Xatars Witwe enthüllt Todesursache: Herzinfarkt – Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Ein Jahr nach dem Tod des Rappers spricht Farvah Hajabi in einer ARD-Doku über den Verlust und die Umstände seines Ablebens.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Xatar (bürgerlich Giwar Hajabi) starb am 7. Mai 2025 im Alter von 43 Jahren in einer Kölner Wohnung.
- Die Staatsanwaltschaft Köln stellte das Todesermittlungsverfahren nach einem chemisch-toxikologischen Gutachten ein.
- Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bestätigte, dass kein Fremdverschulden vorlag.
- Witwe Farvah Hajabi gab in der ARD-Doku 'Ein Leben ist nicht genug' bekannt, dass Xatar an einem Herzinfarkt starb.
- Xatars bester Freund Samy erklärte in der Doku, der Rapper sei herzinfarktgefährdet gewesen und habe schnell abnehmen müssen.
- Farvah Hajabi und Xatar waren seit Kindheitstagen mehr als 15 Jahre ein Paar und haben fünf Kinder.
- Eine Petition auf change.org fordert die Benennung einer Straße in Bonn nach Xatar.
Ein Schock für die deutsche Rap-Szene
Am 7. Mai 2025 gegen 18:30 Uhr wurde Rapper Xatar leblos in einer Kölner Wohnung aufgefunden. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Giwar Hajabi hieß, war 43 Jahre alt. Sein Tod löste in der deutschen Rap-Szene und bei seinen Fans tiefe Bestürzung aus. Die Staatsanwaltschaft Köln leitete umgehend ein Todesermittlungsverfahren ein, um die genauen Umstände zu klären. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer erklärte später, dass eine Obduktion und ein chemisch-toxikologisches Gutachten keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Fremdverschulden ergaben. Das Verfahren wurde eingestellt, die genaue Todesursache blieb jedoch zunächst unter Verschluss, um die Persönlichkeitsrechte des Verstorbenen und seiner Angehörigen zu wahren.
Die Enthüllung der Todesursache in der ARD-Doku
Ein Jahr nach Xatars Tod, im Mai 2026, brachte seine Witwe Farvah Hajabi Licht ins Dunkel. In der dreiteiligen ARD-Dokumentation „Xatar: Ein Leben ist nicht genug“ offenbarte sie, dass der Rapper an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben ist. „Er ist fit gewesen. Sei es mental und auch physisch. Wenn das jetzt vor zwei Jahren oder so gewesen wäre, hätte ich das definitiv darauf geschoben. Ich kann es mir nicht erklären, ich will es mir nicht erklären und ich möchte auch nicht, dass es mir irgendwer erklärt“, sagte sie unter Tränen. Die Doku begleitete Xatar in seinen letzten Monaten und zeigt ihn als einen Künstler, der mitten im Leben stand. Sein bester Freund Samy ergänzte, dass Xatar herzinfarktgefährdet gewesen sei und schnell habe abnehmen müssen. Die Dokumentation zeichnet den außergewöhnlichen Lebensweg des Rappers nach – vom Straßenrapper und dem spektakulären Goldraub 2009 bis hin zum erfolgreichen Unternehmer.
Farvah Hajabi: „Ich habe alles verloren, was ich selbst bin“
In einem TV-Talk im NDR-Format „deep und deutlich“ sprach Farvah Hajabi über den schweren Verlust. „Ich habe in diesem Moment alles verloren, was ich selber bin. Das ist ein Schlag ins Gesicht. Man wird zu Pulver“, beschrieb sie den Augenblick, als sie von Xatars Tod erfuhr. Sie betonte, dass der Begriff „Trauer“ das Erlebte nicht wiedergeben könne: „Das, was passiert ist im letzten Jahr, dass Giwar einfach von jetzt auf gleich, sage ich mal, im physischen Sinne nicht mehr da ist und man nicht mehr mit ihm sein kann, wie man das kennt, ist jetzt nicht eine Art, ich rede jetzt von 'traurig'.“ Farvah und Giwar kannten sich seit Kindheitstagen und waren mehr als 15 Jahre ein Paar. Sie stand an seiner Seite durch Höhen und Tiefen, seine Haftzeit und sein Comeback. Obwohl die Beziehung nicht immer einfach war und sie „sehr oft“ über eine Trennung nachdachte, hielt sie zu ihm. „Es gibt kein Leben ohne Giwar. Das funktioniert nicht. Das soll es auch für meine Kinder nicht geben“, sagte sie.
Xatars Vermächtnis und die Reaktionen der Fans
Xatar hinterlässt seine Frau und fünf Kinder. Sein musikalisches Erbe wird von Künstlerkollegen hoch geschätzt. Rapper SSIO zog einen Vergleich: „Wenn 150 Jahre vergehen, dann wird das so etwas sein, wie wenn man über Johann Sebastian Bach spricht.“ Auch Farid Bang und Haftbefehl nahmen öffentlich Abschied. Farid Bang schrieb: „Möge deine Seele in Frieden ruhen, mein aufrichtiges Beileid an deine Familie. Du hast Deutschrap als eine der größten Rap-Legenden verlassen, ich werde dich immer gut in Erinnerung behalten.“ Haftbefehl zeigte sich schockiert: „Mir fehlen die Worte, mein Bruderherz. Ich hoffe, du bist an einem besseren Ort jetzt. Mein aufrichtiges Beileid an die Familie. Legends Never Die.“ Eine Petition auf change.org fordert die Stadt Bonn auf, eine Straße im Stadtteil Brüser Berg nach Xatar zu benennen. In der Beschreibung heißt es: „Als Sohn der Stadt hat er kulturelle Geschichte geschrieben und vielen jungen Menschen aus schwierigen Verhältnissen eine Stimme gegeben.“
Ein Leben zwischen Kriminalität und Erfolg
Giwar Hajabi wurde am 24. Dezember 1981 in Kūh-e Qal'eh im Iran geboren und kam als Flüchtling kurdischer Herkunft nach Deutschland. Er gründete das Label Alles oder Nix Records und prägte den deutschen Gangsta-Rap entscheidend mit. 2009 war er an einem spektakulären Überfall auf einen Goldtransporter beteiligt, flüchtete in den Irak, wurde dort gefasst und an Deutschland ausgeliefert. Während seiner Haftzeit nahm er heimlich sein Album „Nr. 415“ auf. Nach seiner Entlassung 2014 wurde er zu einem der erfolgreichsten Rapper und Unternehmer Deutschlands. Neben seinem Musiklabel baute er Marken in der Gastronomie (Havoc) und Mode auf. Seine Lebensgeschichte wurde unter dem Titel „Rheingold“ von Star-Regisseur Fatih Akin verfilmt und kam 2022 in die Kinos.
Ausblick: Wie es weitergeht
Farvah Hajabi möchte das Erbe ihres Mannes in die Zukunft tragen. Sie schöpft Kraft aus ihren Kindern: „Er lebt in unseren Kindern weiter. Das Größte, was er hinterlassen hat, sind diese Kinder“, sagte sie. Einen neuen Mann an ihrer Seite schließt sie nach Xatars Tod aus. In ihrem Zuhause steht alles noch genauso wie zu seinen Lebzeiten: „Alles, was Giwar so hinterlassen hat bei uns zu Hause, alles steht noch genauso da. Also nichts, nicht mal ein Salzstreuer, den er irgendwo hingestellt hat, wurde bewegt.“ Die ARD-Dokumentation „Ein Leben ist nicht genug“ beleuchtet nicht nur die Todesursache, sondern auch das Vermächtnis eines Künstlers, der die deutsche Rap-Szene nachhaltig geprägt hat. Die Frage, ob die Petition zur Benennung einer Straße in Bonn Erfolg haben wird, bleibt offen.
Das Wichtigste
- Xatar starb am 7. Mai 2025 an einem Herzinfarkt, wie seine Witwe ein Jahr später in einer ARD-Doku enthüllte.
- Die Staatsanwaltschaft Köln stellte das Todesermittlungsverfahren ein, nachdem Obduktion und toxikologisches Gutachten kein Fremdverschulden ergaben.
- Farvah Hajabi, die Witwe, sprach erstmals öffentlich über den Verlust und betonte, dass der Begriff 'Trauer' nicht ausreiche.
- Xatar war herzinfarktgefährdet und musste kurz vor seinem Tod schnell abnehmen, so sein bester Freund Samy.
- Der Rapper hinterlässt seine Frau und fünf Kinder; sein musikalisches Erbe wird von Kollegen wie SSIO, Farid Bang und Haftbefehl gewürdigt.
- Eine Petition fordert die Benennung einer Straße in Bonn nach Xatar, um sein kulturelles Erbe zu ehren.







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