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FC Thun erstmals Schweizer Meister: Party im Berner Oberland nach St. Gallen-Niederlage

Dank einer Niederlage des FC St. Gallen gegen Sion sichert sich der FC Thun am Sonntag den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte – die Stadt feiert mit Freinacht und Fanumzug.

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FC Thun erstmals Schweizer Meister: Party im Berner Oberland nach St. Gallen-Niederlage
Dank einer Niederlage des FC St. Gallen gegen Sion sichert sich der FC Thun am Sonntag den ersten Meistertitel der VereiCredit · Blick

Die Fakten

  • Der FC Thun wurde am 3. Mai 2025 erstmals Schweizer Meister, 128 Jahre nach der Vereinsgründung.
  • Der Titel wurde am Sonntag um 15:53 Uhr besiegelt, nachdem St. Gallen gegen Sion verlor.
  • Mehrere tausend Fans verfolgten das Spiel in der Stockhorn-Arena auf Grossleinwand.
  • Die Stadt Thun bewilligte für die Feierlichkeiten eine Freinacht für alle Gastronomiebetriebe.
  • Die offizielle Meisterfeier ist für den 15. Mai auf dem Stadthofplatz geplant.
  • Thun-Boss Andres Gerber richtete einen Seitenhieb an die Konkurrenz: 'Stell dir vor, es ist nicht YB, nicht Basel, nicht Zürich – sondern es ist unser FC Thun.'
  • Der FC Thun hatte spielfrei, profitierte aber von der Niederlage des FC St. Gallen.
  • Ein Bus des lokalen Busunternehmens wurde bereits in Rot umlackiert mit der Aufschrift 'Aacho, abglieferet, abgruumt!'

Historischer Titel nach 128 Jahren

Am Sonntagnachmittag um Punkt 15:53 Uhr war es offiziell: Der FC Thun ist zum ersten Mal in seiner 128-jährigen Vereinsgeschichte Schweizer Meister. Der Titel wurde besiegelt, ohne dass die Mannschaft selbst auf dem Platz stand – sie hatte spielfrei. Ausschlaggebend war die klare Niederlage des FC St. Gallen gegen den FC Sion in der Ostschweiz. Mehrere tausend Fans des FC Thun verfolgten die entscheidende Partie in der Stockhorn-Arena auf einer Grossleinwand. Je länger das Spiel dauerte und je mehr Tore die Sittener erzielten, desto gelöster wurde die Stimmung unter den Anhängern. Mit dem Abpfiff in St. Gallen brach grenzenloser Jubel aus.

Jubel in der Stockhorn-Arena

Die Spieler und das Trainerteam um Mauro Lustrinelli hatten das Spiel im VIP-Bereich des eigenen Stadions verfolgt. Als der Meistertitel feststand, fielen sie sich in die Arme und jubelten gemeinsam. In Meister-Shirts und mit einem Pokal-Imitat präsentierten sie sich wenig später den Fans im Stadion. Rund zwei Stunden lang feierten Spieler und Anhänger den Märchen-Meistertitel in der Stockhorn-Arena. Thun-Boss Andres Gerber griff zum Mikrofon und bedankte sich für den Support. Mit einem Seitenhieb auf die Konkurrenz sagte er: 'Stell dir vor, es ist nicht YB, nicht Basel, nicht Zürich – sondern es ist unser FC Thun.'

Fanmarsch und Freinacht in der Innenstadt

Nach den Feierlichkeiten im Stadion setzte sich der Party-Tross in Richtung Rathausplatz in der Thuner Innenstadt in Bewegung. Die Stadt hatte bereits im Vorfeld eine Freinacht für alle Gastronomiebetriebe auf dem gesamten Stadtgelände bewilligt. Mehrere tausend Menschen drängten sich in den Gassen, Pyro-Rauch lag in der Luft, immer wieder waren Fan-Gesänge zu hören. Die Stadt war fest in der Hand der Fussballfans. Autos fuhren hupend durch die Strassen, was in dem sonst eher ruhigen Berner Oberländer Städtchen ungewohnt war. Die Polizei schien für einmal ein Auge zuzudrücken.

Ein Bus in Rot und die Vorfreude auf die offizielle Feier

Bereits vor dem entscheidenden Spiel hatte ein lokales Busunternehmen eines seiner Fahrzeuge umlackiert. Der Wagen fährt nun ganz in Rot durch die Strassen und trägt die Botschaft: 'Aacho, abglieferet, abgruumt!' – die Meisterparty nahm wortwörtlich Fahrt auf. Die offizielle Meisterfeier ist für den 15. Mai auf dem Stadthofplatz geplant. Auch dafür hat die Stadt eine Freinacht bewilligt. Der FC Thun, der noch am vergangenen Wochenende die erste Chance auf den Titel verpasst hatte, kann nun endgültig feiern.

Ein Triumph gegen die etablierte Ordnung

Der Meistertitel des FC Thun wird von vielen als Sensation gewertet. In einer Liga, die in den letzten Jahren von den grossen Klubs aus Bern, Basel und Zürich dominiert wurde, stösst ein kleiner Verein aus dem Berner Oberland an die Spitze vor. 'Es ist ein vernichtendes Zeugnis für die sportlichen Chefetagen der vermeintlich grossen Klubs', urteilte ein Fussballexperte. Die Saison des FC Thun war geprägt von Konstanz und Teamgeist. Bereits im vergangenen Wochenende hatte die Mannschaft die Chance auf den vorzeitigen Titel, verpasste diesen aber. Nun, mit Schützenhilfe aus Sion, ist der Traum wahr geworden.

Ausblick: Die Feierlichkeiten gehen weiter

Nach dem Fanmarsch auf den Rathausplatz und den Feiern in der Innenstadt verlagert sich die Party nun in die Bars und Lokale der Stadt. Die Freinacht erlaubt den Gastronomiebetrieben, bis in die frühen Morgenstunden zu öffnen. Für die Spieler und Fans steht in den kommenden Tagen die offizielle Meisterfeier am 15. Mai an. Der FC Thun hat Geschichte geschrieben. Der erste Meistertitel nach 128 Jahren wird in der Stadt und im ganzen Berner Oberland noch lange in Erinnerung bleiben.

Das Wichtigste

  • Der FC Thun gewann den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte am 3. Mai 2025 durch eine Niederlage des FC St. Gallen gegen Sion.
  • Mehrere tausend Fans feierten in der Stockhorn-Arena und später auf dem Rathausplatz; die Stadt bewilligte eine Freinacht.
  • Thun-Boss Andres Gerber kritisierte die grossen Klubs YB, Basel und Zürich mit einem Seitenhieb.
  • Die offizielle Meisterfeier ist für den 15. Mai auf dem Stadthofplatz geplant.
  • Der Triumph gilt als Sensation und als Zeichen für den Wandel im Schweizer Fussball.
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