Großbrand in Krefeld: Feuerwehr löscht brennenden Metallschrott nach elf Stunden
Ein Feuer in einem Recyclingbetrieb legte den Krefelder Hafen lahm. Es ist der zweite Großbrand auf dem Gelände binnen weniger Monate.

GERMANY —
Die Fakten
- Der Großbrand im Krefelder Hafen ist nach rund elf Stunden gelöscht.
- 700 Tonnen Metallschrott gerieten in einem Entsorgungsbetrieb in Brand.
- Drei Mitarbeiter des Recyclingunternehmens erlitten leichte Verletzungen durch Rauchgasinhalation.
- Bis zu 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz, unterstützt von Kräften aus Duisburg, Willich und Essen.
- Der Rauch zog weit in die Region und führte zu Warnungen über Nina-Apps und Cell-Broadcast.
- Es ist der zweite Großbrand auf demselben Firmengelände seit Dezember 2025.
Feuerwehr beendet Großeinsatz im Krefelder Hafen
Nach einem rund elfstündigen Großeinsatz hat die Krefelder Feuerwehr einen Großbrand in einem Entsorgungsbetrieb im Hafengebiet gelöscht. Feuerwehrchef Andreas Klos bestätigte am Donnerstagvormittag, dass das Feuer aus sei und nur noch kleinere Nachlöscharbeiten stattfänden. Der Brand hatte am Mittwochabend gegen 19 Uhr begonnen und 700 Tonnen Metallschrott erfasst. Der Einsatz war durch die schiere Menge des brennenden Materials und die damit verbundene starke Rauchentwicklung erschwert. Einsatzkräfte mussten den Metallschrott mit Baggern auseinanderziehen, um an die Glutnester im Inneren zu gelangen. Die Baggerfahrer waren jedoch durch den Rauch immer wieder gezwungen, ihre Arbeit zu unterbrechen, was die Löscharbeiten mühsam gestaltete. Bis zu 150 Feuerwehrleute waren an der Brandbekämpfung beteiligt. Zur Unterstützung wurden Kräfte aus den Nachbarstädten Duisburg, Willich und Essen angefordert, die auch technisches Gerät mitbrachten. Die Löscharbeiten wurden schließlich am Donnerstagnachmittag offiziell für beendet erklärt.
Verkehrschaos und weitreichende Warnungen
Der Großbrand verursachte am Donnerstagmorgen erhebliches Verkehrschaos im Hafengebiet. Große Lastwagen von Zulieferfirmen standen in langen Rückstaus vor der gesperrten Hafenzufahrt. Erst gegen 8 Uhr am Morgen konnten die Firmen im Hafengebiet wieder erreicht werden, und der Stau löste sich langsam auf. Die starke Rauchsäule, die sich über weite Teile der Region zog, löste über die Warn-App Nina und den Cell-Broadcast auf vielen Handys Alarm aus. Anwohner in Meerbusch, Kaarst und Neuss wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich nicht im Freien aufzuhalten. Auch in Grevenbroich wurde vor Geruchsbelästigung gewarnt. Schadstoffmessungen ergaben jedoch nach Angaben der Feuerwehr keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung. Am Mittag wurde die Warnung über die Nina-App schließlich aufgehoben, da die Rauchsäule nun hauptsächlich aus Wasserdampf bestand.
Erneuter Brand auf dem Gelände des Recyclingunternehmens
Der aktuelle Brand ist nicht der erste auf dem Gelände des Metallrecyclingbetriebs IMR an der Hentrichstraße. Erst im Dezember 2025 hatten dort bereits 800 Tonnen Metallschrott Feuer gefangen, was ebenfalls einen Großeinsatz der Feuerwehr nach sich zog. Diese Wiederholung wirft Fragen nach den Sicherheitsvorkehrungen auf dem Firmengelände auf. Die genaue Brandursache des jüngsten Vorfalls ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Erste Anzeichen deuten jedoch auf ein Unglück hin. Vorsätzliche Brandstiftung oder fahrlässiges Arbeiten scheinen laut Polizei ausgeschlossen. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass sich eine alte Batterie oder ein ähnlicher Gegenstand unter dem enormen Druck des Metallschrotts entzündet hat.
Ermittlungen zur Brandursache laufen
Nachdem das Feuer gelöscht ist, konzentrieren sich die Behörden nun auf die Ursachenermittlung. Ein Polizeisprecher teilte mit, dass vorsätzliche Brandstiftung oder fahrlässiges Arbeiten nach ersten Erkenntnissen unwahrscheinlich seien. Die favorisierte Theorie ist eine Selbstentzündung. Es wird vermutet, dass ein älterer Gegenstand wie eine Batterie unter dem Gewicht des aufgeschichteten Metallschrotts eine Reaktion auslöste, die zum Brand führte. Der Schrotthaufen hatte einen Durchmesser von 50 Metern und war rund 15 Meter hoch. Die genauen Umstände, die zu dieser Entzündung führten, werden weiterhin untersucht. Die Ergebnisse der Ermittlungen könnten Auswirkungen auf die Sicherheitsstandards in der Recyclingbranche haben.
Gesundheitsaspekte und Bürgerinformation
Während der Löscharbeiten war die Gesundheit der Bevölkerung ein zentrales Anliegen. Die Feuerwehr führte in enger Abstimmung mit Behörden und dem Landesumweltamt Messungen in der Luft durch, insbesondere in der Nähe von Schulen und Kindertagesstätten. Diese Messungen ergaben keine Überschreitung von Grenzwerten, weshalb Schulen und Kitas geöffnet bleiben konnten. Die Nina-Warnapp und der Cell-Broadcast informierten die betroffenen Anwohner über die Gefahrenlage. Das Bürgertelefon unter der Nummer 19700 stand für Fragen zur Verfügung. Obwohl keine akute Gesundheitsgefahr festgestellt wurde, konnten gesundheitliche Beeinträchtigungen für einige Anwohner nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Drei Mitarbeiter des Recyclingunternehmens erlitten bei eigenen Löschversuchen leichte Verletzungen durch das Einatmen von Rauchgasen und mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Unterstützung aus Nachbarstädten und technische Herausforderungen
Die schiere Größe des Brandes erforderte eine massive Kräftebündelung. Neben den eigenen Kräften der Berufsfeuerwehr und den freiwilligen Feuerwehren Krefelds waren auch überörtliche Einheiten im Einsatz. Die Feuerwehr Duisburg unterstützte mit starken Kräften und technischem Gerät, ebenso wie Wehren aus Willich und Essen. Diese überregionale Zusammenarbeit war entscheidend, um den heimischen Kräften Pausen zu ermöglichen und die notwendige Ausrüstung für die aufwendigen Löscharbeiten bereitzustellen. Die Anforderung zusätzlicher Kräfte aus dem Umfeld wurde von Feuerwehrchef Klos als notwendig erachtet, um die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten. Die technische Herausforderung bestand darin, den brennenden Schrott zu durchdringen. Das Auseinanderziehen mit Baggern war die einzige Möglichkeit, die Glutnester zu erreichen, wurde aber durch den intensiven Rauch behindert. Dies zwang die Einsatzkräfte, auf die kontinuierliche Gabe von Löschwasser und den Einsatz von Drehleitern zu setzen.
Das Wichtigste
- Ein Großbrand mit 700 Tonnen brennendem Metallschrott im Krefelder Hafen wurde nach elf Stunden von der Feuerwehr gelöscht.
- Der Brand führte zu Verkehrsbehinderungen und weitreichenden Warnungen für die Bevölkerung in der Region.
- Es handelt sich um den zweiten Großbrand auf dem Gelände des Recyclingunternehmens IMR innerhalb weniger Monate.
- Drei Mitarbeiter erlitten leichte Rauchgasvergiftungen; Schadstoffmessungen ergaben keine Gesundheitsgefahr für die Öffentlichkeit.
- Die Brandursache wird untersucht; erste Hinweise deuten auf eine Selbstentzündung hin, nicht auf Brandstiftung.
- Die Löscharbeiten wurden durch die Menge des Schrotts und die starke Rauchentwicklung erschwert und erforderten Unterstützung aus Nachbarstädten.







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