Rofu Kinderland schließt 27 Filialen – 330 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs
Der Spielwarenhändler aus Rheinland-Pfalz hat einen Investor gefunden, doch der Rettungsplan sieht einen harten Schnitt vor: 27 der 104 Standorte werden aufgegeben, hunderte Beschäftigte entlassen.

GERMANY —
Die Fakten
- Rofu Kinderland meldete im Januar 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung an.
- Am 24. April 2024 wurde eine Investorenvereinbarung mit der Kids & School Holding GmbH (TOP Locc GmbH) geschlossen.
- 77 der 104 Filialen werden fortgeführt, 27 geschlossen.
- 1.035 Mitarbeiter werden vom Investor übernommen, rund 330 verlieren ihren Job.
- In der Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach werden über 80 von 360 Mitarbeitern übernommen.
- Das Außenlager in Ramstein mit rund 60 Mitarbeitern wird geschlossen.
- Der Räumungsverkauf in den betroffenen Filialen läuft seit Anfang Mai und soll bis Juli abgeschlossen sein.
- Ab August soll Rofu wieder eigenständig arbeiten und das Insolvenzverfahren abschließen.
Ein harter Schnitt nach dem Weihnachtsgeschäft
Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland aus Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz hat im Januar 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Auslöser war ein schlechtes Weihnachtsgeschäft, das die seit Jahrzehnten etablierte Kette in eine existenzielle Schieflage brachte. Mit mehr als 100 Filialen in sieben Bundesländern und rund 2.000 Beschäftigten zählt Rofu zu den größten Spielwarenhändlern Deutschlands. Die Nachricht von der Insolvenz traf Eltern und Kinder gleichermaßen, denn die Kette ist seit vielen Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Spielzeug. Doch nun zeichnet sich eine Rettung ab – wenn auch um den Preis eines massiven Stellenabbaus und zahlreicher Filialschließungen.
Investor gefunden: Kids & School Holding übernimmt 77 Standorte
Am 24. April 2024 gab Rofu bekannt, eine Investorenvereinbarung mit der Kids & School Holding GmbH abgeschlossen zu haben. Gesellschafter der Holding ist die TOP Locc GmbH. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es: „Zusammen mit einer Investorengruppe werden die Voraussetzungen geschaffen, um ROFU finanziell zukunftsfähig und wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen.“ Der Kaufvertrag ist bereits unterzeichnet, ein Insolvenzplan befindet sich in Arbeit. Angestrebt wird ein Vergleich mit den Gläubigern. Der Investor übernimmt 77 der 104 Filialen und damit 1.035 Mitarbeiter. Die übrigen 27 Standorte werden geschlossen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass der Räumungsverkauf in diesen Filialen bereits Anfang Mai begonnen hat und voraussichtlich bis Juli andauern wird. Anschließend werden die Läden an die Vermieter zurückgegeben.
330 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit – auch in der Zentrale wird abgebaut
Die Schließungen haben gravierende Folgen für die Belegschaft. „Rund 330 Mitarbeitern (mehr als drei Viertel davon sind Teilzeitkräfte und Aushilfen) in den betroffenen Filialen muss leider gekündigt werden“, teilte das Unternehmen mit. Auch die Zentrale am Hauptsitz in Hoppstädten-Weiersbach bleibt nicht verschont: Von den rund 360 Mitarbeitern werden lediglich über 80 übernommen – mehr als drei Viertel des dortigen Personals werden abgebaut. Das Außenlager in Ramstein mit rund 60 Mitarbeitern wird komplett geschlossen, „da hierfür kein Bedarf besteht“, so die Mitteilung. Insgesamt bleiben durch die Investorenlösung rund 1.120 Arbeitsplätze erhalten. Ab August soll Rofu wieder eigenständig arbeiten und das Insolvenzverfahren hinter sich lassen.
Welche Filialen schließen – eine Liste der betroffenen Standorte
Eine offizielle Gesamtliste der zu schließenden Filialen gibt Rofu nicht heraus, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mitteilte. Allerdings bestätigten die Verantwortlichen die Schließungen gegenüber Lokalmedien. In Nordrhein-Westfalen ist der Standort in Eschweiler bei Aachen betroffen; dort startet der Abverkauf im Mai und endet Ende Juli. Die Filialen in Euskirchen, Bochum und Kleve bleiben erhalten. In Bayern schließen die Läden in Weißenburg, Ansbach, Schwandorf und Kulmbach, während die Standorte in Fürth, Bayreuth, Amberg und Kitzingen fortgeführt werden. Für Rheinland-Pfalz bestätigte ein Unternehmenssprecher fünf Schließungen, ohne die konkreten Orte zu nennen. Die betroffenen Standorte in anderen Bundesländern werden nach und nach durch lokale Berichterstattung bekannt.
Ein schwieriger Weg zurück in die Eigenständigkeit
Die Rettung durch die Kids & School Holding gibt Rofu eine Perspektive, doch der Preis ist hoch. Mit dem Verlust von 27 Filialen und Hunderten Arbeitsplätzen schrumpft die Kette erheblich. Ziel ist es, ab August wieder eigenständig zu wirtschaften und das Insolvenzverfahren abzuschließen. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich vom Erfolg des Insolvenzplans und dem Vergleich mit den Gläubigern ab. Die Investorenlösung sichert zwar rund 1.120 Arbeitsplätze, doch die Unsicherheit für die betroffenen Mitarbeiter bleibt. Viele von ihnen sind Teilzeitkräfte oder Aushilfen, die nun auf dem Arbeitsmarkt eine neue Stelle suchen müssen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die verschlankte Rofu-Kette im hart umkämpften Spielwarenhandel bestehen kann.
Das Wichtigste
- Rofu Kinderland hat einen Investor gefunden, schließt aber 27 Filialen und entlässt 330 Mitarbeiter.
- 77 Standorte werden fortgeführt, 1.035 Beschäftigte übernommen; die Zentrale verliert drei Viertel ihres Personals.
- Das Außenlager in Ramstein wird geschlossen, rund 60 Mitarbeiter betroffen.
- Der Räumungsverkauf in den schließenden Filialen läuft seit Mai und endet im Juli.
- Ab August soll Rofu das Insolvenzverfahren hinter sich lassen und eigenständig agieren.
- Eine offizielle Liste aller Schließungen gibt es nicht; Lokalmedien berichten über betroffene Standorte.







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