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St. Gallen unterliegt Sion 0:3 und macht Thun zum Meister

Trotz Überlegenheit in der ersten Halbzeit scheitern die Espen an der eigenen Chancenverwertung und helfen dem FC Thun mit der Niederlage zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

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St. Gallen unterliegt Sion 0:3 und macht Thun zum Meister
Trotz Überlegenheit in der ersten Halbzeit scheitern die Espen an der eigenen Chancenverwertung und helfen dem FC Thun mCredit · blue News

Die Fakten

  • FC St. Gallen verliert im Kybunpark gegen Sion mit 0:3.
  • Benjamin Kololli erzielt in der 43. Minute das 0:1 per Hacke.
  • Ilyas Chouaref erhöht in der 63. Minute nach einem Solo auf 0:2.
  • Théo Berdayes köpft in der 76. Minute nach einem Eckball zum 0:3-Endstand.
  • Durch die Niederlage ist der FC Thun mit 11 Punkten Vorsprung vorzeitig Meister.
  • St. Gallen reißt eine Serie von 16 Pflichtspielen ohne Niederlage.
  • Alessandro Vogt und Colin Kleine-Bekel treffen jeweils nur die Latte.
  • Sion ist seit sieben Spielen ungeschlagen und rückt auf Rang 4 vor.

Thun ist Meister – St. Gallen verpasst die Chance auf Aufschub

Der FC St. Gallen hat sein Heimspiel gegen den FC Sion mit 0:3 verloren und damit dem FC Thun den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte beschert. Elf Punkte Rückstand bei noch drei ausstehenden Partien sind für die Ostschweizer nicht mehr aufzuholen. Die Hoffnung, den Entscheid zumindest hinauszuzögern, hat sich mit der klaren Niederlage zerschlagen. Dabei begann die Partie für die Gastgeber vielversprechend. In der ersten Halbzeit erspielte sich St. Gallen mehrere hochkarätige Chancen, scheiterte jedoch immer wieder am eigenen Unvermögen oder an Sion-Goalie Anthony Racioppi. Colin Kleine-Bekel traf Alessandro Vogt ebenfalls nur das Aluminium. Der Ball wollte einfach nicht ins Tor.

VAR entscheidet gegen Sion – Kololli trifft dennoch

In der 17. Minute schien Sion durch Josias Lukembila in Führung zu gehen, doch Schiedsrichter Gianforte erkannte den Treffer nach VAR-Intervention wegen eines Fouls von Nias Hefti an Alessandro Vogt im Spielaufbau nicht an. St. Gallen hatte Glück, doch die Führung blieb den Gästen nicht lange verwehrt. In der 43. Minute setzte sich Ilyas Chouaref auf dem rechten Flügel gegen Okoroji durch und legte den Ball flach ins Zentrum. Rilind Nivokazi behauptete das Leder stark gegen Lukas Daschner und legte quer auf den freistehenden Benjamin Kololli, der per Hacke aus der Drehung zum 0:1 traf. Diesmal zählte der Treffer.

Chouaref und Berdayes entscheiden die Partie

Nach der Pause ließ die Intensität der St. Galler merklich nach. Die zweite Halbzeit plätscherte dahin, die Hausherren fanden kaum noch Mittel gegen die kompakte Sion-Defensive. In der 63. Minute nutzte Ilyas Chouaref eine Unachtsamkeit von Carlo Boukhalfa, der den Ball im Mittelfeld nicht erreichte. Chouaref zog in Richtung Strafraum und traf präzise ins linke untere Eck – 0:2. Den Schlusspunkt setzte Théo Berdayes in der 76. Minute. Nach einem Eckball von Benjamin Kololli löste er sich von seinem Bewacher und köpfte unhaltbar zum 0:3 ein. Sion feierte den vierten Sieg in Folge und bleibt im Rennen um die europäischen Plätze.

Görtler: „Gratulation an Thun – sie haben es verdient“

FCSG-Kapitän Lukas Görtler zeigte sich nach der Partie enttäuscht, aber fair. „Ich hatte mir vorgenommen, dass wir das Spiel gewinnen und ich danach hier stehe und behaupte, dass Thun nochmals nervös wird. Wir haben heute unglücklich verloren, deswegen Gratulation an Thun. Sie haben es über die ganze Saison ganz klar verdient“, sagte er gegenüber Blue. Trainer Enrico Maassen pflichtete bei: „Da kann man nur gratulieren. Wenn du mit so viel Vorsprung Meister wirst, hast du das absolut verdient.“ Er räumte ein, dass die Mannschaft in den entscheidenden Momenten nicht sauber verteidigt habe. „Natürlich ist das 3:0 am Ende dann hart, aber wir haben in den entscheidenden Momenten nicht sauber verteidigt.“

Sion feiert Aufwärtstrend – St. Gallen richtet Blick nach vorne

Sion-Verteidiger Numa Lavanchy zeigte sich zufrieden: „Momentan läuft es sehr gut bei uns. Wir haben heute, denke ich, einen guten Match gemacht. Wir wussten, dass St. Gallen mit voller Intensität spielt. Da musst du sehr stabil sein und deine Zweikämpfe gewinnen. Das 1:0 vor der Pause war der Gamechanger für uns.“ Mit dem vierten Sieg in Serie und sieben ungeschlagenen Spielen klettert Sion auf Rang 4 und darf weiter vom Europacup träumen. Für St. Gallen verschiebt sich der Fokus nun endgültig auf die Sicherung des zweiten Tabellenplatzes und den bevorstehenden Cupfinal gegen Stade-Lausanne-Ouchy. Die Fans hatten bereits vor dem Spiel Mottoshirts für den Final erworben, die ausverkauft waren – am Montag soll Nachschub kommen. Die Stimmung im Umfeld bleibt trotz der Niederlage zuversichtlich, wie eine Umfrage ergab: Viele richten den Blick bereits auf die nächste Titelchance.

Ausblick: Duell mit Lugano und Derby gegen Meister Thun

Am kommenden Sonntag trifft St. Gallen auswärts auf den Tabellennachbarn Lugano – ein richtungsweisendes Spiel im Kampf um Platz 2. Sion empfängt am selben Tag den frischgebackenen Meister Thun im Tourbillon. Für die Walliser geht es darum, den Lauf zu bestätigen und den Europacup-Traum zu wahren. Die Niederlage gegen Sion hat nicht nur die Meisterhoffnungen endgültig begraben, sondern auch die beeindruckende Serie von 16 Pflichtspielen ohne Niederlage beendet. St. Gallen muss nun zeigen, dass es aus dieser Enttäuschung Kraft schöpfen kann – für den Cupfinal und die verbleibenden Ligaspiele.

Das Wichtigste

  • Der FC Thun ist durch die 0:3-Niederlage von St. Gallen gegen Sion erstmals Schweizer Meister.
  • St. Gallen vergab in der ersten Halbzeit mehrere Großchancen und traf zweimal nur die Latte.
  • Benjamin Kololli, Ilyas Chouaref und Théo Berdayes erzielten die Tore für Sion.
  • Die Serie von 16 Pflichtspielen ohne Niederlage für St. Gallen riss.
  • Sion ist seit sieben Spielen ungeschlagen und rückte auf Rang 4 vor.
  • St. Gallen fokussiert nun auf Platz 2 und den Cupfinal gegen Stade-Lausanne-Ouchy.
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