige Alternativen überzeugen
Trotz der Dominanz teurer Markenprodukte gibt es auch im günstigen Segment gute Optionen. Die Küchenrollen Happy End von Penny und S-Budget von Spar erreichten jeweils 60 Punkte und wurden mit dem Prädikat „gut und günstig“ ausgezeichnet. Insgesamt schnitten sechs Produkte mit „gut“ ab, sieben mit „durchschnittlich“ und zwei mit „wenig zufriedenstellend“. Die vollständigen Ergebnisse veröffentlicht der VKI in seinem aktuellen Test.
Verbraucher sollten auf Frischzellstoff setzen
Der Test zeigt deutlich: Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Küchenrollen aus frischem Zellstoff. Sie sind nicht nur frei von Bisphenolen, sondern auch saugfähiger und keimärmer. Allerdings sind sie in der Regel teurer. Angesichts der gesundheitlichen Risiken empfehlen die Konsumentenschützer, Recycling-Küchenrollen nicht für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln zu verwenden. Die Kennzeichnung mit dem Glas-Gabel-Symbol sei in solchen Fällen irreführend und müsse überdacht werden.
Das Wichtigste
- Der VKI-Test 2026 zeigt: Küchenrollen aus Frischzellstoff sind frei von Bisphenolen und saugfähiger als Recyclingprodukte.
- In allen getesteten Recycling-Küchenrollen wurden Bisphenole nachgewiesen, die gesundheitlich bedenklich sind.
- Bisphenole können bei Kontakt mit warmen, fetthaltigen Lebensmitteln auf diese übergehen.
- Das Produkt Floralys von Lidl trägt trotz Bisphenolbelastung das Glas-Gabel-Symbol für Lebensmittelkontakt.
- Die Testsieger bestehen aus nur zwei Lagen, was zeigt, dass die Lagenanzahl nicht entscheidend für die Qualität ist.
- Günstige Alternativen wie Happy End (Penny) und S-Budget (Spar) bieten gute Qualität zu niedrigem Preis.




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