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Everton entreißt City den Sieg in der Nachspielzeit – 3:3 im Hill Dickinson Stadium

Jérémy Doku rettet Manchester City mit seinem zweiten Tor in der siebten Minute der Nachspielzeit ein Remis, das den Titelkampf der Premier League neu entfacht.

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Everton entreißt City den Sieg in der Nachspielzeit – 3:3 im Hill Dickinson Stadium
Jérémy Doku rettet Manchester City mit seinem zweiten Tor in der siebten Minute der Nachspielzeit ein Remis, das den TitCredit · BBC

Die Fakten

  • Manchester City spielt 3:3 (0:1) beim FC Everton am 4. Mai 2026.
  • Jérémy Doku trifft in der 43. Minute zur Führung und in der 90.+7 zum Ausgleich.
  • Thierno Barry erzielt zwei Tore für Everton (68., 81.), Jake O'Brien eines (73.).
  • Erling Haaland verkürzt in der 83. Minute auf 2:3.
  • Michael Keane begeht ein Frustfoul an Doku, das laut Experten Rot verdient hätte, erhält aber nur Gelb.
  • Arsenal hat nun fünf Punkte Vorsprung an der Tabellenspitze, City ein Nachholspiel in der Hinterhand.
  • Citys Ballbesitz liegt zeitweise bei über 90 Prozent, neun der ersten zehn Torschüsse gehen nicht aufs Tor.
  • Everton träumt weiter von Europa, liegt im Tableau aussichtsreich.

Ein wilder Abend an der Goodison Road

Manchester City hat im Titelrennen der Premier League einen schweren Rückschlag erlitten. Beim FC Everton kamen die Skyblues am Montagabend nicht über ein 3:3 (0:1) hinaus – und das war noch glücklich. Die Toffees, die weiterhin von Europa träumen dürfen, lagen bis tief in die Nachspielzeit vorn. Jérémy Doku hatte City in der 43. Minute in Führung gebracht, doch im zweiten Durchgang drehte Everton die Partie: Thierno Barry glich in der 68. Minute aus, Jake O'Brien (73.) und erneut Barry (83.) schossen die Gastgeber mit 3:1 in Führung. Erling Haaland verkürzte postwendend auf 2:3 (83.), bevor Doku in der siebten Minute der Nachspielzeit den umjubelten Ausgleich erzielte.

Citys Dominanz ohne Ertrag

Von Beginn an übernahmen die Gäste die Kontrolle im nagelneuen Hill Dickinson Stadium. Ihr Ballbesitz kletterte zeitweise auf über 90 Prozent, angeführt von einem überragenden Jérémy Doku auf der linken Seite. Der Niederländer leitete einen gefährlichen Angriff nach dem anderen ein – doch seine Kollegen vermochten daraus kein Kapital zu schlagen. Neun der ersten zehn Torschüsse der Citizens kamen nicht einmal auf das Gehäuse von Nationalkeeper Jordan Pickford. Rayan Cherki und Antoine Semenyo (beide 18. Minute) sowie erneut Semenyo (21.) vergaben Halbchancen. Es war Doku selbst, der die Inkompetenz seiner Nebenleute kompensierte: Kurz vor der Pause wechselte er die Seite und zirkelte den Ball von halbrechts in den linken Winkel.

Keanes Frustfoul und die VAR-Debatte

Der Tiefpunkt der ersten Halbzeit aus Everton-Sicht war ein rücksichtsloses Foul von Innenverteidiger Michael Keane. Der spielerisch völlig überforderte Abwehrspieler hatte Doku zwei Minuten vor der Pause mit brutaler Vehemenz von den Beinen geholt – eine Aktion, die eine schwere Verletzung hätte nach sich ziehen können. Doku musste lange behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Schiedsrichter Michael Oliver beließ es bei einer Gelben Karte, die der VAR zwar überprüfte, aber nicht zu Rot aufwertete. Experten kritisierten die Entscheidung als zu milde. Das einzige, was Everton im ersten Durchgang gut gemacht hatte, war das Beschatten von Top-Torjäger Erling Haaland, der fast keine Ballkontakte bekam.

Everton dreht auf – Citys Defensive patzt

Auch nach der Pause gelang es Doku, Semenyo oder Cherki nicht, Haaland in Szene zu setzen. Nach einer Stunde merkten die Gastgeber, dass an diesem Abend mehr möglich war. Der erste Konter über Beto und Iliman Ndiaye verpuffte noch, in der 65. Minute hätte Ndiaye treffen müssen: Gianluigi Donnarumma war früh abgetaucht, doch der frei vor ihm auftauchende Stürmer schoss ihn an. Dann schlug Everton eiskalt zu. Barry erzielte den Ausgleich, O'Brien per Kopf die Führung und Barry mit einem Rechtsschuss das 3:1. Citys Defensive offenbarte eklatante Schwächen – die Meisterschaft geriet in weite Ferne.

Haalands kurze Antwort und Dokus späte Rettung

Doch City schlug zurück: Erling Haaland traf in der 83. Minute zum 2:3 und entfachte noch einmal Hoffnung. In der siebten Minute der Nachspielzeit war es erneut Doku, der mit einem Rechtsschuss den Endstand herstellte – ein glückliches Remis für die Mannschaft von Pep Guardiola. Der FC Arsenal hat an der Spitze nun fünf Punkte Vorsprung auf City und die bessere Tordifferenz. Die Skyblues haben noch ein Nachholspiel, die Meisterschaft aber nicht mehr in der eigenen Hand.

Titelkampf neu entfacht – Ausblick auf die Restspiele

Das Unentschieden verändert die Dynamik im Meisterschaftsrennen grundlegend. Arsenal profitiert vom Patzer des Titelverteidigers und kann nun mit breiterer Brust in die verbleibenden Partien gehen. City hingegen muss auf Ausrutscher der Gunners hoffen und gleichzeitig die eigenen Hausaufgaben erledigen. Everton hingegen festigt seine Position im Kampf um die europäischen Plätze. Die Mannschaft von Trainer Sean Dyche hat gezeigt, dass sie mit den Topteams mithalten kann – und das ohne personelle Verstärkungen im Winter. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser Punktgewinn ein Wendepunkt war oder nur eine Momentaufnahme bleibt.

Das Wichtigste

  • Manchester City verliert im Titelkampf wichtige Punkte, Arsenal führt nun mit fünf Zählern Vorsprung.
  • Jérémy Doku ist mit zwei Toren der Matchwinner für City, offenbart aber die Abhängigkeit von Einzelaktionen.
  • Everton dreht nach schwacher erster Hälfte auf und zeigt Moral, bleibt aber im Rennen um Europa.
  • Die VAR-Entscheidung gegen Michael Keane (Gelb statt Rot) sorgt für Diskussionen über die Regelauslegung.
  • Citys Defensive präsentiert sich anfällig – neun der ersten zehn Torschüsse gingen daneben, drei Gegentore fielen nach der Pause.
  • Erling Haaland bleibt blass, erzielt aber ein wichtiges Tor – die mangelnde Einbindung in das Spiel ist ein strukturelles Problem.
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