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Buckelwal Timmy: Mecklenburg-Vorpommern droht mit Klage gegen private Retter

Seit der Freilassung des Buckelwals Timmy in die Nordsee fehlt jede Spur. Das Umweltministerium fordert Daten und erwägt rechtliche Schritte gegen die private Rettungsinitiative.

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Buckelwal Timmy: Mecklenburg-Vorpommern droht mit Klage gegen private Retter
Seit der Freilassung des Buckelwals Timmy in die Nordsee fehlt jede Spur. Das Umweltministerium fordert Daten und erwägtCredit · BILD

Die Fakten

  • Buckelwal Timmy seit Freilassung in die Nordsee verschwunden.
  • Privater Rettungsinitiative fehlen GPS-Tracker-Daten.
  • Mecklenburg-Vorpommern prüft rechtliche Schritte gegen die Initiative.
  • Experten des Deutschen Meeresmuseums gehen vom Tod des Wals aus.
  • Millionärin Karin Walter-Mommert und Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz sind Geldgeber der Aktion.
  • Die Freilassung erfolgte am vergangenen Samstag in die Nordsee.

Spur des Wal-Rettungsprojekts verloren

Seit seiner Freilassung in die offene Nordsee fehlt jede Spur von dem Buckelwal Timmy. Die GPS-Daten des an dem Tier angebrachten Trackers werden von der privaten Rettungsinitiative unter Verschluss gehalten. Über der spektakulären Rettungsaktion liegt seitdem ein Schatten der Ungewissheit: Lebt der Wal überhaupt noch? Das Drama um den verschwundenen Meeresriesen spitzt sich auch nach seiner Freilassung weiter zu. Während Experten den Erfolg der Rettung anzweifeln, prüft Mecklenburg-Vorpommern nun rechtliche Schritte gegen die private Initiative, die für die Bergungsaktion verantwortlich zeichnet. Der Buckelwal war mehrfach an der Ostseeküste gestrandet und wurde schließlich am vergangenen Samstag in die Nordsee transportiert. Aktuell ist unbekannt, wie es ihm geht und wo er sich aufhält.

Vereinbarungen gebrochen: Ministerium fordert Daten

Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte, dass vor der Freilassung drei klare Punkte mit der privaten Initiative vereinbart worden seien: eine Videoüberwachung, die Weitergabe der Tracker-Daten und ein tierärztliches Gutachten nach der Freilassung. „So war es vereinbart“, so Backhaus. Bis zum vergangenen Dienstag hätten die Daten des GPS-Trackers an die Behörde übermittelt werden sollen. Doch bis heute liegen dem Umweltministerium trotz mehrfacher Anfragen keine Informationen vor. Eine Sprecherin des Ministeriums bestätigte auf Nachfrage, dass die Peildaten schon mehrfach vergeblich angefordert wurden. Die Initiative sei schriftlich darum gebeten worden, Daten des Senders zu übermitteln oder Gründe zu liefern, warum dies nicht möglich sei. Sollte dies nicht geschehen, werde das Ministerium rechtliche Schritte prüfen, so die Sprecherin.

Geldgeber ohne verwertbare Informationen

Millionärin Karin Walter-Mommert, eine der Hauptgeldgeberinnen der Aktion, hatte Umweltminister Backhaus zugesichert, dass Daten übergeben werden, sobald sie vorliegen. Gegenüber Medien bestätigte sie zuvor, dass sich der Tracker mehr als 20 Mal gemeldet habe. Eine genaue Position lasse sich aber weiterhin nicht ableiten. Neben Walter-Mommert war Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz einer der wichtigsten finanziellen Unterstützer der Aktion. Auf die fehlenden Tracker-Daten angesprochen, erklärte Gunz, dass keine Daten vorlägen, die an das Ministerium weitergegeben werden könnten. Das Gerät sende zwar, übermittle aber keine verwertbaren Informationen. Ein Helfer der Rettungsaktion hatte gegenüber Medien bestätigt, den Sender an der Rückenflosse des Wals gesehen zu haben. Dies bedeutet, dass der Tracker nur sendet, wenn der Wal auftaucht und die Flosse über die Wasseroberfläche ragt.

Experten zweifeln an Überleben des Wals

Aufgrund der fehlenden Daten halten Experten des Deutschen Meeresmuseums es für sehr wahrscheinlich, dass der geschwächte Buckelwal nicht überlebt hat. Das Tier dürfte aufgrund extremer Entkräftung zu schwach für längeres Schwimmen gewesen sein. Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt. Umweltminister Backhaus selbst wolle sich jedoch „Spekulationen über den möglichen Tod des Wals“ nicht anschließen. Das Schweriner Umweltministerium verliert angesichts der anhaltenden Informationslücke die Geduld mit der privaten Rettungsinitiative. Es erwägt, im Zweifel vor Gericht zu ziehen, um die Herausgabe der Daten zu erzwingen.

Juristische Schritte als letzte Option

Sollten die versprochenen Daten weiterhin nicht übermittelt werden, will das Land Mecklenburg-Vorpommern rechtliche Schritte gegen die private Initiative prüfen. Dies könnte eine Klage auf Herausgabe der Daten beinhalten. Die Behörden fordern Klarheit über den Verbleib und den Zustand des Tieres. Die fehlende Kooperation der Rettungsinitiative hat zu erheblichen Spannungen geführt. Das Schicksal des Buckelwals Timmy bleibt ungewiss. Die fehlenden Informationen erschweren eine objektive Bewertung der Rettungsaktion und des Zustands des Tieres.

Das Wichtigste

  • Der Buckelwal Timmy ist seit seiner Freilassung in die Nordsee verschwunden.
  • Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium fordert Daten von der privaten Rettungsinitiative.
  • Das Ministerium erwägt rechtliche Schritte, falls die Daten nicht übermittelt werden.
  • Experten des Deutschen Meeresmuseums gehen vom Tod des Wals aus.
  • Die Geldgeber der Rettungsaktion haben keine verwertbaren Positionsdaten erhalten.
  • Die genauen Umstände und der Zustand des Wals nach der Freilassung sind ungeklärt.
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