Wels: Polizei findet verweste Leiche – Tochter lebte offenbar monatelang neben Mutter
Ein intensiver Verwesungsgeruch führte Beamte in eine Wohnung in Wels, wo sie eine tote 86-Jährige und deren psychisch beeinträchtigte Tochter antrafen.

AUSTRIA —
Die Fakten
- In Wels wurde am Dienstagmittag die verweste Leiche einer 86-jährigen Frau entdeckt.
- Die Polizei wurde wegen eines starken Verwesungsgeruchs im Stiegenhaus alarmiert.
- Die 53-jährige Tochter der Verstorbenen wurde in der Wohnung angetroffen.
- Die Tochter soll psychisch stark beeinträchtigt sein und keine plausible Erklärung zum Tod ihrer Mutter geben können.
- Die 86-jährige Frau galt seit dem 20. Februar als vermisst.
- Die Staatsanwaltschaft Wels ordnete eine Obduktion zur Klärung der Todesursache an.
- Nachbarn schlugen Alarm, als der Geruch aus der Wohnung im fünften Obergeschoß bis ins Erdgeschoß reichte.
Tragischer Fund in Wels nach Geruchsbelästigung
Ein intensiver Verwesungsgeruch, der sich durch das Stiegenhaus eines Mehrparteienhauses in Wels zog, hat am Dienstagmittag die Polizei auf den Plan gerufen. Die Beamten untersuchten die betroffene Wohnung und machten dort eine erschütternde Entdeckung: Sie fanden die stark verweste Leiche einer 86-jährigen Frau. In der Wohnung wurde auch die 53-jährige Tochter der Verstorbenen angetroffen. Nach Angaben der Polizei Oberösterreich lebte die Tochter offenbar mit ihrer Mutter zusammen. Ihr psychischer Zustand wurde als stark beeinträchtigt beschrieben. Die Tochter konnte den eintreffenden Beamten keine schlüssigen Angaben zum Tod ihrer Mutter machen. Dies veranlasste die Staatsanwaltschaft Wels zur Anordnung einer Obduktion, um die genaue Todesursache zu ermitteln. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Vorfalls laufen derzeit noch.
Monatelanges Zusammenleben mit der Toten
Nachbarn hatten den Verwesungsgeruch als unerträglich empfunden und schließlich die Polizei informiert. Der Gestank war so stark, dass er aus der Wohnung im fünften Obergeschoß bis ins Erdgeschoss wahrnehmbar war. Erst als die Geruchsbelästigung ein kritisches Ausmaß erreichte, schlugen die Anwohner am Montag Alarm. Als die Polizei an der Wohnungstür klingelte, öffnete die 53-jährige Tochter. Sie befand sich laut Einsatzprotokoll in einem psychisch stark beeinträchtigten Zustand. Auf Nachfrage der Beamten führte sie diese ins Schlafzimmer, wo die Leiche der 86-jährigen Mutter am Bett lag. Die Tochter gab an, seit Wochen nicht mehr mit ihrer Mutter gesprochen zu haben. Es wird vermutet, dass sie aufgrund ihres Zustands nicht realisierte, dass ihre Mutter verstorben war. Die Polizei beschrieb sie als teilnahmslos.
Die Vermisstenmeldung und die Wahrnehmung der Nachbarn
Die 86-jährige Frau galt Berichten zufolge seit dem 20. Februar als vermisst. Diese Information hatten Nachbarn offenbar weitergegeben, auch wenn die Tochter weiterhin im Gebäude gesehen wurde. Die 53-Jährige bewegte sich in dem mehrstöckigen Gebäude, das zum Hausleitnerhof in der Südtiroler Straße in Wels gehört. Während die Mutter als vermisst galt, intensivierte sich der Verwesungsgeruch in der Wohnung stetig. Die Nachbarn beobachteten die zunehmende Geruchsbelästigung, zögerten aber offenbar, bevor sie die Behörden informierten. Die Tatsache, dass die Tochter trotz des offensichtlichen Todesfalls ihrer Mutter weiterhin im Haus präsent war und sich bewegte, wirft Fragen über die Wahrnehmung und die Reaktionen der unmittelbaren Umgebung auf.
Obduktion soll Klarheit schaffen
Die Staatsanwaltschaft Wels hat eine gerichtsmedizinische Obduktion der Leiche angeordnet, um die genaue Todesursache zu klären. Dies sei in derartigen bedenklichen Todesfällen üblich, erklärte Christoph Weber, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels. Derzeit geht man jedoch nicht von einem Fremdverschulden aus. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die genauen Umstände, unter denen die Frau zu Tode kam und wie lange ihre Tochter tatsächlich neben ihr lebte. Die Ergebnisse der Obduktion werden entscheidend sein, um die Todesursache zweifelsfrei festzustellen und die Rolle der Tochter in diesem tragischen Geschehen zu beleuchten.
Hintergründe und psychische Belastung
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die oft unsichtbaren Probleme psychisch stark beeinträchtigter Menschen und deren Angehöriger. Die 53-jährige Tochter lebte offenbar über einen längeren Zeitraum hinweg in einer Wohnung mit der Leiche ihrer Mutter, ohne dass dies von außen bemerkt wurde. Die psychische Beeinträchtigung der Tochter wird als zentraler Faktor für ihr Verhalten und ihre Realitätswahrnehmung angesehen. Es ist denkbar, dass sie den Tod ihrer Mutter nicht verarbeiten konnte oder die Situation nicht als solche erkannte. Die genauen Hintergründe der psychischen Erkrankung und die familiäre Situation werden im Rahmen der laufenden Ermittlungen zu klären sein.
Das Wichtigste
- Eine 86-jährige Frau wurde tot in ihrer Wohnung in Wels aufgefunden, nachdem Nachbarn wegen starker Geruchsbelästigung die Polizei gerufen hatten.
- Ihre 53-jährige Tochter, die als psychisch stark beeinträchtigt gilt, wurde in der Wohnung angetroffen und lebte offenbar über Wochen oder Monate neben der Leiche ihrer Mutter.
- Die Mutter galt seit dem 20. Februar als vermisst, doch die Tochter wurde weiterhin im Gebäude gesehen.
- Die Staatsanwaltschaft Wels hat eine Obduktion angeordnet, um die Todesursache zu klären, geht aber derzeit nicht von einem Fremdverschulden aus.
- Der Fall beleuchtet die schwierigen Lebensumstände von psychisch beeinträchtigten Personen und deren Angehörigen.






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