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AfD baut Vorsprung in Sachsen-Anhalt aus – CDU verliert weiter

Vier Monate vor der Landtagswahl liegt die AfD laut einer Umfrage mit 41 Prozent vorn. Grüne und BSW könnten den Einzug verpassen.

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AfD baut Vorsprung in Sachsen-Anhalt aus – CDU verliert weiter
Vier Monate vor der Landtagswahl liegt die AfD laut einer Umfrage mit 41 Prozent vorn. Grüne und BSW könnten den Einzug Credit · BILD

Die Fakten

  • AfD führt Umfrage in Sachsen-Anhalt mit 41 Prozent an.
  • CDU liegt mit 26 Prozent deutlich hinter der AfD.
  • Linke erreicht 12 Prozent, SPD 7 Prozent.
  • Grüne und BSW scheitern mit jeweils 4 Prozent am Einzug in den Landtag.
  • 82 Prozent der Befragten haben wenig oder gar kein Vertrauen in den Staat.
  • Einwanderung und Integration wird als wichtigstes Problem genannt (14 Prozent).
  • 31 Prozent trauen der AfD am ehesten zu, Probleme zu lösen.

Historische Landtagswahl droht: AfD dominiert Umfragen

Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich ein historisches Ergebnis ab. Die Alternative für Deutschland (AfD) baut ihren Vorsprung in aktuellen Umfragen weiter aus und lässt die regierende Christlich Demokratische Union (CDU) deutlich hinter sich. Eine neue Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap sieht die rechtsaußen stehende Partei bei 41 Prozent, weit vor allen anderen politischen Kräften. Die CDU, angeführt von Ministerpräsident Sven Schulze, kommt lediglich auf 26 Prozent. Dies stellt einen weiteren Verlust dar, während die AfD im Vergleich zur letzten Erhebung im September 2025 zwei Punkte zulegen konnte. Die Stimmung im Land scheint sich dramatisch gewendet zu haben, nachdem die CDU noch im Juni 2021 mit 37,1 Prozent klar vorn lag und die AfD bei 20,8 Prozent stand. Die Ergebnisse deuten auf eine mögliche Zäsur in der politischen Landschaft Sachsen-Anhalts hin. Die AfD, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, positioniert sich als stärkste Kraft, während die etablierten Parteien an Boden verlieren.

CDU verliert an Boden, Linke und SPD stabil

Die Christdemokraten verzeichnen einen weiteren Rückgang und verlieren einen Prozentpunkt im Vergleich zur September-Umfrage. Auch die Partei Die Linke muss Einbußen hinnehmen und landet bei zwölf Prozent, was einem Verlust von einem Punkt entspricht. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hält sich stabil bei sieben Prozent. Für die Grünen und das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) sieht es düster aus: Beide Parteien erreichen nur noch vier Prozent der Stimmen. Dies würde bedeuten, dass sie den Einzug in den Landtag verpassen würden, da die Fünf-Prozent-Hürde nicht genommen wird. Die Freien Demokraten (FDP), die derzeit noch mit der CDU und SPD die Landesregierung bilden, werden aufgrund ihrer schwachen Umfragewerte gar nicht mehr einzeln ausgewiesen. Auch sie würden den Wiedereinzug in das Landesparlament verfehlen.

Koalitionsfragen und Vertrauen in den Staat

Trotz des deutlichen Vorsprungs hätte die AfD keine absolute Mehrheit im künftigen Landtag. Eine Koalition mit der AfD lehnen die anderen Parteien bislang ab. Da die CDU eine Zusammenarbeit mit der Linken ausschließt, bleibt rechnerisch nur eine Minderheitsregierung aus CDU und SPD als einzige Option übrig, um eine stabile Regierungsbildung zu ermöglichen. Spannend ist die Frage, wer die nächste Regierung anführen soll. 44 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die CDU die Führung übernehmen sollte, dicht gefolgt von 43 Prozent, die auf die AfD setzen. Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten liegt der amtierende Amtsinhaber Sven Schulze (CDU) mit 36 Prozent knapp vor dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, der 32 Prozent erreicht. Das Vertrauen in den Staat ist erschütternd niedrig. 82 Prozent der Befragten gaben an, „wenig oder gar nicht“ Vertrauen in die staatlichen Institutionen zu haben. Nur ein Drittel ist mit der aktuellen Landesregierung zufrieden, während 33 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden sind.

Probleme und Lösungsansätze aus Sicht der Wähler

Als wichtigstes Problem in Sachsen-Anhalt nennen die Menschen „Einwanderung und Integration“, das von 14 Prozent der Befragten genannt wird. Dahinter folgen die Themen Bildung mit zwölf Prozent und die Wirtschaft mit zehn Prozent. Bemerkenswert ist, dass 31 Prozent der Befragten der AfD am ehesten zutrauen, die größten Probleme des Landes zu lösen. Dies spiegelt eine tiefe Unzufriedenheit mit den bisherigen Lösungsansätzen der etablierten Parteien wider. Die Ergebnisse der Umfrage, die vom Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap durchgeführt wurde, zeigen eine deutliche Unzufriedenheit mit der politischen Führung und den staatlichen Institutionen. Nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren zudem die Arbeit der Meinungsforscher.

Blick in die Zukunft: Trendwende oder Momentaufnahme?

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht im September an. Ob der aktuelle Trend sich fortsetzt und zu einem historischen Wahlsieg der AfD führt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die politischen Parteien stehen vor der Herausforderung, auf die offensichtliche Unzufriedenheit der Wähler zu reagieren und Vertrauen zurückzugewinnen. Die Umfragewerte, die leicht von denen anderer Institute wie Insa abweichen, zeigen eine volatile politische Landschaft. Während Infratest Dimap der AfD 41 Prozent gibt, sahen andere Umfragen die Partei zuletzt bei 38 bis 39 Prozent. Diese Schwankungen unterstreichen die Schwierigkeit, die Stimmungslage präzise abzubilden. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, ob die etablierten Parteien eine Trendwende einleiten können oder ob die AfD ihren Aufstieg fortsetzen und die politische Landkarte Sachsen-Anhalts nachhaltig verändern wird. Die Ergebnisse der Wahl werden nicht nur für das Bundesland, sondern auch für die bundesweite politische Debatte von großer Bedeutung sein.

Das Wichtigste

  • Die AfD führt die Umfragen in Sachsen-Anhalt vier Monate vor der Wahl mit 41 Prozent deutlich an.
  • Die CDU liegt mit 26 Prozent weit hinter der AfD, die Linke erreicht 12 Prozent.
  • Grüne und BSW könnten mit jeweils 4 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.
  • Eine Minderheitsregierung aus CDU und SPD ist die einzige rechnerische Koalitionsoption, da die CDU eine Zusammenarbeit mit der Linken ausschließt.
  • 82 Prozent der Befragten haben wenig oder gar kein Vertrauen in den Staat.
  • Einwanderung und Integration wird von 14 Prozent als wichtigstes Problem genannt, wobei 31 Prozent der AfD am ehesten zutrauen, Probleme zu lösen.
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