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WM 2026: Ticketpreise explodieren, Iran droht mit Boykott, und Sepp Blatter feiert 90. Geburtstag

Wenige Wochen vor dem Anpfiff der ersten 48-Team-WM in Nordamerika eskalieren die Kontroversen um Kosten, Politik und die Rolle des Weltverbandes.

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WM 2026: Ticketpreise explodieren, Iran droht mit Boykott, und Sepp Blatter feiert 90. Geburtstag
Wenige Wochen vor dem Anpfiff der ersten 48-Team-WM in Nordamerika eskalieren die Kontroversen um Kosten, Politik und diCredit · LAOLA1

Die Fakten

  • Die WM 2026 wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen.
  • Ticketpreise erreichen bis zu 10.000 Dollar, Parkplätze in New Jersey kosten 2.000 Dollar pro Nacht.
  • Der Iran stellt Bedingungen für seine Teilnahme und kritisiert die FIFA wegen Einschüchterung.
  • Sepp Blatter, ehemaliger FIFA-Präsident, wird 90 Jahre alt und äußert den Wunsch nach Rehabilitation.
  • Der EuGH stärkt die Rechte von Sportlern gegen CAS-Urteile und erklärt FIFA-Transferregeln für teilweise unwirksam.
  • US-Präsident Donald Trump erhält einen eigens geschaffenen FIFA-Friedenspreis.
  • Die umstrittene FIFA-Klub-WM startet erstmals in Amerika.

Teuerste WM aller Zeiten: Tickets und Reisekosten außer Kontrolle

In rund sieben Wochen beginnt die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Bereits jetzt sorgt die Kostenexplosion für heftige Kritik: Tickets kosten bis zu 10.000 Dollar, in New Jersey werden für Parkplätze 2.000 Dollar pro Nacht verlangt. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind teuer, was die Stimmung unter den Fans trübt. Die Preise treiben viele Interessierte in die Verzweiflung. Ein Sprecher der örtlichen Verkehrsbetriebe räumte ein, dass die Tarife „deutlich über dem Üblichen“ lägen. Die FIFA verteidigt die Preisgestaltung mit Verweis auf die hohe Nachfrage und die einmalige Gelegenheit, eine WM in drei Ländern zu erleben.

Politische Spannungen: Iran stellt Bedingungen, Trump erhält Friedenspreis

Der iranische Fußballverband wirft der FIFA Einschüchterung vor und stellt Bedingungen für eine Teilnahme an der WM. Verbandschef Mehdi Taj sprach von „unfairem Druck“ und drohte mit einem Boykott, sollte die FIFA nicht einlenken. FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte hingegen, er habe „keinen Zweifel“, dass der Iran teilnehmen werde. Parallel dazu eskalieren die politischen Spannungen: US-Präsident Donald Trump wurde bei der WM-Auslosung mit einem eigens geschaffenen FIFA-Friedenspreis ausgezeichnet. Die Geste stößt international auf Kritik, da Trump gleichzeitig Zollandrohungen ausspricht, die Boykottforderungen auslösen. Die deutsche Bundesregierung blickt mit Sorge auf die WM in den USA.

Sepp Blatter wird 90: „Ich habe ein ruhiges Gewissen“

Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter feiert seinen 90. Geburtstag. Trotz jahrelanger Korruptionsvorwürfe und FIFA-Skandale betont Blatter: „Ich habe ein ruhiges Gewissen.“ Er wurde vor Gericht freigesprochen und äußerte nun einen letzten Wunsch an seinen ehemaligen Arbeitgeber: eine formelle Rehabilitation. Blatter prägte den Weltfußball über Jahrzehnte, sein Erbe bleibt jedoch umstritten. Die FIFA selbst hat sich bislang nicht zu seinen Äußerungen geäußert.

EuGH-Urteile: FIFA verliert im Streit um Transferregeln und CAS

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat zwei richtungsweisende Entscheidungen gefällt. Zum einen erklärte er bestimmte FIFA-Transferregeln für unvereinbar mit der EU-Freizügigkeit. Dies betrifft vor allem Ablösesummen und Wechselbeschränkungen, die nun überarbeitet werden müssen. Zum anderen stärkte der EuGH die Rechte von Sportlern gegen Urteile des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS). Künftig müssen Einspruche gegen CAS-Entscheidungen vor staatlichen Gerichten möglich sein. Auslöser war eine Klage des belgischen Fußballklubs Seraing. Die FIFA kündigte an, die Urteile zu prüfen.

Neue Regeln und umstrittene Formate: VAR, Club-WM und virtuelle Schatzkisten

Zur WM 2026 treten mehrere Regeländerungen in Kraft: Der Video-Assistent (VAR) erhält mehr Kompetenzen, Zeitverzögerungen werden strenger bestraft. Die FIFA hofft, so das Spiel flüssiger und fairer zu machen. Erstmals startet die umstrittene FIFA-Klub-Weltmeisterschaft in Amerika. Das Turnier war zuvor auf Kritik gestoßen, weil es den Spielplan überfrachte. Parallel dazu sorgt das FIFA-Online-Spiel für Aufsehen: Virtuelle Schatzkisten, die gegen Geld geöffnet werden, werden als Glücksspiel für Kinder kritisiert. Der Spielehersteller verdient dabei vor allem an den Verlierern.

Wirtschaftliche Folgen: Rewe beendet DFB-Partnerschaft, Sportradar-Aktie bricht ein

Der Rewe-Konzern beendet mit sofortiger Wirkung seine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Grund ist das Verbot der „One Love“-Armbinde bei der WM in Katar durch die FIFA. Rewe reagierte damit auf die Entscheidung des Weltverbandes, die als Eingriff in die Meinungsfreiheit gewertet wurde. An den Finanzmärkten sorgte eine Shortseller-Attacke auf den Sportdatenanbieter Sportradar für Aufsehen. Die Aktie brach ein, nachdem ein Investor massive Wetten auf fallende Kurse platziert hatte. Die FIFA steht indes vor eigenen finanziellen Herausforderungen: Die Kosten für die WM explodieren, und die Verhandlungen mit Indien und China über Übertragungsrechte stocken.

Ausblick: WM 2026 zwischen Begeisterung und Boykottdrohungen

Die erste WM mit 48 Mannschaften verspricht ein Spektakel zu werden, doch die Schattenseiten werden immer deutlicher. Während Kanada sich mit Begeisterung auf die Spiele vorbereitet, wächst in Europa die Skepsis. Deutsche Politiker äußern Sorgen um Sicherheit und Menschenrechte. Die FIFA steht vor der Herausforderung, ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Die jüngsten EuGH-Urteile und die anhaltenden Kontroversen um Infantino und Blatter zeigen, dass der Verband sich neu positionieren muss. Ob die WM 2026 ein sportliches Fest wird oder von politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen überschattet bleibt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Das Wichtigste

  • Die WM 2026 wird die teuerste aller Zeiten: Tickets bis 10.000 Dollar, Parkplätze für 2.000 Dollar pro Nacht.
  • Der Iran droht mit Boykott wegen angeblicher Einschüchterung durch die FIFA, während Trump einen FIFA-Friedenspreis erhält.
  • Sepp Blatter feiert 90. Geburtstag und fordert Rehabilitation; sein Erbe bleibt belastet.
  • Der EuGH erklärt FIFA-Transferregeln für teilweise rechtswidrig und stärkt Sportlerrechte gegen CAS-Urteile.
  • Neue WM-Regeln (mehr VAR-Befugnisse, härtere Strafen bei Zeitspiel) treten in Kraft; die Club-WM startet in Amerika.
  • Rewe beendet DFB-Partnerschaft wegen „One Love“-Armband-Verbots; Sportradar-Aktie bricht nach Shortseller-Attacke ein.
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