Xatars Witwe Farvah Hajabi spricht über den Tod des Rappers: „Ich habe in diesem Moment alles verloren“
Ein Jahr nach dem plötzlichen Herzstillstand des Deutschrap-Stars gewährt seine Frau erstmals tiefe Einblicke in den Verlust und das gemeinsame Leben voller Brüche.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Giwar Hajabi, bekannt als Xatar, starb am 8. Mai 2025 in seiner Kölner Wohnung an Herzversagen.
- Er wurde 43 Jahre alt.
- Farvah Hajabi (38) und Xatar waren über 15 Jahre verheiratet und haben fünf gemeinsame Kinder.
- Die Staatsanwaltschaft schloss Fremdverschulden aus, die genaue Todesursache ist nicht bekannt.
- Xatar wurde 2009 wegen eines Goldraubes zu acht Jahren Haft verurteilt und kam nach drei Jahren frei.
- Die NDR-Talkshow „deep und deutlich“ sendete das erste Interview mit Farvah Hajabi seit Xatars Tod.
- Eine dreiteilige Doku-Serie über Xatar ist in der ARD-Mediathek verfügbar.
Der Schock des Verlusts
„Ich habe in diesem Moment alles verloren, was ich selber bin. Nach so vielen Jahren ist man einfach eins. Und vor allem nach so vielen Jahren mit so vielen Schicksalsschlägen, wohlgemerkt. Das ist schon ein Schlag ins Gesicht.“ Mit diesen Worten beschreibt Farvah Hajabi den Augenblick, als sie vom Tod ihres Mannes erfuhr. Der Rapper Xatar, bürgerlich Giwar Hajabi, starb am 8. Mai 2025 in seiner Kölner Wohnung an einem Herzstillstand. Er wurde 43 Jahre alt. Die 38-jährige Witwe sprach im NDR-Talkformat „deep und deutlich“ erstmals ausführlich über den Verlust. Das Paar war über 15 Jahre zusammen und hatte fünf gemeinsame Kinder. Noch immer, ein Jahr nach dem Tod, scheint Farvah Hajabi den Verlust nicht verarbeitet zu haben: „Ich glaube, wenn das so überraschend und unerwartet ist, dann wartet man jede Sekunde, teilweise bis heute, darauf, dass man doch endlich wach wird.“
Der Tag, an dem die Tür klingelte
Farvah Hajabi erinnert sich an den 8. Mai 2025: „An dem Tag selbst war das schon so, dass ich ihn nicht erreichen konnte. Das war schon sehr untypisch. Ich wusste, dass etwas nicht stimmt. Dann klingelte es abends an der Tür. Wenn es abends an der Tür klingelt, dann weiss man, dass es die Endstufe ist.“ Die Staatsanwaltschaft schloss Fremdverschulden aus, die genaue Todesursache wurde bis heute nicht bekannt gegeben. Zu Hause, so beschreibt sie, sei Xatar ein anderer Mensch gewesen als der Gangsterrapper der Öffentlichkeit. Der Giwar, den sie kannte, „hatte nichts mit Kriminalität und schwerer Körperverletzung zu tun.“ Er habe eine „unfassbare Aura“ gehabt. Dennoch sei ihr stets bewusst gewesen, wie riskant sein Leben war: „Es war schwer. Weil ich das Ende gesehen hab.“
Ein Leben zwischen Extremen
Kaum eine Biografie im Deutschrap ist so voller Brüche wie die von Giwar Hajabi. Der Rapper kurdischer Herkunft wuchs als Straßenkind auf, erlangte aber die Hochschulreife. Mit 14 begann er Drogen zu verkaufen und knüpfte Kontakte zur Mafia. Im Dezember 2009 verkleidete er sich mit einer Bande als Zollfahnder und überfiel einen Goldtransporter bei Ludwigsburg. Dafür wurde er zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, kam jedoch nach drei Jahren aufgrund guter Führung frei. Seine Frau wartete während der gesamten Haftzeit auf ihn. „Für mich war das zu dem Zeitpunkt einfach alles sehr hart. Aber was war denn die Alternative? Zu sagen, man geht jetzt ohne ihn den Weg weiter, ist keine Option gewesen“, erzählt sie. Nach der Haft gelang Xatar der Aufstieg zum Chartstürmer und Unternehmer, doch es folgten auch Insolvenz und weitere Rückschläge.
Die Doku-Serie und das unveränderte Zuhause
Der NDR war an der Produktion einer dreiteiligen Doku-Serie über Xatar beteiligt, die in der ARD-Mediathek abrufbar ist. Weggefährten wie SSIO, Samy, Apache 207, Schwesta Ewa und Moritz Bleibtreu zeichnen darin das Bild eines Mannes, der als Musiker, Unternehmer und Symbolfigur des Deutschrap viele Rollen zugleich verkörperte. Die Serie trägt den Titel „XATAR – Ein Leben ist nicht genug“. In der gemeinsamen Wohnung hat sich seit Xatars Tod nichts verändert. „Alles steht noch genauso da, nicht mal ein Salzstreuer wurde bewegt. Das gibt den Kindern Sicherheit“, erklärt Farvah Hajabi. Die Witwe betont, dass sie die Gegenstände ihres Mannes als eine Art Erinnerungsanker bewahrt – für sich und die fünf Kinder.
Ein widersprüchliches Vermächtnis
Die Doku-Serie und das Interview zeichnen das Bild eines widersprüchlichen Menschen: eines Straßenkids mit Hochschulreife, eines Gangsterrappers mit Hochkulturaffinität. Farvah Hajabi beschönigt nichts. Mehrmals macht sie darauf aufmerksam, wie sehr die kriminelle Karriere ihres Mannes sie beunruhigte. Dennoch betont sie den Feingeist hinter der Gangsterfassade. Xatars Tod ereignete sich während der Dreharbeiten zu der Doku-Serie. Er starb an Herzversagen, wie es offiziell heißt. Die genauen Umstände bleiben unklar, doch die Witwe hat ihren Frieden noch nicht gefunden. „Alles, was Giwar so hinterlassen hat bei uns zu Hause, alles steht noch genauso da“, sagt sie. „Also nichts, nicht mal ein Salzstreuer, den er irgendwo hingestellt hat, wurde bewegt.“
Ausblick: Ein Leben, das weiterwirkt
Ein Jahr nach Xatars Tod ist seine Präsenz im Leben seiner Familie ungebrochen. Farvah Hajabi lebt mit den fünf Kindern in der gemeinsamen Wohnung, in der alles an den Verstorbenen erinnert. Sie selbst sagt, sie warte noch immer darauf, „dass man doch endlich wach wird.“ Die Doku-Serie und das Interview bieten einen seltenen Einblick in das Privatleben eines der bekanntesten Deutschrapper. Sie zeigen einen Menschen, der zwischen Kriminalität und Kunst, zwischen Haft und Freiheit, zwischen Erfolg und Scheitern oszillierte. Für seine Witwe bleibt die Trauer allgegenwärtig – und die Frage, ob das Leben ohne ihn jemals wieder Normalität finden wird.
Das Wichtigste
- Xatar starb am 8. Mai 2025 in seiner Kölner Wohnung an Herzversagen, Fremdverschulden wurde ausgeschlossen.
- Seine Witwe Farvah Hajabi sprach erstmals ausführlich im NDR-Talk „deep und deutlich“ über den Verlust.
- Das Paar war über 15 Jahre zusammen und hatte fünf Kinder; die Wohnung blieb seit Xatars Tod unverändert.
- Xatars Biografie ist geprägt von Brüchen: Straßenkind, Goldraub, Haft, Chart-Erfolge, Unternehmertum und Insolvenz.
- Eine dreiteilige Doku-Serie in der ARD-Mediathek beleuchtet sein Leben mit Weggefährten wie SSIO, Apache 207 und Moritz Bleibtreu.
- Farvah Hajabi betont, dass sie das Ende von Xatars riskantem Leben stets kommen sah.



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