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Mangel an Plätzen in Heimen gefährdet Dutzende Minderjährige in der Romandie

In Genf übernachten monatlich bis zu 20 Minderjährige im Spital, in Freiburg warten 70 gefährdete Kinder auf einen Platz – das System ist überlastet.

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Mangel an Plätzen in Heimen gefährdet Dutzende Minderjährige in der Romandie
In Genf übernachten monatlich bis zu 20 Minderjährige im Spital, in Freiburg warten 70 gefährdete Kinder auf einen PlatzCredit · rts.ch

Die Fakten

  • In Genf schlafen monatlich bis zu 20 Minderjährige im Spital, weil keine Heimplätze verfügbar sind.
  • In Freiburg warten 70 gefährdete Kinder auf einen Platz in einem Heim.
  • Der Podcast 'Nous autres' dokumentiert den Fall von Loren, der die Systemmängel exemplarisch zeigt.
  • Die Kantone sind gezwungen, unzureichende Lösungen wie Spitalunterkünfte zu nutzen.
  • Die Situation betrifft die gesamte französischsprachige Schweiz (Romandie).
  • Die Behörden stehen unter Druck, die Unterbringung gefährdeter Minderjähriger zu verbessern.

Notlösung Spital: Minderjährige ohne Schutz

In der Romandie fehlt es an Plätzen in Heimen für gefährdete Minderjährige. In Genf sind monatlich bis zu 20 Kinder und Jugendliche betroffen, die mangels Alternativen im Spital übernachten müssen. In Freiburg warten 70 Kinder in prekären Situationen auf einen Platz in einer geeigneten Einrichtung. Die Kantone sind gezwungen, auf unzureichende Lösungen zurückzugreifen. Die Unterbringung in Spitälern ist nicht auf die Bedürfnisse von Minderjährigen in Gefahrensituationen ausgelegt. Die Behörden erkennen das Problem an, können aber kurzfristig keine Abhilfe schaffen.

Der Fall Loren: Ein Beispiel für die Krise

Der Podcast 'Nous autres' hat den Fall von Loren dokumentiert, der die strukturellen Defizite des Systems verdeutlicht. Loren ist einer von vielen Minderjährigen, die auf einen geschützten Platz warten, aber aufgrund der Überlastung der Heime nicht untergebracht werden können. Seine Geschichte zeigt, wie die Lücken im System konkrete Auswirkungen auf das Leben junger Menschen haben. Die Verantwortlichen in den Kantonen sind sich der Dringlichkeit bewusst, doch die Umsetzung von Lösungen stockt.

Kantone in der Sackgasse: Keine schnellen Lösungen

Die Kantone Genf und Freiburg stehen exemplarisch für ein Problem, das die gesamte Romandie betrifft. Die Nachfrage nach Plätzen in Heimen übersteigt das Angebot bei weitem. In Genf führt dies dazu, dass jeden Monat bis zu 20 Minderjährige im Spital untergebracht werden müssen – eine Notlösung, die weder kindgerecht noch nachhaltig ist. In Freiburg ist die Lage ähnlich dramatisch: 70 Kinder, die als gefährdet gelten, warten auf einen Platz. Die Behörden arbeiten an neuen Konzepten, aber die Umsetzung benötigt Zeit und Ressourcen, die derzeit nicht ausreichen.

Hintergrund: Warum die Heime überlastet sind

Die Überlastung der Heime hat mehrere Ursachen. Einerseits steigt die Zahl der Minderjährigen, die aufgrund von Vernachlässigung, Misshandlung oder anderen Gefährdungen aus ihren Familien genommen werden müssen. Andererseits wurden in den letzten Jahren kaum neue Plätze geschaffen. Die Kantone stehen vor der Herausforderung, sowohl die Prävention zu stärken als auch die Kapazitäten in den Heimen auszubauen. Ohne zusätzliche finanzielle Mittel und Personal wird sich die Situation jedoch weiter verschärfen.

Ausblick: Was jetzt passieren muss

Die Kantone sind gefordert, schnell zu handeln. Kurzfristig müssen Übergangslösungen gefunden werden, um die betroffenen Minderjährigen nicht länger in Spitälern unterbringen zu müssen. Mittelfristig ist der Ausbau der Heimplätze unerlässlich. Der Fall Loren und die Zahlen aus Genf und Freiburg machen deutlich, dass das System an seine Grenzen gestoßen ist. Die Politik muss nun die nötigen Schritte einleiten, um den Schutz gefährdeter Kinder und Jugendlicher zu gewährleisten. Andernfalls droht die Krise sich weiter zu verschärfen.

Das Wichtigste

  • In Genf übernachten monatlich bis zu 20 Minderjährige im Spital, weil Heimplätze fehlen.
  • In Freiburg warten 70 gefährdete Kinder auf einen Platz in einem Heim.
  • Der Podcast 'Nous autres' dokumentiert den Fall Loren als Beispiel für die Systemmängel.
  • Die Kantone sind gezwungen, unzureichende Notlösungen wie Spitalunterkünfte zu nutzen.
  • Die Überlastung der Heime betrifft die gesamte Romandie und erfordert dringend politische Maßnahmen.
  • Ohne zusätzliche Ressourcen und einen Ausbau der Plätze wird sich die Krise weiter zuspitzen.
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