Freddy Burger mit Ehren-Prix Walo ausgezeichnet – Fauxpas bei Totenehrung überschattet Jubiläumsgala
Am 2. Mai 2026 feierte die Schweizer Showbranche im Kongresshaus Zürich den 50. Prix Walo, doch ein peinlicher Fehler sorgte für Aufsehen: Die noch lebende Kabarett-Legende Margrit Läubli wurde fälschlich als verstorben gezeigt.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Der 50. Prix Walo wurde am 2. Mai 2026 im Kongresshaus Zürich verliehen.
- Freddy Burger (80) erhielt den Ehren-Prix Walo für sein Lebenswerk.
- Margrit Läubli (98) wurde während der Totenehrung fälschlicherweise mit Todesdatum 17. Dezember 2019 eingeblendet.
- Prix-Walo-Präsidentin Monika Kälin (71) entschuldigte sich für den Fehler.
- Nik Hartmann (53) gewann den Publikumspreis.
- Zoë Më (25) wurde als beste Newcomerin ausgezeichnet.
- Die ESC-Crew der Basler Ausgabe erhielt den Preis in der Kategorie TV-Produktion.
- Linda Fäh (38) gewann in der Kategorie Schlager.
Ein Abend der Gegensätze: Jubiläum und peinlicher Fauxpas
Am Samstag, den 2. Mai 2026, versammelte sich die nationale Showprominenz im Kongresshaus Zürich zur 50. Verleihung des Prix Walo, dem renommiertesten Schweizer Entertainment-Preis. Die Stimmung war ausgelassen, doch ein Zwischenfall trübte die Feierlichkeiten: Während der Ehrung verstorbener Preisträger wurde ein Bild von Margrit Läubli (98) mit dem Todesdatum 17. Dezember 2019 eingeblendet – obwohl die Kabarett-Legende nach Informationen von Blick noch lebt. Prix-Walo-Präsidentin Monika Kälin (71) zeigte sich tief betroffen. «Das tut mir unfassbar leid», sagte sie nach der Gala. «Mir ist es nicht bewusst gewesen, dass dieses Bild reingerutscht ist. Und jenen, die es visioniert haben, denen ist es auch nicht bewusst gewesen. Darum möchten wir uns entschuldigen, das ist natürlich ein grosser Fehler.» Trotz des Fauxpas blieb die Grundstimmung positiv. «Hier ist die gesamte Showszene versammelt», sagte Musiker Stefan Buck (44), der mit seiner Band Hecht den zweiten Prix Walo in der Kategorie Pop/Rock-Band gewann. «Beim ersten Mal wollten wir eigentlich gar nicht kommen, weil wir schon so viele Shows gespielt haben und Ruhe brauchten. Aber Monika Kälin rief uns noch am Nachmittag vor der Gala an, als ich noch in der Badi war. Also haben wir Kinderbetreuung und alles organisiert und konnten am Abend unseren ersten Prix Walo entgegennehmen. Das war legendär.»
Freddy Burger: Ein Leben für die Musik und die Bühne
Der Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Ehren-Prix Walo an Freddy Burger (80). Der Unternehmer und Musikmanager wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Burger war unter anderem Manager von Udo Jürgens, dem Hazy Osterwald Sextett und Schauspieler Walter Roderer. 2011 erhielt er die Ehrenmedaille der Stadt Zürich. In seiner Dankesrede richtete sich Burger an seine Familie und seine «zweite Familie», seine Mitarbeitenden. «Ich durfte ein Leben leben, das andere in drei Leben nicht erleben können», sagte er mit Blick auf seine Karriere. Jeden Abend vor dem Einschlafen danke er dem Universum für das, was er erleben durfte, denn das sei nicht selbstverständlich. Und am Morgen, wenn er aufwache, bedanke er sich wieder – «für den neuen Tag, der auf mich zukommt.» Der Ehrenpreis krönt eine jahrzehntelange Karriere, die Burger zu einer der prägendsten Figuren der Schweizer Unterhaltungsbranche gemacht hat.
Publikumspreis und Newcomerin: Nik Hartmann und Zoë Më im Rampenlicht
Der Publikumspreis ging in diesem Jahr an Moderator Nik Hartmann (53), der ein Jahr nach seinem «Happy Day»-Vorgänger Röbi Koller (68) als Publikumsliebling ausgezeichnet wurde. Hartmann ist seit Jahren eine feste Grösse im Schweizer Fernsehen und wurde für seine langjährige Arbeit gewürdigt. In der Kategorie Newcomerin setzte sich Zoë Më (25) durch. Die Sängerin, die die Schweiz beim letztjährigen Eurovision Song Contest in Basel vertrat, zeigte sich überrascht und erfreut. «Jetzt ist meine Heimatstadt Fribourg Schweizer Meister im Hockey geworden, und jetzt bekomme ich diesen Preis. Ein schöner Zufall», sagte sie. Die ESC-Crew der Basler Ausgabe wurde zudem in der Kategorie TV-Produktion ausgezeichnet, was die enge Verbindung des Prix Walo zum internationalen Musikwettbewerb unterstreicht.
Schlagerkönigin Linda Fäh und die Premiere von Vincent Gross' Freundin
In der Kategorie Schlager wurde Linda Fäh (38) ausgezeichnet. Die ehemalige Miss Schweiz startete nach ihrem Titel eine Schlagerkarriere und sieht den Prix Walo als Bestätigung. «Eine tolle Würdigung und Bestätigung, dass ich nach meinem Miss-Schweiz-Titel eine gute Entscheidung getroffen habe und meine Schlagerkarriere lancierte», sagte sie. Nominiert in derselben Kategorie war auch der Basler Musiker Vincent Gross (29), der direkt aus Griechenland zur Gala anreiste. Er feierte eine Premiere: Zum ersten Mal zeigte er sich mit seiner Freundin Sara (23) auf dem roten Teppich. «Ich bin bei solchen Dingen immer sehr aufgeregt. Aber wenn ich Vincent mit dabei habe, ist es halb so schlimm», sagte Sara. Obwohl Gross den Preis nicht gewann, zeigte er sich gelassen: «Ich war zum ersten Mal für einen Preis in der Schweiz nominiert. Das bedeutet mir schon sehr viel.»
Ein Abend mit Tradition und Ausblick auf die Zukunft
Nach der Verleihung genossen die Gäste ein festliches Dinner mit Zürcher Kalbsrahmgeschnetzeltem und Semmelknödeln. Der Austausch zog sich bis weit nach Mitternacht hin. «Meist gehe ich erst um drei Uhr nach Hause», sagte Monika Kälin. «Und dann geht es gleich weiter mit der Planung der nächsten Ausgabe. Ganz nach dem Motto: Ewig Prix Walo!» Der Prix Walo wird seit 1974 jährlich verliehen. Ins Leben gerufen wurde er von Walo Linder, Musiker, Orchesterleiter und ehemaliger Unterhaltungschef von Radio Beromünster. In diesem Jahr wurden in zehn Kategorien Produktionen und Persönlichkeiten für ihre Leistungen im Jahr 2025 ausgezeichnet, nominiert von einer 40-köpfigen Fachjury. Die 50. Ausgabe zeigte einmal mehr die Bedeutung des Prix Walo für die Schweizer Unterhaltungsbranche – trotz des einen Patzers, der die Feierlaune nur kurz trübte.
Das Wichtigste
- Freddy Burger erhielt den Ehren-Prix Walo für sein Lebenswerk als Musikmanager und Unternehmer.
- Margrit Läubli wurde fälschlich als verstorben gezeigt; Präsidentin Monika Kälin entschuldigte sich.
- Nik Hartmann gewann den Publikumspreis, Zoë Më den Newcomer-Preis.
- Die ESC-Crew Basel wurde für die TV-Produktion ausgezeichnet.
- Linda Fäh siegte in der Kategorie Schlager, Vincent Gross war nominiert.
- Der Prix Walo feierte sein 50-jähriges Bestehen und wird seit 1974 verliehen.


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