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Heinz Prüller wird 85: Die unvergessliche Stimme der Formel 1

Der österreichische Kultreporter, der über 650 Grand-Prix-Rennen kommentierte, feiert seinen Geburtstag im Ruhestand – seine legendären Sprüche leben weiter.

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Heinz Prüller wird 85: Die unvergessliche Stimme der Formel 1
Der österreichische Kultreporter, der über 650 Grand-Prix-Rennen kommentierte, feiert seinen Geburtstag im Ruhestand – sCredit · Kurier

Die Fakten

  • Heinz Prüller wurde am 30. April 2025 85 Jahre alt.
  • Er kommentierte von 1965 bis 2008 über 650 Grand-Prix-Rennen für den ORF.
  • Prüller war auch als Skireporter tätig und eng mit Annemarie Moser befreundet.
  • Seine Sprüche wurden in Buchform unter dem Titel 'Prüllereien aus der Formel Heinz' veröffentlicht.
  • Comedian Alex Kristan imitiert Prüller regelmäßig und gilt als besser als das Original.
  • Am 30. April 1994, Prüllers 54. Geburtstag, verunglückte Roland Ratzenberger in Imola tödlich, am Tag darauf Ayrton Senna.
  • 1978 kommentierte ein Schweizer den Grand Prix von Südafrika, weil Prüller bei der Ski-WM in Garmisch war – die Sendung sei 'zum Einschlafen' gewesen.

Ein Leben für den Motorsport

Heinz Prüller, der am 30. April seinen 85. Geburtstag feiert, ist aus dem österreichischen Sportjournalismus nicht wegzudenken. Von 1965 bis 2008 prägte er als Stimme der Formel 1 die Berichterstattung des ORF und kommentierte über 650 Grand-Prix-Rennen. Seine unverwechselbare Art, gepaart mit Anekdoten, die nur er kannte, machte ihn zur Kultfigur. Der gebürtige Wiener begann seine Karriere in einer Zeit, als die Formel 1 noch eine Nischensportart war. Über vier Jahrzehnte hinweg wurde er zum Synonym für Motorsport im deutschsprachigen Raum. Sein Markenzeichen: ein trockener Humor und Sprüche, die bis heute zitiert werden.

Die legendären Sprüche des Heinz Prüller

Prüllers Kommentare sind so ikonisch, dass sie in Buchform gesammelt wurden: 'Prüllereien aus der Formel Heinz', herausgegeben von zwei Innsbruckern. Zu seinen berühmtesten Aussagen zählen: 'Clay Regazzoni hat nie Englisch gesprochen, mit seinem Schnurrbart' oder 'Mansell führt mit sechs Sekunden Rückstand.' Auch über Ron Dennis wusste er zu berichten: 'Ron Dennis hat seinen ersten Papagei Turbo genannt. Der ist dann eingegangen.' Seine Sprüche sind derart Kult, dass Comedian Alex Kristan regelmäßig Prüller imitiert – und dabei, so mancher Kritiker, mitunter besser ist als das Original. Kristans Parodien halten die Erinnerung an Prüllers Stil lebendig, auch wenn der Reporter selbst seit 20 Jahren im Ruhestand lebt.

Ein trauriger Geburtstag im Jahr 1994

Der 30. April 1994 war für Prüller ein besonders schmerzlicher Tag: An seinem 54. Geburtstag verunglückte Roland Ratzenberger beim Großen Preis von San Marino in Imola tödlich. Einen Tag später starb auch Ayrton Senna, einer der größten Fahrer der Geschichte. Prüller, der die Rennen kommentierte, erlebte die Tragödien aus nächster Nähe. Diese Ereignisse überschatteten seinen Geburtstag und markierten einen Wendepunkt in der Sicherheitsdiskussion der Formel 1. Prüller selbst hat sich selten öffentlich dazu geäußert, doch die Bilder dieser Tage sind unvergessen.

Mehr als nur Formel 1: Der Skireporter

Prüller war nicht nur in der Formel 1 zuhause, sondern auch im alpinen Skizirkus ein ständiger Gast. Er pflegte enge Freundschaften mit vielen Skirennläufern, am innigsten mit Annemarie Moser, der erfolgreichsten österreichischen Skirennläuferin. Diese Verbindung zeigt seine Vielseitigkeit als Sportreporter. 1978 wurde deutlich, wie sehr Prüller bei Formel-1-Übertragungen fehlte: Während er bei der alpinen Ski-WM in Garmisch war, kommentierte ein Schweizer den Grand Prix von Südafrika in Kyalami. Die Sendung sei, so ein Zeitzeuge, 'zum Einschlafen' gewesen – ein stiller Beweis für Prüllers einzigartige Qualität.

Ein zurückgezogener Ruhestand in Wien

Seit 20 Jahren ist Prüller in Pension und lebt zurückgezogen in Wien. Seine Reportagen sind jedoch unvergessen: Immer wieder sind im ORF-Sportkanal 'alte Schinken' zu sehen, Formel-1-Rennen vergangener Jahrzehnte, bei denen Prüllers markiges 'Ui ui' zu hören ist. Diese Wiederholungen halten seine Stimme im kollektiven Gedächtnis. Prüller selbst hält sich aus der Öffentlichkeit weitgehend heraus. Geburtstagsgrüße erreichen ihn über Kanäle wie Sports Media Austria, wo Fans und Weggefährten ihm alles Gute und vor allem Gesundheit wünschen. Sein Vermächtnis als 'Mister Formel 1' bleibt unbestritten.

Das Erbe einer Reporterlegende

Heinz Prüller hat den Sportjournalismus in Österreich nachhaltig geprägt. Seine unnachahmliche Art, Rennen zu kommentieren, und seine Fähigkeit, selbst in hektischen Momenten eine Anekdote parat zu haben, setzten Maßstäbe. Generationen von Zuschauern wuchsen mit seiner Stimme auf. Auch wenn er nicht mehr aktiv ist, lebt sein Stil in Imitationen und Zitaten weiter. Die Formel 1 hat sich verändert, doch Prüllers Sprüche bleiben zeitlos. Sein 85. Geburtstag ist ein Anlass, auf eine Karriere zurückzublicken, die weit über den Motorsport hinausstrahlt.

Das Wichtigste

  • Heinz Prüller kommentierte über 650 Grand-Prix-Rennen und prägte die Formel-1-Berichterstattung im deutschsprachigen Raum.
  • Seine Sprüche sind Kult und wurden in Buchform veröffentlicht; Comedian Alex Kristan imitiert ihn erfolgreich.
  • Prüller war auch als Skireporter tätig und eng mit Annemarie Moser befreundet.
  • Sein 54. Geburtstag 1994 war überschattet von den tödlichen Unfällen Roland Ratzenbergers und Ayrton Sennas.
  • Seit 20 Jahren lebt Prüller zurückgezogen in Wien, seine Reportagen werden im ORF wiederholt.
  • Prüller gilt als 'Mister Formel 1' und als eine der größten Legenden des österreichischen Sportjournalismus.
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