Buckelwal Timmy: Meeresmuseum erklärt Wal für tot – Minister widerspricht
Umweltminister Till Backhaus weist die Todesvermutung des Deutschen Meeresmuseums zurück und fordert Belege, während der Sender des Wals weiterhin keine Positionsdaten liefert.
SWITZERLAND —
Die Fakten
- Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund gab am Dienstag bekannt, dass man vom Tod des Buckelwals Timmy ausgehe.
- Umweltminister Till Backhaus (SPD) schloss sich der Todesvermutung ausdrücklich nicht an und forderte das Museum zur Herausgabe etwaiger Erkenntnisse auf.
- Der am Wal befestigte Tracker hat 25 Mal ein Signal gesendet, zuletzt am Dienstag, jedoch ohne Positionsdaten.
- Die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, Geldgeberin der Rettungsaktion, wertet die Signale als Lebenszeichen, da das Gerät nur an der Wasseroberfläche senden kann.
- Auf der Karte des Hebridean Whale & Dolphin Trust wurden zwei unverifizierte Sichtungen von Buckelwalen vor Norwegen gemeldet, die von einem Nutzer namens „timmy-1“ stammten.
- Die Meldungen wurden nach einer Anfrage von BILD von der Karte gelöscht, da keine Fotos zur Verifizierung vorlagen.
- Eine italienische Schulklasse unter Lehrerin Morena Franchi verfolgt das Schicksal von Timmy und hat Bilder gemalt.
Streit um Timmys Schicksal
Der Buckelwal Timmy, der nach einer aufwendigen Rettungsaktion in die Nordsee gebracht wurde, ist möglicherweise tot – doch die Behörden sind sich uneinig. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund erklärte am Dienstag, man müsse vom Tod des Wals ausgehen. Umweltminister Till Backhaus (SPD) widersprach umgehend: „Den Spekulationen über den möglichen Tod des Wals schließe ich mich zum jetzigen Zeitpunkt ausdrücklich nicht an. Ich richte mein Urteil an Fakten aus.“ Das Museum legte keine Belege für seine Einschätzung vor. Backhaus forderte das Museum auf, etwaige Erkenntnisse herauszugeben: „Sollte das Deutsche Meeresmuseum Erkenntnisse haben, die wir nicht haben, bitte ich um entsprechende Herausgabe.“ Der Minister stellte sich damit gegen die Expertenmeinung der renommierten Einrichtung.
Tracker sendet, aber ohne Position
Der an Timmy befestigte Sender hat seit der Freilassung 25 Mal ein Signal ausgesandt, zuletzt am Dienstag. Allerdings lässt sich daraus keine Position ableiten. Die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die die Rettungsaktion finanzierte, interpretiert die Signale als Lebenszeichen: Das Gerät könne nur senden, wenn der Wal an der Wasseroberfläche sei. Ob der Sender jedoch noch am Wal befestigt ist, kann niemand mit Sicherheit sagen. Der Tracker funktioniert offenbar nicht ordnungsgemäß. Er sendet nur sporadisch, und die Daten sind nicht verwertbar. Ohne Positionsangabe bleibt unklar, wo sich Timmy befindet – oder ob er überhaupt noch lebt.
Unbestätigte Sichtungen in Norwegen
Auf der Karte des Hebridean Whale & Dolphin Trust in Schottland tauchten am Dienstag zwei Sichtungen von Buckelwalen vor Norwegen auf: eine südwestlich von Kristiansand, eine weitere bei Måløy. Beide Meldungen stammten von einem Nutzer mit dem Namen „timmy-1“. Die Organisation teilte auf Nachfrage mit, dass es sich um unverifizierte Meldungen handele; der Nutzer habe keine Fotos beigefügt. Nach der Anfrage wurden die Einträge von der Karte gelöscht. Ob es sich tatsächlich um Timmy handelte, bleibt unklar. Die Sichtungen nährten kurzzeitig Hoffnung, doch ohne fotografische Belege bleiben sie Spekulation.
Internationale Anteilnahme
Die Geschichte des Buckelwals bewegt Menschen weit über Deutschland hinaus. Eine italienische Schulklasse unter der Leitung von Lehrerin Morena Franchi verfolgt das Schicksal von Timmy. Franchi kontaktierte die Presse und berichtete, dass die Schüler Bilder von Timmy gemalt haben und auf Nachricht hoffen, dass er sicher in Freiheit bei anderen Walen ist. Die Anteilnahme zeigt, wie sehr der Wal die Öffentlichkeit in seinen Bann gezogen hat. Die Rettungsaktion kostete rund 1,5 Millionen Euro, finanziert von privaten Spendern. Nun stehen die Kosten in keinem Verhältnis zu den unklaren Ergebnissen.
Offene Fragen und fehlende Beweise
Der zentrale Streitpunkt bleibt: Lebt Timmy oder nicht? Das Deutsche Meeresmuseum stützt seine Todesvermutung nicht auf konkrete Beweise, während die private Rettungsinitiative auf die Signale des Trackers verweist. Umweltminister Backhaus fordert Fakten, doch die liegen nicht vor. Der Sender liefert keine Positionsdaten, und die einzigen Sichtungen wurden als unseriös eingestuft. Solange kein verifiziertes Lebenszeichen vorliegt – etwa eine Sichtung mit Foto oder ein funktionierender Tracker – bleibt Timmys Schicksal ungewiss. Die Frage, ob die Rettungsaktion dem Wal tatsächlich geholfen hat oder nur eine teure Inszenierung war, steht im Raum.
Was nun?
In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob der Tracker doch noch verwertbare Daten liefert oder ob weitere Sichtungen gemeldet werden. Das Deutsche Meeresmuseum könnte seine Einschätzung präzisieren, falls neue Erkenntnisse auftauchen. Umweltminister Backhaus bleibt bei seiner Haltung, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Die Rettungsaktion hat eine Debatte über den Umgang mit gestrandeten Meeressäugern ausgelöst. Die hohen Kosten und die unklare Bilanz werfen Fragen auf, die über den Einzelfall hinausweisen. Für Timmy jedoch zählt nur eines: ein verlässliches Lebenszeichen.
Das Wichtigste
- Das Deutsche Meeresmuseum Stralsund geht vom Tod des Buckelwals Timmy aus, Umweltminister Backhaus widerspricht und fordert Belege.
- Der Tracker sendet zwar Signale, aber keine Positionsdaten – ob er noch am Wal befestigt ist, ist unklar.
- Zwei unverifizierte Sichtungen vor Norwegen wurden nach Presseanfrage gelöscht.
- Die Rettungsaktion kostete rund 1,5 Millionen Euro, finanziert von Privatpersonen.
- Eine italienische Schulklasse verfolgt das Schicksal des Wals und hofft auf gute Nachrichten.
- Solange kein verifiziertes Lebenszeichen vorliegt, bleibt Timmys Zustand ungewiss.


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