Inter Mailand krönt sich mit 2:0 gegen Parma zum 21. Meister der Serie A
Drei Spieltage vor Saisonende sichern sich die Nerazzurri den Scudetto – Trainer Christian Chivu gelingt in seinem ersten Jahr der Titelgewinn.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Inter Mailand gewann am 35. Spieltag der Serie A mit 2:0 gegen Parma Calcio.
- Der Sieg beschert Inter den 21. italienischen Meistertitel der Vereinsgeschichte.
- Marcus Thuram erzielte das 1:0 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+1).
- Henrikh Mkhitaryan traf in der 80. Minute zum 2:0-Endstand.
- Inter liegt nun zwölf Punkte vor Verfolger SSC Neapel, der am Samstag nur 0:0 bei Como 1907 spielte.
- Trainer Christian Chivu übernahm im Sommer 2025 von Simone Inzaghi und gewann auf Anhieb die Meisterschaft.
- Am 13. Mai bestreitet Inter das Pokalfinale gegen Lazio Rom und hat die Chance auf das Double.
- In der Champions League schied Inter überraschend in der Zwischenrunde gegen Bodø/Glimt aus.
Entscheidung im San Siro: Thuram und Mkhitaryan ebnen den Weg
Inter Mailand hat sich am Sonntagabend vor über 80.000 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion mit einem souveränen 2:0-Sieg gegen Parma Calcio vorzeitig die italienische Meisterschaft gesichert. Drei Spieltage vor Schluss ist die Mannschaft von Trainer Christian Chivu an der Tabellenspitze nicht mehr einzuholen. Die Nerazzurri dominierten die Partie von Beginn an, hatten 58 Prozent Ballbesitz und erspielten sich zahlreiche Chancen. Erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit brach Piotr Zielinski mit einem perfekten Zuspiel den Bann, Marcus Thuram verwertete kompromisslos zum 1:0. Nach der Pause verwaltete Inter zunächst die Führung, ehe der eingewechselte Lautaro Martinez Henrikh Mkhitaryan mustergültig bediente, der zum 2:0-Endstand einschob.
Chivus erstes Trainerjahr: Vom Außenseiter zum Meistermacher
Christian Chivu, der im Sommer 2025 den zu Al-Hilal abgewanderten Simone Inzaghi ablöste, führte Inter in seiner ersten Saison als Cheftrainer der Profis zum Scudetto. Der rumänische Ex-Profi stand zunächst in der Kritik, nachdem das Team in der Champions League blamabel gegen die norwegischen Underdogs Bodø/Glimt ausgeschieden war und in direkten Duellen schwächelte. Doch in der Serie A zeigte sich Inter seit dem 15. Spieltag Mitte Dezember ununterbrochen an der Spitze. Serie-A-Experte Stefano Buonfino von Transfermarkt Italien lobt Chivus Fähigkeit, den Kader zusammenzuhalten und jedem Spieler eine Chance zu geben. „Seine vielleicht größte Leistung besteht darin, dass er die Scherben der Krise des letzten Jahres aufgesammelt und dem Projekt durch die Verpflichtung junger Spieler Kontinuität verliehen hat“, so Buonfino.
Die Schlüsselspieler: Bastoni, Barella und Martínez als Rückgrat
Als wichtigste Säulen des Meisterteams nennt Buonfino den Kern der Erfolgsmannschaft der vergangenen Jahre: Alessandro Bastoni, Denzel Dumfries, Nicolò Barella, Hakan Çalhanoğlu, Federico Dimarco und Lautaro Martínez. „Sie haben dafür gesorgt, dass es eine echte Gruppe und ein echtes Team ist und nicht nur eine Ansammlung einzelner Stars“, so der Experte. Kapitän Martínez, der nach einer Verletzungspause seit Ende Februar nur ein Spiel absolviert hatte, wurde im zweiten Durchgang für Thuram eingewechselt und bereitete das zweite Tor vor. Der argentinische Torjäger ist eine der Identifikationsfiguren des Vereins und treibt das Team auch in schwierigen Phasen an.
Statistische Dominanz: Elf Torschüsse und eine weiße Weste
Die Überlegenheit Inters spiegelt sich in den nackten Zahlen wider: elf zu zwei Torschüsse, fünf zu null Schüsse auf das Tor und acht zu drei Eckbälle. Parma Calcio brachte keinen einzigen Schuss auf den Kasten von Yann Sommer – eine offensiv schwache Vorstellung, die im Saisonfinale Alarmglocken schrillen lässt. Schiedsrichter Kevin Bonacina musste nur einmal den gelben Karton zücken, ausgerechnet für Inters Assistgeber Zielinski. Die Partie blieb bis zum Schluss fair, und Inter verwaltete den Vorsprung souverän, ohne den Titel je in Gefahr zu bringen.
Der Weg zum Titel: Konstanz trotz Rückschlägen
Inter hatte den Scudetto bereits 2021 und 2024 gewonnen, nachdem die SSC Neapel im Vorjahr triumphiert hatte. In dieser Saison zeigte sich das Team von Chivu besonders in den Spielen gegen schwächere Gegner abgezockt und holte die nötigen Punkte. Von 17 Serie-A-Spielen im Jahr 2026 verlor Inter nur eines, gegen den Stadtrivalen AC Mailand am 28. Spieltag (0:1). Die Verfolger Napoli und Milan zeigten in der entscheidenden Saisonphase wenig Konstanz. Napoli hatte am Samstag nur 0:0 bei Como 1907 gespielt und liegt nun zwölf Punkte zurück. Milan, das beide Mailänder Derbys gewann, folgt mit 15 Punkten Rückstand auf Platz drei.
Doppelchance: Pokalfinale gegen Lazio und Ausblick auf die Zukunft
Für Inter ist die Saison noch nicht zu Ende. Am 13. Mai trifft die Mannschaft im Finale der Coppa Italia auf Lazio Rom und hat die Chance auf das erste Double seit der Saison 2010/11. Trainer Chivu könnte damit in seinem Debütjahr gleich zwei Titel gewinnen. Die Nerazzurri gehen mit breiter Brust in den Endspurt der Saison. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch ohne die großen Namen der Vergangenheit bestehen kann. Mit einem jungen Kader und einem Trainer, der aus der Not eine Tugend machte, ist Inter bereit für die kommenden Herausforderungen – sowohl national als auch international.
Das Wichtigste
- Inter Mailand gewann am 35. Spieltag durch ein 2:0 gegen Parma Calcio vorzeitig den 21. Meistertitel der Vereinsgeschichte.
- Trainer Christian Chivu führte das Team in seiner ersten Saison als Cheftrainer zum Scudetto, nachdem er im Sommer 2025 Simone Inzaghi abgelöst hatte.
- Marcus Thuram und Henrikh Mkhitaryan erzielten die Tore, Kapitän Lautaro Martínez gab nach Verletzung sein Comeback.
- Inter dominierte statistisch mit 11:2 Torschüssen und ließ keinen Schuss auf das eigene Tor zu.
- Am 13. Mai spielt Inter im Pokalfinale gegen Lazio Rom und kann das erste Double seit 2010/11 holen.
- Die Konstanz in der Serie A – nur eine Niederlage in 17 Spielen 2026 – war entscheidend für den Titelgewinn.







FC Thun erstmals Schweizer Meister: Party im Berner Oberland nach St. Gallen-Niederlage

Alex Zanardi mit 59 Jahren gestorben: Ein Leben zwischen Rennstrecke und Paralympics-Sieg
