Festnahme im Erpressungsfall gegen Hipp: 39-Jähriger in Polizeigewahrsam
Ein mit Rattengift manipuliertes Babygläschen in Eisenstadt löste eine internationale Fahndung aus – nun sitzt ein Tatverdächtiger in der Justizanstalt Eisenstadt.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Am Samstag wurde ein 39-jähriger Mann im Fall der Erpressung gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp festgenommen.
- Die Festnahme erfolgte durch das Landeskriminalamt Burgenland mit Unterstützung des Bundeskriminalamts; Details zum Ort wurden aus taktischen Gründen nicht genannt.
- Der Verdächtige soll in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert werden; er wird wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt.
- Ein Glas Hipp-Babynahrung, das am 18. April in einem Spar-Supermarkt in Eisenstadt sichergestellt wurde, enthielt 15 Mikrogramm Rattengift.
- Ein zweites, ebenfalls manipuliertes Glas aus derselben Filiale ist noch nicht gefunden worden.
- Insgesamt wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt.
- Der Erpresser soll vom Unternehmen zwei Millionen Euro gefordert haben, wie Medien berichten.
Ein Erpressungsversuch mit tödlichem Potenzial
Am Samstag hat die burgenländische Polizei einen 39-jährigen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, den deutschen Babykosthersteller Hipp erpresst zu haben. Die Landespolizeidirektion Burgenland gab die Festnahme bekannt, machte aber aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben zum Ort oder zur Herkunft des Verdächtigen. Der Mann befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam und wird vernommen. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts Burgenland unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt laufen seit zwei Wochen. Hintergrund ist der Fund eines mit Rattengift versetzten Hipp-Gläschens in einem Spar-Markt in Eisenstadt. Das Glas wurde am 18. April sichergestellt und enthielt 15 Mikrogramm des Giftes. Noch ist unklar, ob die Dosis für ein Kleinkind tödlich gewesen wäre – ein toxikologisches Gutachten steht aus.
Die Festnahme: Ein 39-Jähriger in Gewahrsam
Beamte des Landeskriminalamts Burgenland nahmen den Tatverdächtigen mit Unterstützung des Bundeskriminalamts fest. Der Sprecher der burgenländischen Landespolizeidirektion, Helmut Marban, bestätigte die Festnahme, wollte aber keine weiteren Details nennen. „Aus kriminaltaktischen Gründen“ könne man derzeit keine Informationen zur Person, zu den Umständen der Festnahme oder zu den weiteren Ermittlungsschritten veröffentlichen, erklärte Marban gegenüber burgenland.ORF.at. Die „Kronen Zeitung“ berichtete, die Festnahme sei in Salzburg erfolgt. Marban bestätigte dies nicht. Die Landespolizeidirektion Salzburg verwies auf Anfrage der APA an die burgenländischen Kollegen. Der Verdächtige soll in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert werden.
Die Vorwürfe: Erpressung und Gefährdung von Säuglingen
Dem Festgenommenen wird vorgeworfen, vom Hipp-Konzern zwei Millionen Euro gefordert zu haben. Die Ermittlungen laufen wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Allerdings muss noch das Gutachten über die Toxizität der Menge im sichergestellten Glas abgewartet werden, um zu klären, welche Folgen ein Verzehr für ein Baby gehabt hätte. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf den 18. April öffentlich geworden. Betroffen war konkret das Produkt „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel 190 Gramm“. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.
Ein zweites Glas noch nicht gefunden
Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist noch nicht aufgetaucht. „Danach suchen wir noch, vielleicht bringen jetzt die weiteren Schritte Licht in diese Angelegenheit“, sagte Marban gegenüber burgenland.ORF.at. Insgesamt wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei bisher fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die genaue Anzahl der betroffenen Länder und die Verteilung der Gläser zeigt die Dimension des Falls.
Internationale Dimension und offene Fragen
Der Fall hat eine internationale Dimension: Manipulierte Gläser wurden nicht nur in Österreich, sondern auch in Tschechien und der Slowakei entdeckt. Die Ermittlungen laufen länderübergreifend, wobei das Landeskriminalamt Burgenland die Federführung hat. Offen bleibt, ob der Verdächtige allein handelte oder ob es Mittäter gibt. Auch die genaue Herkunft des Rattengifts und die Art der Manipulation sind noch unklar. Die Polizei hält sich mit Informationen zurück, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Ausblick: Gutachten und weitere Ermittlungen
In den kommenden Tagen wird das toxikologische Gutachten erwartet, das Aufschluss über die Gefährlichkeit der Dosis geben soll. Dieses Gutachten könnte die rechtliche Einordnung der Tat maßgeblich beeinflussen. Die Ermittler hoffen, durch die Festnahme und die laufenden Vernehmungen weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Insbesondere die Suche nach dem zweiten manipulierten Glas aus der Eisenstädter Filiale hat Priorität. Die Bevölkerung ist aufgerufen, verdächtige Produkte zu melden.
Das Wichtigste
- Ein 39-jähriger Mann wurde im Erpressungsfall gegen Hipp festgenommen; er sitzt in der Justizanstalt Eisenstadt.
- Ein mit 15 Mikrogramm Rattengift versetztes Babygläschen wurde am 18. April in Eisenstadt sichergestellt.
- Ein zweites manipuliertes Glas aus derselben Filiale ist noch nicht gefunden.
- Insgesamt fünf manipulierte Gläser wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei entdeckt.
- Die Ermittlungen laufen wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter schwerer Körperverletzung.
- Ein toxikologisches Gutachten muss noch klären, ob die Dosis für ein Kleinkind tödlich gewesen wäre.

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