Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Mann in Zürich positiv getestet
Ein Mann, der von einer Südamerika-Reise zurückkehrte, wurde in der Schweiz positiv auf ein Hantavirus getestet. Das Virus verbreitet sich auf einem Kreuzfahrtschiff.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Ein Mann wurde in der Schweiz positiv auf ein Hantavirus getestet.
- Er wurde im Universitätsspital Zürich (USZ) isoliert und behandelt.
- Das Hantavirus verbreitete sich auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius».
- Drei Passagiere, darunter eine Deutsche, starben auf dem Schiff.
- Die südamerikanische Andes-Variante des Virus kann sich von Mensch zu Mensch übertragen.
- Die WHO sucht nach 82 Passagieren eines Fluges aus St. Helena.
- Die Behörden auf den Kanarischen Inseln verweigern dem Schiff die Einreise.
Erster Hantavirus-Fall in der Schweiz nach Schiffs-Ausbruch
Ein Mann, der von einer Kreuzfahrt in Südamerika zurückgekehrt ist, wurde in der Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet. Er befindet sich im Universitätsspital Zürich (USZ) in Isolation. Auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» war es zuvor zu einem Ausbruch der Krankheit gekommen, der mehrere Todesfälle forderte. Der Patient suchte das Spital auf, nachdem er von einem Ausbruch auf dem Schiff informiert worden war. Sein Zustand wird im USZ als stabil beschrieben. Die auf dem Schiff aufgetretene südamerikanische Andes-Variante des Hantavirus gilt als besonders gefährlich. Eine spezifische Behandlung gegen das Virus existiert nicht, und die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa einem Drittel der Betroffenen. Der Mann war Ende April mit seiner Frau auf Reisen, bevor das Schiff unter Quarantäne gestellt wurde und der Ausbruch international bekannt wurde. Erst nach dem Auftreten von Symptomen suchte er ärztliche Hilfe. Seine Frau zeigt keine Symptome und befindet sich in Selbstisolation.
Das Kreuzfahrtschiff «Hondius» und die Ausbreitung des Virus
Das Kreuzfahrtschiff «Hondius» lag vor Kap Verde vor Anker, nachdem das Virus an Bord festgestellt worden war. Drei Menschen, darunter eine 78-jährige Deutsche aus Passau, starben bisher an den Folgen des Hantavirus. Ein erster Passagier aus den Niederlanden war bereits am 11. April von Bord gegangen, flog nach Johannesburg und verstarb dort am 26. April. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass es auf dem Schiff zu Ansteckungen von Mensch zu Mensch gekommen ist. Dies ist eine seltene, aber bei der Andes-Variante des Hantavirus mögliche Übertragungsform. Normalerweise wird das Virus durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen. Passagiere und Besatzung wurden mit maximaler räumlicher Distanz in ihren Kabinen isoliert. Nach Abschluss der Evakuierung sollte das Schiff Kurs auf die Kanarischen Inseln nehmen.
Suche nach Kontaktpersonen und Ablehnung durch die Kanaren
Die WHO sucht dringend nach 82 Passagieren eines Fluges der südafrikanischen Airline Airlink von St. Helena nach Johannesburg. Diese Passagiere könnten sich auf dem Flug mit dem Hantavirus angesteckt haben und das Virus nun weiter verbreiten. Die Behörden auf den Kanarischen Inseln, insbesondere der Präsident Fernando Clavijo, lehnen die geplante Ankunft des Schiffes ab. Clavijo kritisierte, dass nicht genügend Informationen übermittelt worden seien und er könne nicht zulassen, dass das Schiff dort einläuft. Er kündigte Gespräche mit dem spanischen Ministerpräsidenten an. Die kantonalen Behörden in der Schweiz klären derzeit ab, ob der positiv getestete Patient während seiner Krankheit Kontakt zu weiteren Personen hatte. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stuft das Risiko weiterer Fälle in der Schweiz als gering ein.
Hantaviren: Übertragung und Risiken
Hantaviren werden in der Regel durch den Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere wie Mäusen auf den Menschen übertragen. Sie lösen meist schwere Atemwegserkrankungen aus, die mit Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und Atemnot einhergehen können. Die auf dem Schiff aufgetretene südamerikanische Andes-Variante ist besonders gefährlich, da sie sich unter bestimmten Umständen auch von Mensch zu Mensch übertragen kann. Dies ist bei anderen Hantavirus-Stämmen, die in der Schweiz vorkommen, nicht der Fall. Die Übertragung von Mensch zu Mensch gilt als schlecht, wurde aber auf dem Schiff vermutet. Die Gefahr einer Ansteckung im Universitätsspital Zürich oder durch die Ehefrau des Patienten wird als gering eingeschätzt. Das BAG verzeichnet in der Schweiz selten Hantavirus-Fälle, meist mit Ansteckungen im Ausland.
Seltene Fälle in der Schweiz, aber stetige globale Bedrohung
In der Schweiz werden pro Jahr nur zwischen 0 und 6 Hantavirus-Fälle gemeldet. Die überwiegende Mehrheit dieser Fälle ist auf Ansteckungen im Ausland zurückzuführen. Der aktuelle Fall in Zürich unterstreicht die Notwendigkeit der Wachsamkeit, insbesondere nach Reisen in Regionen, in denen Hantaviren verbreitet sind. Die Situation auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» zeigt die potenziellen Risiken globaler Mobilität. Eine Infektionskrankheit, die auf einem Schiff ausbricht, kann sich schnell über verschiedene Länder und Kontinente verbreiten, wie die Suche der WHO nach Flugpassagieren verdeutlicht. Die internationale Gemeinschaft, vertreten durch die WHO und nationale Gesundheitsbehörden, arbeitet daran, die Ausbreitung einzudämmen und Kontaktpersonen zu identifizieren. Die Ablehnung des Schiffes durch die Kanarischen Inseln wirft zudem Fragen der maritimen Gesundheitspolitik und der internationalen Koordination auf.
Das Wichtigste
- Ein Mann wurde in der Schweiz positiv auf ein Hantavirus getestet, nachdem er von einer Kreuzfahrt in Südamerika zurückgekehrt war.
- Das Virus, eine südamerikanische Andes-Variante, verursachte einen tödlichen Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius».
- Die Andes-Variante kann sich unter bestimmten Umständen von Mensch zu Mensch übertragen, was auf dem Schiff vermutet wird.
- Die WHO sucht aktiv nach Passagieren eines Fluges, die potenziell mit dem Virus in Kontakt kamen.
- Die Behörden der Kanarischen Inseln haben dem Schiff die Einreise verweigert, was die komplexen internationalen Reaktionen auf solche Ausbrüche verdeutlicht.
- Hantavirus-Fälle sind in der Schweiz selten, meist sind sie auf Auslandaufenthalte zurückzuführen.


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