Xatars Witwe spricht erstmals über Todesursache: Herzstillstand
Ein Jahr nach dem unerwarteten Tod des Rappers Giwar Hajabi enthüllt eine ARD-Dokumentation die Umstände seines Ablebens und zeichnet sein Leben zwischen Goldraub und musikalischem Erfolg nach.
SWITZERLAND —
Die Fakten
- Giwar Hajabi, bekannt als Xatar, starb am 7. Mai 2025 im Alter von 43 Jahren in seiner Kölner Wohnung.
- Seine Ehefrau Farvah Hajabi gibt als Todesursache Herzstillstand an.
- 2011 verurteilte das Landgericht Stuttgart Xatar zu acht Jahren Haft wegen eines Goldraubs in Millionenhöhe.
- Die ARD-Dokumentation 'XATAR – Ein Leben ist nicht genug' ist seit dem 1. Mai in der Mediathek verfügbar.
- Der 1Live-Podcast 'XATAR – Legacy' mit Miriam Davoudvandi und Daniel Slump vertieft die TV-Dokuserie in sechs Episoden.
- Xatar wurde in der iranischen Provinz Kurdistan geboren und erlebte als Kleinkind die Festnahme seiner Familie durch das irakische Militär.
Ein Jahr nach dem Tod: Die Wahrheit über Xatars letzte Stunden
Am 7. Mai 2025 fand man Giwar Hajabi, den Rapper Xatar, tot in seiner Wohnung in Köln. Er wurde 43 Jahre alt. Ein Jahr lang blieb die Todesursache unbekannt. Nun bricht seine Witwe Farvah Hajabi das Schweigen: Ihr Mann starb an Herzstillstand. Die Enthüllung erfolgt in der ARD-Dokumentation 'XATAR – Ein Leben ist nicht genug', die seit dem 1. Mai in der Mediathek abrufbar ist. Die Dreharbeiten begannen noch zu Lebzeiten des Künstlers. Neben Farvah Hajabi kommen Weggefährten wie Apache 207, Moritz Bleibtreu, SSIO und Farid Bang zu Wort.
Vom Goldraub zum Gangsterimage: Xatars kriminelle Karriere
Xatar war eine der prägendsten und umstrittensten Figuren des Deutschraps. Sein kriminelles Image machte er zu seinem Markenzeichen. 2011 verurteilte ihn das Landgericht Stuttgart zu acht Jahren Haft wegen eines Goldraubs in Millionenhöhe. Der Raub und die anschließende Flucht wurden zu Legenden. Doch Xatar war mehr als nur ein Gangsterrapper. Er träumte groß, wie seine Frau in der Doku betont. 'Er wollte mehr. Endlich raus aus der Armut. Ein erfülltes Leben', sagt sie. Seine Investitionen waren waghalsig, sein Wille ungebrochen.
Flucht und Folter: Die traumatische Kindheit in Kurdistan
Geboren in der iranischen Provinz Kurdistans, erlebte Xatar als Kleinkind die Festnahme seiner Familie durch das irakische Militär. Seine Eltern waren Freiheitskämpfer. Die Folge: Gefängnis und Folter. In Interviews sagte Hajabi immer wieder, dass er diese Bilder nie habe vergessen können. Das Rote Kreuz rettete die Familie und half ihnen, Asyl in Bonn zu finden. Im Stadtteil Brüser Berg, inmitten von Sozialbauten, geriet Xatar schnell in einen Kreislauf aus Drogenhandel und illegalen Geschäften. Der Vater verließ die Familie, die Mutter arbeitete, um die Kinder zu versorgen. Auf dem Gymnasium galt er als Außenseiter – 'der Asi', wie er selbst sagte. Soziale Armut und das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, trieben ihn in die Kriminalität. Die Musik war stets sein Begleiter.
Ein Leben ist nicht genug: Die Dokumentation und ihre Protagonisten
Die ARD-Dokumentation 'XATAR – Ein Leben ist nicht genug' beleuchtet die Person hinter dem öffentlichen Bild. Neben Farvah Hajabi und Manager Tobi erzählen enge Freunde wie SSIO und Samy von den Jugendjahren am Brüser Berg, den ersten musikalischen Schritten und einer Liebe, die früh auf die Probe gestellt wurde. Aufnahmen aus der Elbphilharmonie zeigen Xatar bei einem seiner letzten Auftritte – elf Monate vor seinem Tod. Der 1Live-Podcast 'XATAR – Legacy' vertieft die Dokumentation in sechs Episoden. Die Hosts Miriam Davoudvandi und Daniel Slump zeichnen den Weg von den Anfängen in Kurdistan über die Zeit in Bonn bis zum Aufstieg an die Spitze und seinem Tod nach.
Identifikationsfigur für Migranten: Xatars bleibende Bedeutung
Besonders für migrantische Gruppen galt Xatar als Identifikationsfigur. Sein Aufstieg aus ärmlichen Verhältnissen, seine kriminelle Vergangenheit und sein späterer Erfolg sprachen viele an. Er war eine der prägendsten und gleichzeitig umstrittensten Figuren des Deutschraps. Sein Tod erschütterte die deutsche Hip-Hop-Welt. In wenigen Tagen jährt sich sein Todestag zum ersten Mal. Die Dokumentation und der Podcast bieten nun die Gelegenheit, das Leben und Wirken von Giwar Hajabi neu zu betrachten – jenseits von Klischees und Vorurteilen.
Was bleibt: Xatars Erbe zwischen Musik und Mythos
Xatar übersetzt aus dem Kurdischen 'Gefahr'. Diesen Namen trug er mit Stolz. Sein Leben war eine Aneinanderreihung von Extremen: Goldraub, Haft, Flucht, musikalischer Erfolg und ein plötzlicher Tod. Seine Witwe Farvah betont, dass er immer nach mehr strebte. Die Dokumentation 'XATAR – Ein Leben ist nicht genug' und der Podcast 'XATAR – Legacy' sichern sein Erbe. Sie zeigen einen Menschen, der trotz aller Widersprüche eine tiefe Sehnsucht nach einem erfüllten Leben hatte. Ob als Gangsterrapper oder als Familienvater – Xatar bleibt eine Figur, die polarisiert und fasziniert.
Das Wichtigste
- Xatar starb am 7. Mai 2025 an Herzstillstand, wie seine Witwe Farvah Hajabi in der ARD-Dokumentation bestätigt.
- Die Dokumentation 'XATAR – Ein Leben ist nicht genug' und der Podcast 'XATAR – Legacy' zeichnen sein Leben von der Kindheit in Kurdistan bis zum Tod nach.
- Xatar wurde 2011 wegen Goldraubs zu acht Jahren Haft verurteilt, was sein Gangsterimage prägte.
- Für migrantische Gruppen war Xatar eine Identifikationsfigur, sein Tod erschütterte die deutsche Hip-Hop-Szene.
- Die Dreharbeiten zur Dokumentation begannen bereits zu Lebzeiten Xatars, Weggefährten wie Apache 207 und SSIO kommen zu Wort.
- Xatars Kindheit war geprägt von Flucht, Folter und sozialer Armut, was ihn in die Kriminalität trieb.






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