Dreifachmord und Suizid in Linz-Urfahr erschüttert die Stadt
Ein 90-jähriger Mann soll seine gleichaltrige Ehefrau und seine Tochter erschossen haben, bevor er sich selbst das Leben nahm.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Drei Menschen starben bei einer Bluttat am Donnerstagnachmittag in Linz-Urfahr.
- Ein vermutlich 90-jähriger Mann soll seine gleichaltrige Ehefrau und seine etwa 60-jährige Tochter erschossen haben.
- Der mutmaßliche Täter beging anschließend Suizid.
- Die Tat ereignete sich im Gastgarten des Gasthauses Lüftner im Stadtteil Magdalena.
- Die Tatwaffe wurde am Parkplatz des Gasthauses sichergestellt.
- Die Polizei geht von einem Erbschaftsstreit als mögliches Motiv aus; ein Abschiedsbrief wurde sichergestellt.
Großeinsatz nach Bluttat in Linz-Urfahr
Ein Großaufgebot der Polizei rückte am frühen Donnerstagnachmittag in den Linzer Stadtteil Urfahr aus. Einsatzkräfte sperrten das Gebiet um die Klausenbachstraße weiträumig ab. Grund für den Großeinsatz war eine Bluttat, bei der drei Menschen ums Leben kamen. Nach ersten Informationen ereignete sich die Tat gegen 14 Uhr im Gastgarten des Gasthauses Lüftner. Die Polizei bestätigte ein Tötungsdelikt mit einer Schusswaffe. Eine Polizeisprecherin gab an, dass drei Personen tot seien. Die Ermittler des Landeskriminalamts sind vor Ort, ebenso wie die Spurensicherung. Die Tatwaffe konnte bereits sichergestellt werden. Für die Bevölkerung bestehe laut Polizei keine Gefahr. Die Nachricht von dem Vorfall verbreitete sich in der Landeshauptstadt schnell und sorgte für helle Aufregung. Das Gasthaus ist ein beliebtes Ausflugslokal mit einem Spielplatz und liegt inmitten einer Wohnhaussiedlung.
Familiendrama mit drei Todesopfern
Ersten Informationen zufolge soll ein etwa 90 Jahre alter Mann vor dem Gasthaus seine gleichaltrige Ehefrau und seine etwa 60 Jahre alte Tochter erschossen haben. Anschließend soll er sich mit der Tatwaffe selbst das Leben genommen haben. Die Leichen wurden auf dem Parkplatz des Gasthauses aufgefunden. Die genauen Hintergründe der Tat sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei befragt derzeit das sichtlich geschockte Personal des Gasthauses sowie mögliche Zeugen, die die Schießerei miterlebt haben könnten. Ein Abschiedsbrief wurde sichergestellt, was auf einen möglichen Erbschaftsstreit als Motiv hindeutet. Die furchtbare Tat ereignete sich am helllichten Tag und wird als doppelter Femizid mit anschließendem Suizid eingestuft.
Sicherheitsgipfel rückt in den Fokus
Die Bluttat in Linz-Urfahr ereignet sich nur vier Tage vor einem geplanten Sicherheitsgipfel in der Stadt. Bürgermeister Dietmar Prammer (SP) und Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FP) haben für den 11. Mai Vertreter von Polizei, Prävention, Sozialbereich und Gesundheit eingeladen. Ziel des Gipfels ist es, die aktuelle Sicherheitslage sachlich darzustellen und eine sicherheitsbehördliche Einschätzung zu erhalten. Darüber hinaus sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit erörtert und abgestimmt werden. Die Ergebnisse des Treffens sollen im Anschluss präsentiert werden. Die jüngste Gewalttat wirft ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit solcher Diskussionsrunden und die anhaltenden Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Sicherheit.
Serie von Gewalttaten in Linz
Die aktuelle Bluttat ist bereits die dritte innerhalb von gut zwei Monaten in der Landeshauptstadt. Mitte April sorgte ein Axtangriff am Linzer Südbahnhofmarkt für Entsetzen. Ein 30-jähriger Mann hatte auf einen Sicherheitsmitarbeiter einer Bank eingeschlagen, da er sich beobachtet und provoziert fühlte. Das 40-jährige Opfer überlebte den Angriff schwer verletzt. Im März forderte eine Messerattacke in der Linzer Innenstadt ein Todesopfer. An der Ecke Bismarckstraße und Landstraße attackierte ein 34-jähriger Kroate zwei junge Männer aus Afghanistan von hinten mit einem Messer. Einer der beiden, der 24-jährige Mahmoud, überlebte den Angriff nicht, während sein 22-jähriger Freund schwer verletzt wurde. Diese Vorfälle verdeutlichen eine besorgniserregende Entwicklung der Gewaltkriminalität in Linz.
Hilfsangebote für Krisensituationen
Angesichts der tragischen Ereignisse wird auf bestehende Hilfsangebote für Menschen in Krisensituationen hingewiesen. Berichte über Suizide können die Situation von Personen, die sich in einer Krise befinden, verschlimmern. Die österreichweite Telefonseelsorge ist jederzeit unter der kostenlosen Nummer 142 erreichbar. Für Jugendliche und junge Erwachsene bietet „Rat auf Draht“ unter der Nummer 147 Unterstützung. Das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums unter www.suizid-praevention.gv.at bietet zudem Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in ganz Österreich. Frauen, die Gewalt erleben, finden in Österreich ebenfalls entsprechende Anlaufstellen.
Das Wichtigste
- Ein mutmaßlicher Familiendrama in Linz-Urfahr endete mit drei Toten und einem Suizid.
- Die Polizei vermutet einen Erbschaftsstreit als Motiv für die Tat.
- Die Bluttat wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage in Linz, wo es in kurzer Zeit zu mehreren Gewaltdelikten kam.
- Ein geplanter Sicherheitsgipfel soll die aktuelle Lage diskutieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit erörtern.
- Hilfsangebote für Menschen in Krisensituationen und bei Gewalterfahrungen sind verfügbar.






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