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Jürgen Vogel spricht über sieben Kinder von vier Frauen und seine schwierige Kindheit

Der Schauspieler gewährt im rbb-Podcast „Alles anders“ Einblicke in sein turbulentes Privatleben und erklärt, warum ihm ein harmonisches Familienleben so wichtig ist.

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Jürgen Vogel spricht über sieben Kinder von vier Frauen und seine schwierige Kindheit
Der Schauspieler gewährt im rbb-Podcast „Alles anders“ Einblicke in sein turbulentes Privatleben und erklärt, warum ihm Credit · Joyn

Die Fakten

  • Jürgen Vogel hat sieben Kinder von vier Frauen.
  • Seine erste Tochter Maria wurde 1988 mit seiner damaligen Freundin Ulrike geboren.
  • Mit seiner Ex-Frau Madeleine Sommerfeld hat er Tochter Emma (1999) und adoptierte deren Söhne Ritchie und Giacomo.
  • Mit Michelle Gornick bekam er 2009 einen Sohn.
  • Seit 2019 ist er mit Natalia Belitski verlobt, mit der er zwei Töchter hat.
  • Vogel wuchs im Hamburger Rotlichtmilieu auf, erlebte Armut, Drogen und häusliche Gewalt.
  • Mit 13 kam er bei einer Sozialarbeiterin unter, mit 15 verließ er sein Elternhaus.
  • Am 5. Mai 2024 war Vogel Gast in der ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas?“ – bereits sein 22. Auftritt.

Ein offenes Wort über das Familienleben

Jürgen Vogel, einer der profiliertesten deutschen Schauspieler, hat in einem Interview mit dem rbb-Podcast „Alles anders“ erstmals detailliert Einblick in sein Privatleben gegeben. Der 56-Jährige ist Vater von sieben Kindern von vier verschiedenen Frauen – und betont, dass dieses Modell trotz aller Komplexität funktioniert. „Ich hab‘ tolle, gesunde Kinder, ich bin mit allen Müttern gut. Wir können alle Feste zusammen feiern. Wenn Kindergeburtstag ist, kommen alle Mütter“, sagte Vogel. Diese Harmonie steht in scharfem Kontrast zu seiner eigenen Kindheit, die von Gewalt und Vernachlässigung geprägt war. „Jedes Weihnachten war ein Albtraum“, erinnert er sich. Streit und häusliche Gewalt seien an der Tagesordnung gewesen, und er habe Angst vor seinem Vater gehabt.

Vom Rotlichtmilieu zum Erfolgsschauspieler

Vogels Eltern stammten aus dem Hamburger Rotlichtmilieu, seine Kindheit war von Armut, Drogen und häuslicher Gewalt überschattet. Bereits mit 13 Jahren kam er bei einer Sozialarbeiterin unter, mit 15 verließ er sein Elternhaus endgültig. Trotz dieser schwierigen Startbedingungen schaffte er den Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Schauspieler des deutschen Kinos. Seinen Durchbruch feierte er 1992 in Sönke Wortmanns „Kleine Haie“, wofür er den Bayerischen Filmpreis erhielt. Es folgten über 100 Produktionen, darunter intensive Dramen wie „Die Welle“ und „Der freie Fall“, für den er mit dem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnet wurde, sowie Komödien wie „Keinohrhasen“ und „Wo ist Fred?“. Auch in Improvisationsformaten wie „Schillerstraße“ und „Klein gegen Groß“ zeigte er sein Talent.

Der Wunsch nach einem anderen Familienbild

Vogel betont, dass sein eigenes Familienmodell bewusst ein Gegenentwurf zu seiner Herkunftsfamilie sei. „Ich wollte irgendwie ein anderes Bild schaffen in meinem Kopf“, sagte er. „Dadurch, dass du dein Kind anders behandelst und es anders groß wird, kriegst du ein Stück von dem zurück, was du nicht hattest.“ Er ergänzte: „Das merke ich auch mit meinen Kindern jetzt. Wie gut es tut, ein gutes Verhältnis mit seinen Kindern zu haben. Wirklich da zu sein als Vater.“ Sein erstes Kind, Tochter Maria, bekam er 1988 mit seiner damaligen Freundin Ulrike. Nach der Trennung heiratete er die Designerin Madeleine Sommerfeld, mit der er Tochter Emma (1999) bekam und deren Söhne Ritchie und Giacomo adoptierte. „Die haben zwar einen anderen Erzeuger, ich habe sie aber großgezogen. Das war auch vor allem der Wunsch der Kinder“, erklärte er im Podcast.

Die aktuelle Familie und öffentliche Auftritte

Mit der Kamera- und Regieassistentin Michelle Gornick bekam Vogel 2009 einen Sohn. Seit 2019 ist er mit seiner Schauspielkollegin Natalia Belitski (40) verlobt, mit der er zwei kleine Töchter hat. Die Patchwork-Familie mit sieben Kindern von vier Frauen sorgt in den sozialen Medien für Diskussionen, wobei einige Fans das Modell als „wenig reflektiert“ kritisieren. Am 5. Mai 2024 war Vogel gemeinsam mit Christoph Maria Herbst Gast in der ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas?“. Es war bereits sein 22. Auftritt in der Sendung. Herbst, bekannt aus der Serie „Stromberg“, hält mit 27 Besuchen den Rekord. Die Show wird montags bis freitags um 18:00 Uhr im Ersten ausgestrahlt und ist einen Monat in der ARD-Mediathek abrufbar.

Ein Leben zwischen Leinwand und Privatsphäre

Vogel, der in den 1990er-Jahren mit Filmen wie „Das Leben ist eine Baustelle“ und „Die Welle“ bekannt wurde, hat sich stets geweigert, sein Privatleben vollständig hinter sich zu lassen. Seine Kindheitserfahrungen haben ihn geprägt, und er nutzt seine öffentliche Plattform, um über Themen wie Familienharmonie und Verantwortung zu sprechen. Neben der Schauspielerei ist er auch als Produzent und Drehbuchautor tätig. Seine Vielseitigkeit zeigt sich in Formaten wie „Schillerstraße“, wo er Improvisationstalent bewies, oder in der Quizshow „Wer weiß denn sowas?“, wo er regelmäßig sein Allgemeinwissen unter Beweis stellt.

Ausblick: Was bleibt von Vogels Geschichte?

Vogels Offenheit im Podcast hat eine breite Diskussion über alternative Familienmodelle und die Bedeutung von Vergebung und Neuanfang angestoßen. Seine Botschaft, dass man aus schwierigen Verhältnissen ausbrechen und ein erfülltes Leben führen kann, findet bei vielen Zuschauern Anklang. Die Debatte über sein Familienmodell zeigt jedoch auch, dass traditionelle Vorstellungen von Familie in der Gesellschaft tief verwurzelt sind. Vogel selbst scheint sich davon nicht beirren zu lassen: Er lebt vor, dass Patchwork-Familien funktionieren können, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Das Wichtigste

  • Jürgen Vogel hat sieben Kinder von vier Frauen und pflegt ein harmonisches Verhältnis zu allen Müttern.
  • Seine eigene Kindheit war von Armut, Gewalt und Drogen geprägt; mit 13 kam er zu einer Sozialarbeiterin.
  • Er sieht sein Familienmodell als bewussten Gegenentwurf zu seiner Herkunftsfamilie.
  • Vogel ist seit den 1990er-Jahren ein erfolgreicher Schauspieler mit über 100 Film- und Fernsehproduktionen.
  • Am 5. Mai 2024 war er zum 22. Mal Gast in der ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas?“.
  • Seine Offenheit hat eine öffentliche Diskussion über Patchwork-Familien und Kindheitstraumata ausgelöst.
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