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Merz klettert auf Rang 19, bleibt aber im Keller des Insa-Politikerrankings

Der Kanzler verbessert sich leicht, während Jens Spahn auf den letzten Platz fällt und Heidi Reichinnek zur Aufsteigerin der Woche wird.

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Merz klettert auf Rang 19, bleibt aber im Keller des Insa-Politikerrankings
Der Kanzler verbessert sich leicht, während Jens Spahn auf den letzten Platz fällt und Heidi Reichinnek zur AufsteigerinCredit · WELT

Die Fakten

  • Boris Pistorius bleibt mit 50,5 Punkten Platz eins im Insa-Ranking.
  • Friedrich Merz steigt von Platz 20 auf 19, erreicht aber nur 28,6 Punkte.
  • Jens Spahn fällt auf den letzten Platz (Rang 20) mit 28,3 Punkten.
  • Heidi Reichinnek klettert von Rang 16 auf 12 und ist Aufsteigerin der Woche.
  • Franziska Brantner fällt von Platz 12 auf 16 zurück.
  • Cem Özdemir liegt auf Platz zwei mit 41,7 Punkten, Hendrik Wüst und Markus Söder teilen sich Platz drei mit je 40,0 Punkten.

Pistorius thront, Merz müht sich

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bleibt mit 50,5 Punkten unangefochtener Spitzenreiter im aktuellen Insa-Politikerranking für die Bild. Er legte im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte zu und festigt seinen ersten Platz vor Cem Özdemir (Grüne, 41,7 Punkte) sowie den Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) und Markus Söder (CSU), die beide auf 40,0 Punkte kommen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kann sich immerhin um einen Rang verbessern – von Platz 20 auf 19 –, doch sein Punktwert von 28,6 bleibt schwach. Er liegt damit nur knapp über dem neuen Schlusslicht Jens Spahn (CDU), der auf 28,3 Punkte abrutschte. Merz‘ Positionierung im unteren Drittel des Rankings spiegelt die anhaltende Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit wider.

Aufsteigerin Reichinnek, Absteigerin Brantner

Die auffälligste Bewegung der Woche vollzieht Heidi Reichinnek von der Linken: Sie klettert von Rang 16 auf Platz 12 und gewinnt einen Punkt hinzu. Vor einem Jahr, im April 2025, lag sie mit 37,4 Punkten sogar auf Rang sieben und war damals die beliebteste Politikerin im Ranking. Ihr aktueller Aufschwung fällt in eine Phase, in der die Linke bundesweit an Zustimmung gewinnt. Deutlich nach unten geht es für Franziska Brantner (Grüne), die von Platz 12 auf Rang 16 zurückfällt. Auch Alexander Dobrindt (CSU), Carsten Linnemann (CDU) und Wolfgang Kubicki (FDP) verlieren an Boden. Kubicki, der als Neueinsteiger auf Platz fünf lag, rutscht ab – ein Zeichen dafür, dass seine durch die Kandidatur um den FDP-Vorsitz gewonnene Popularität nicht von Dauer ist.

Regierungskoalition unter Druck

Die schwachen Werte von Merz und der Absturz von Spahn sind Ausdruck einer tiefen Krise der schwarz-roten Koalition. CDU/CSU und SPD finden keinen gemeinsamen Ansatz, um das Land zu reformieren; stattdessen arbeiten sich die Regierungsparteien aneinander ab. Dem Kanzler fehlt es an Souveränität, um die Lage zu befrieden, wie ein Kommentator der Zeitschrift Cicero anmerkt. Die Unzufriedenheit mit der Regierung wächst, was sich auch in den Umfragen niederschlägt. Während Merz‘ Wert sich nur marginal verbessert, bleibt die Frage offen, ob die Koalition bis zur nächsten Wahl hält oder ob es zum Bruch kommt.

Die Methode hinter dem Ranking

Das Insa-Politikerranking basiert auf einer Umfrage unter wahlberechtigten Deutschen. Die Befragten benoten die Politiker auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut). Ausgewiesen wird der Durchschnitt der Benotungen jener Befragten, die den jeweiligen Politiker bewertet haben. Die Punktwerte sind daher nicht mit einfachen Prozentangaben gleichzusetzen, sondern spiegeln die durchschnittliche Schulnote wider. In der aktuellen Erhebung erreicht Pistorius einen Wert von 5,1, was einer „befriedigend“ bis „ausreichend“ entspricht – ein Hinweis darauf, dass selbst der Spitzenreiter keine überragenden Noten erhält. Die Bewertungen der hinteren Plätze liegen im Bereich von 2,8 bis 3,0, was als „mangelhaft“ gilt.

Historischer Tiefpunkt für Merz – und Spahn

Für Friedrich Merz markiert der aktuelle Rang 19 eine leichte Erholung, nachdem er in der Vorwoche auf dem letzten Platz gelandet war – ein historischer Tiefpunkt für einen amtierenden Kanzler. Dass nun Jens Spahn die rote Laterne übernimmt, ist ein weiteres Signal für die Schwäche der Union. Spahn, einst als möglicher Kanzlerkandidat gehandelt, kämpft mit sinkender Popularität. Die Entwicklung zeigt, dass die Union intern keine Figur hat, die das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen kann. Während Pistorius als SPD-Mann profitiert, bleiben die Christdemokraten in der Wählergunst weit zurück. Die Frage nach der Führungsfähigkeit der CDU wird lauter.

Ausblick: Keine Besserung in Sicht

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Merz und seine Regierung aus dem Umfragetief finden. Bislang deutet nichts auf eine Trendwende hin: Die Koalition streitet öffentlich, und die wichtigsten Reformvorhaben stocken. Sollte sich die Lage nicht bessern, droht ein weiterer Absturz im Ranking – oder gar ein Bruch der Koalition. Die Insa-Umfrage ist nur ein Indikator, aber ein verlässlicher für die Stimmung im Land. Solange die Regierung keine Erfolge vorweisen kann, werden die Noten der Bürger schlecht bleiben. Die nächste Erhebung in einer Woche wird zeigen, ob Merz seinen Aufwärtstrend fortsetzen kann oder ob er erneut auf dem letzten Platz landet.

Das Wichtigste

  • Boris Pistorius bleibt mit deutlichem Vorsprung beliebtester Politiker, während die Union in der Krise steckt.
  • Friedrich Merz verbessert sich marginal, bleibt aber mit 28,6 Punkten im unteren Bereich.
  • Jens Spahn fällt auf den letzten Platz – ein Symbol für die Schwäche der CDU.
  • Heidi Reichinnek ist Aufsteigerin der Woche, Franziska Brantner verliert deutlich.
  • Die schwarz-rote Koalition findet keinen Reformkonsens, was die Unzufriedenheit der Bürger verstärkt.
  • Die nächste Insa-Umfrage wird zeigen, ob Merz den Abwärtstrend stoppen kann.
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