Eisheilige 2026: Kälteeinbruch droht bereits Anfang Mai
Meteorologen warnen vor frühem Frost und verschieben das traditionelle Kältephänomen nach vorne – der Klimawandel verändert die Wetterregeln.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Die Eisheiligen fallen traditionell auf den 11. bis 15. Mai, benannt nach Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia.
- GeoSphere Austria prognostiziert einen Wetterumschwung Mitte der kommenden Woche, eine Woche vor Pankratius am 12. Mai.
- Meteorologe Jan Schenk erwartet einen Kälteeinbruch bereits zu Beginn des Mai mit möglichem Nachtfrost.
- Die Madden-Julian-Oszillation, ein tropisches Gewittersystem und ein früher Zerfall des Polarwirbels lenken kalte Luft nach Mitteleuropa.
- Der Deutsche Wetterdienst gibt die Wahrscheinlichkeit für Kälterückfälle Mitte Mai mit etwa 60 Prozent an – ein Rückgang durch den Klimawandel.
- In höheren Lagen ist mit mehr Frost zu rechnen, im Flachland dürften Gärtner und Landwirte teilweise aufatmen.
- Nach der Kältephase ist ab Mitte Mai ein deutlicher Temperaturanstieg auf bis zu 30 Grad in der zweiten Monatshälfte wahrscheinlich.
Der Kälteeinbruch kommt früher als erwartet
Die traditionellen Eisheiligen – Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie – treiben passionierte Gärtner jedes Jahr aufs Neue in Angst um ihre Setzlinge. Doch in diesem Jahr zeichnet sich eine Verschiebung ab: Der gefürchtete Kälterückfall könnte bereits Anfang Mai eintreten, eine Woche vor dem ersten Eisheiligen am 12. Mai. Ein Hochdruckgebiet, das derzeit über Mitteleuropa liegt und frühlingshaftes Wetter bringt, wird sich Mitte der kommenden Woche zurückziehen. Aufziehender Wind vertreibt die Wolken, was zu klaren und damit kalten Nächten führt – allerdings früher als gewohnt. Die GeoSphere Austria bestätigt diesen Trend: „Das muss man berücksichtigen“, so die Meteorologen.
Milde Nächte im Flachland, Frost in höheren Lagen
Einen krassen Temperatursturz erwartet man dennoch nicht. Am Wochenende werden stellenweise 25 Grad erreicht, und die Temperaturen sinken zwar, aber nicht dramatisch. In höheren Lagen ist mit mehr Frost zu rechnen, während im Flachland tagelanger Bodenfrost aktuell nicht erwartet wird. Robustere Pflanzen können bereits ins Freie, empfindliche Gewächse sollten nachts noch geschützt bleiben. Die Entwicklung hängt von der Bewölkung ab: „Wenn Wolken durchziehen, werden die Tage zwar nicht so strahlend sonnig, die Nächte dafür auch nicht so kalt“, erklärt Andreas Tröscher von der GeoSphere Austria. Die bitterkalten Frostnächte, die Blüten und Trieben zusetzen, könnten heuer milder ausfallen.
Ursachen: Polarwirbel und tropische Phänomene
Meteorologe Jan Schenk führt den frühen Kälteeinbruch auf großräumige Wetterphänomene zurück: eine aktive Madden-Julian-Oszillation, ein starkes Gewittersystem in den Tropen sowie einen ungewöhnlich frühen Zerfall des Polarwirbels. Diese Faktoren lenken kalte Luft nach Mitteleuropa. Der Deutsche Wetterdienst erklärt, dass Nord- oder Nordwestwetterlagen arktische Polarluft direkt nach Mitteleuropa führen können – das klassische Muster der Eisheiligen. Allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit von Frost in dieser Phase ab: Sie liegt heute bei etwa 60 Prozent, während die Kalte Sophie im Jahr 1750 noch Schnee brachte.
Klimawandel lässt die Eisheiligen schmelzen
Der Deutsche Wetterdienst nennt den Klimawandel als möglichen Grund für den Rückgang der Kälterückfälle. Die GeoSphere Austria bestätigt diesen Trend: Die große Maikälte trifft uns heuer wohl schon Ende April, der Klimawandel sorgt dafür, dass die Eisheiligen früher im Jahr Einzug halten. Bauernregeln wie „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost“ oder „Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder“ verlieren damit an Verlässlichkeit. Die traditionellen Daten – 11. bis 15. Mai – sind zunehmend nur noch eine grobe Orientierung.
Nach der Kälte: Sommerliche Temperaturen bis 30 Grad
Die Kältephase dürfte spätestens Mitte Mai überwunden sein, prognostiziert Jan Schenk. Anschließend ist ein deutlicher Temperaturanstieg wahrscheinlich, mit möglichen sommerlichen Werten bis zu 30 Grad in der zweiten Monatshälfte. Auch die GeoSphere Austria erwartet nach dem Wetterumschwung Niederschläge, die die lange Trockenheit zumindest stellenweise lindern. Gärtner und Landwirte können also aufatmen: Nach einem kurzen, frühen Kälteeinbruch steht einem warmen Mai und Sommer nichts mehr im Wege. Die Eisheiligen 2026 könnten damit als die Jahre in Erinnerung bleiben, in denen die alte Bauernregel erstmals vor dem eigentlichen Termin ihre Gültigkeit verlor.
Das Wichtigste
- Der Kälteeinbruch der Eisheiligen tritt 2026 bereits Anfang Mai ein, eine Woche vor dem traditionellen Termin.
- Ursachen sind großräumige Wetterphänomene wie die Madden-Julian-Oszillation und der frühe Zerfall des Polarwirbels.
- Die Wahrscheinlichkeit von Frost während der Eisheiligen ist auf etwa 60 Prozent gesunken, bedingt durch den Klimawandel.
- Im Flachland bleibt tagelanger Bodenfrost aus, in höheren Lagen ist weiterhin mit Frost zu rechnen.
- Nach der Kältephase steigen die Temperaturen bis Mitte Mai auf bis zu 30 Grad an.
- Die traditionellen Bauernregeln zu den Eisheiligen verlieren zunehmend ihre Vorhersagekraft.







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