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FC Barcelona zieht sich aus Super-League-Projekt zurück – nur noch Real Madrid und Juventus übrig

Nach dem Rückzug von Juventus Turin und dem Stopp der UEFA-Verfahren gegen die drei Gründungsclubs bleibt von der umstrittenen europäischen Super League kaum noch etwas übrig.

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FC Barcelona zieht sich aus Super-League-Projekt zurück – nur noch Real Madrid und Juventus übrig
Nach dem Rückzug von Juventus Turin und dem Stopp der UEFA-Verfahren gegen die drei Gründungsclubs bleibt von der umstriCredit · BBC

Die Fakten

  • FC Barcelona steigt aus dem Super-League-Projekt aus, wie der Club bestätigte.
  • Juventus Turin hatte zuvor bereits seinen Rückzug aus dem Projekt erklärt.
  • Der Europäische Gerichtshof entschied, dass FIFA und UEFA Clubs den Beitritt zur Super League nicht verbieten dürfen.
  • Die UEFA verfolgt das Verfahren gegen Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin nicht mehr.
  • Die ECA nahm neun der zwölf Gründerclubs wieder auf; Barcelona, Real Madrid und Juventus blieben ausgeschlossen.
  • Das Schweizer Justizministerium sieht keine Strafbefugnisse der UEFA gegen die Betreiber der Super League.
  • UEFA-Chef Dreesen kritisierte Real Madrid und bekräftigte die ablehnende Haltung des FC Bayern.

Barcelona kehrt dem Projekt den Rücken

Der FC Barcelona hat seinen Austritt aus der geplanten europäischen Super League erklärt. Noch im Oktober hatte Präsident Joan Laporta das stark in die Kritik geratene Projekt neu beleben wollen. Nun nimmt auch der katalanische Club Abstand von der umstrittenen Liga. Damit bleiben von den ursprünglich zwölf Gründungsmitgliedern nur noch Real Madrid und Juventus Turin als offizielle Befürworter übrig. Juventus hatte bereits zuvor seinen Rückzug bestätigt. Die Super League, die als Konkurrenz zur Champions League gedacht war, verliert damit ihre letzten prominenten Unterstützer.

Gerichtliche Entscheidungen und UEFA-Reaktionen

Der Europäische Gerichtshof hatte zuvor geurteilt, dass die FIFA und die UEFA den Vereinen nicht verbieten können, der Super League beizutreten. Dieses Urteil schien dem Projekt zunächst neuen Auftrieb zu geben. Doch die UEFA reagierte umgehend: Sie schlug vor, die drei Clubs Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin für zwei Jahre von allen europäischen Wettbewerben auszuschließen. Parallel dazu stellte die UEFA das Verfahren gegen die drei „Sünder“ ein. Die European Club Association (ECA) nahm neun der zwölf Gründerclubs wieder auf – nur Barcelona, Real Madrid und Juventus blieben außen vor. Das Schweizer Justizministerium erklärte zudem, dass die UEFA keine Strafbefugnisse gegen die Betreiber der Super League habe.

Klopp sieht Positives, Dreesen kritisiert Real Madrid

In der Premier League stößt die Super-League-Idee weiterhin auf Ablehnung. Liverpools Trainer Jürgen Klopp äußerte sich jedoch differenziert: Er sehe auch positive Aspekte an dem neuen Wettbewerb. Konkrete Details nannte er nicht. Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen untermauerte die ablehnende Haltung des FC Bayern und kritisierte Real Madrid scharf. „Real Madrid versucht, die europäischen Wettbewerbe zu destabilisieren“, sagte Dreesen. Der FC Bayern hatte sich von Anfang an gegen die Super League positioniert.

Toni Kroos als Befürworter – und Laportas Milliardenplan

Real-Madrid-Spieler Toni Kroos zeigte sich überraschend als Fan der Super League. Er sehe große Vorteile und erwarte, dass sich zuletzt uninteressierte Clubs dem Projekt zuwenden würden. Kroos’ Aussagen stehen im Kontrast zur allgemeinen Ablehnung in der Fußballwelt. Barcelonas Präsident Joan Laporta verfolgt unterdessen ein ehrgeiziges Projekt namens „Espai Barça“, mit dem er 1,5 Milliarden Euro in den Club pumpen will. Dieses Vorhaben könnte die finanziellen Probleme des Clubs lindern, die auch eine Triebfeder für das Super-League-Engagement waren.

UEFA schüttet Milliarden aus – Pleitegeier profitieren

Die UEFA plant, über fünf Milliarden Euro an die Teilnehmer der europäischen Wettbewerbe auszuschütten. Dabei erhalten die sogenannten Pleitegeier – Clubs mit hohen Schulden – die höchsten Zuschüsse. Diese Summen sollen die Attraktivität der Champions League im Vergleich zur Super League steigern. Der CEO der Europäischen Super League hatte zuvor Pläne zur Wiederbelebung des Wettbewerbs bestätigt. Doch mit dem Rückzug Barcelonas und Juventus’ sowie der fehlenden Unterstützung aus England und Deutschland scheint das Projekt vorerst gescheitert.

Ausblick: Was bleibt von der Super League?

Die Super League, die im April 2021 mit großer Ankündigung startete, ist faktisch am Ende. Von zwölf Gründungsclubs sind nur noch Real Madrid und Juventus Turin übrig – und selbst diese halten offiziell an dem Projekt fest, ohne konkrete Schritte zu unternehmen. Die UEFA hat ihre Position gestärkt: Die Ausschüttung von Milliardenbeträgen und die Wiederaufnahme der meisten Rebellen in die ECA zeigen, dass der etablierte Fußballzirkel seine Macht behaupten kann. Ob Real Madrid und Juventus allein eine neue Liga auf die Beine stellen können, ist mehr als fraglich. Die Idee einer europäischen Super League dürfte vorerst Geschichte sein.

Das Wichtigste

  • Der FC Barcelona und Juventus Turin haben sich aus der Super League zurückgezogen; nur Real Madrid hält noch offiziell am Projekt fest.
  • Der Europäische Gerichtshof urteilte, dass FIFA und UEFA Clubs den Beitritt zur Super League nicht verbieten dürfen, doch die UEFA konterte mit Ausschlussdrohungen und Milliardenausschüttungen.
  • Die ECA nahm neun der zwölf Gründerclubs wieder auf; Barcelona, Real Madrid und Juventus blieben ausgeschlossen.
  • Das Schweizer Justizministerium erkennt keine Strafbefugnisse der UEFA gegen die Super-League-Betreiber an.
  • Bayern-Vorstand Dreesen und Liverpool-Trainer Klopp äußerten sich kritisch bis ambivalent zur Super League.
  • Barcelonas Präsident Laporta treibt parallel das 1,5-Milliarden-Euro-Projekt 'Espai Barça' voran.
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