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Fünf Kinder bei Explosion eines Kriegsrelikts unter Lagerfeuer in Oberösterreich verletzt

Eine Jugendfeuerwehrgruppe entzündete am Samstagabend in St. Oswald bei Freistadt ein Feuer, als ein Sprengkörper detonierte – die Ermittlungen dauern an.

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Fünf Kinder bei Explosion eines Kriegsrelikts unter Lagerfeuer in Oberösterreich verletzt
Eine Jugendfeuerwehrgruppe entzündete am Samstagabend in St. Oswald bei Freistadt ein Feuer, als ein Sprengkörper detoniCredit · ooe.ORF.at

Die Fakten

  • Fünf Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren wurden verletzt, darunter ein Bub und vier Mädchen.
  • Die Explosion ereignete sich am Samstagabend in einer Feuerstelle nahe einer Jugendherberge in St. Oswald bei Freistadt, Oberösterreich.
  • Unter der Feuerstelle befand sich ein Kriegsrelikt, das beim Anzünden des Feuers explodierte.
  • Die Kinder sind Mitglieder einer Jugendfeuerwehrgruppe aus dem Bezirk Vöcklabruck.
  • Bei der Durchsuchung einer zweiten Feuerstelle fanden Polizisten eine Gewehrsprenggranate.
  • Die Verletzten wurden nach Erstversorgung ins Kinderklinikum Linz gebracht und nur ambulant behandelt.
  • Die Polizei ermittelt, wie die Kriegsrelikte unter die Feuerstellen gelangten; die Jugendherberge vermutet Sabotage.

Ein Abend am Lagerfeuer endet mit einer Detonation

Am Samstagabend versammelte sich eine Jugendfeuerwehrgruppe aus dem Bezirk Vöcklabruck an einer Feuerstelle nahe der Jugendherberge in St. Oswald bei Freistadt, um ein Lagerfeuer zu entzünden. Gegen 20 Uhr, so berichtete der Feuerwehrkommandant dem ORF, sei plötzlich ein lauter Knall zu hören gewesen, begleitet von einer Stichflamme. Ein unter der Feuerstelle verborgenes Kriegsrelikt war explodiert. Fünf Kinder – ein Junge und vier Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren – erlitten Verletzungen. Rettungskräfte versorgten sie zunächst vor Ort und brachten sie anschließend ins Kinderklinikum Linz. Wie das Kepler Universitätsklinikum am Sonntag mitteilte, wurden die Jugendlichen lediglich ambulant betreut, was auf keine schweren Verletzungen hindeutet.

Zweites Kriegsrelikt an benachbarter Feuerstelle entdeckt

Die alarmierten Polizeibeamten untersuchten nicht nur die Unglücksstelle, sondern auch eine zweite Feuerstelle, die sich in unmittelbarer Nähe befand. Auch dort stießen sie auf ein Kriegsrelikt – eine Gewehrsprenggranate. Sprengstoffkundige Beamte und der Entschärfungsdienst wurden hinzugezogen, um den Fund zu sichern. Welche Art von Munition bei der Explosion detonierte, gab die Polizei zunächst nicht bekannt. Die Ermittlungen zur Herkunft der Relikte und zu den Umständen, wie sie unter die Feuerstellen gelangten, dauern an. Eine Polizeisprecherin erklärte der Deutschen Presse-Agentur, dass die genauen Hintergründe derzeit geprüft würden.

Jugendherberge äußert Sabotageverdacht

Von Seiten der Jugendherberge ist die Bestürzung groß. Man vermutet Sabotage, wolle sich aber zu dem Vorfall nicht näher äußern. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um zu klären, ob die Kriegsrelikte absichtlich unter den Feuerstellen platziert wurden oder ob es sich um einen unglücklichen Zufall handelt. Die Kinder der Jugendfeuerwehrgruppe waren nach Angaben des Feuerwehrkommandanten bei dem Lagerfeuer, als die Explosion geschah. Der laute Knall und die Stichflamme versetzten die Gruppe in Schrecken. Die schnelle Reaktion der Rettungskräfte verhinderte offenbar Schlimmeres.

Ermittlungen zu Herkunft der Kriegsrelikte laufen

Die Polizei steht vor der Frage, wie die Kriegsrelikte unter die Feuerstellen gelangen konnten. Der Fundort liegt im Mühlviertel, einer Region, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Schauplatz von Kämpfen war. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Munition seit Jahrzehnten im Boden lag und durch Bauarbeiten oder andere Aktivitäten an die Oberfläche gelangte. Die Behörden prüfen nun, ob die Relikte von einem Sammler stammen oder ob sie möglicherweise von Unbekannten dort deponiert wurden. Die Jugendherberge in St. Oswald bei Freistadt ist ein beliebter Anlaufpunkt für Jugendgruppen; die Sicherheit der Gäste habe oberste Priorität, hieß es.

Leichte Verletzungen und glücklicher Ausgang

Trotz der Explosion kamen die fünf Kinder mit leichten Verletzungen davon. Die ambulante Behandlung im Kinderklinikum Linz deutet darauf hin, dass keine der Verletzungen schwerwiegend war. Die Kinder konnten das Krankenhaus am Sonntag wieder verlassen. Der Vorfall wirft jedoch ein Schlaglicht auf die Gefahren, die von nicht explodierten Kriegsrelikten ausgehen. In Österreich werden immer wieder Blindgänger aus den Weltkriegen entdeckt, meist bei Bauarbeiten. Dass ein solcher Sprengkörper unter einer Feuerstelle platziert war, ist jedoch außergewöhnlich.

Offene Fragen und Sicherheitsbedenken

Die Polizei ermittelt weiterhin, ob die Kriegsrelikte vorsätzlich oder fahrlässig unter den Feuerstellen abgelegt wurden. Ein Sabotageakt ist nicht ausgeschlossen, wie die Jugendherberge vermutet. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, verdächtige Gegenstände zu melden und keine unbekannten Munitionsfunde zu berühren. Der Vorfall in St. Oswald bei Freistadt zeigt, dass Kriegsrelikte auch Jahrzehnte nach Kriegsende noch eine ernste Gefahr darstellen können. Die Ermittlungen werden in den kommenden Tagen hoffentlich Klarheit bringen, wie es zu der Explosion kommen konnte.

Das Wichtigste

  • Fünf Kinder einer Jugendfeuerwehrgruppe wurden bei der Explosion eines Kriegsrelikts unter einem Lagerfeuer in Oberösterreich leicht verletzt.
  • Die Detonation ereignete sich am Samstagabend in St. Oswald bei Freistadt; die Kinder sind zwischen 10 und 14 Jahre alt.
  • An einer benachbarten Feuerstelle wurde eine weitere Gewehrsprenggranate gefunden, die von Sprengstoffexperten gesichert wurde.
  • Die Jugendherberge vermutet Sabotage; die Polizei ermittelt zur Herkunft der Kriegsrelikte.
  • Die Verletzten wurden ambulant im Kinderklinikum Linz behandelt und konnten das Krankenhaus wieder verlassen.
  • Der Vorfall unterstreicht die anhaltende Gefahr durch nicht explodierte Kriegsmunition in Österreich.
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