Roland Trettls Sushi-Albtraum in Bratislava: „Ich hab Angst gehabt“
Der TV-Koch verliert sein Duell gegen den ungeschlagenen Lukas Mraz, der ihn mit japanischer Küche in der Slowakei und einem Sandwich in Berlin in die Schranken weist.
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AUSTRIA —
Die Fakten
- Lukas Mraz gewinnt das Duell mit 12,8 zu 11,3 Punkten gegen Roland Trettl.
- Trettl scheitert in Bratislava an Sushi-Aufgaben und erzielt nur 5,6 Punkte.
- Mraz verwechselt in Rumänien Kaninchen-Frikadellen mit Hühnchen und erhält 5,9 Punkte.
- In Schweden kocht Mraz orientalische Mezze und erreicht 6,9 Punkte.
- Trettls letzte Challenge in Berlin: ein Sandwich in der österreichischen Botschaft, bewertet mit 5,7 Punkten.
- Mraz bleibt in allen Kitchen-Impossible-Duellen ungeschlagen und wurde 2025 zu Österreichs Koch des Jahres gekürt.
Ein Albtraum aus Reis und rohem Fisch
Roland Trettl steht in einer Küche in Bratislava, umgeben von japanischen Sushi-Meistern. Vor ihm liegen Lachs Nigiri, Torotaku und Nigiri Sake – Gerichte, die er nie zuvor zubereitet hat. „Ich habe null Erfahrungen, was hier die Kulinarik anbelangt“, gesteht der TV-Koch, der sich von seinem Kontrahenten Lukas Mraz in eine Falle gelockt sieht. Die Aufgabe wirkt absurd: Sushi in der Slowakei, fernab jeder Küstentradition. Trettl hadert laut: „Warum Sushi in Bratislava? Das ist doch eine Verarsche!“ Seine Verzweiflung wächst, als er die Zutaten nicht erkennt. Muschelbrühe? Fehlanzeige. Sushi-Reis kochen? Keine Ahnung. Einziger Lichtblick: „Kaviar habe ich erkannt.“ Am Vorabend hat Trettl einen Albtraum: Er ist in Bratislava und muss Sushi machen. Am nächsten Morgen sucht er widerwillig die Location auf. „Ich hatte eine Tiefschlafphase und dann einen ganz schlimmen Albtraum“, erzählt er. „Ich hab Angst gehabt.“ Er singt sich Mut zu: „Auf, auf in den Kampf, kleiner Trettl.“
Fatale Fehler vor den Augen der Sushi-Meister
Von Beginn an unterlaufen Trettl unbewusste Fehler. Die japanischen Köche Kazune Takeuchi und Yuya Fujita beobachten ihn kritisch. „Er hat den Fisch geschnitten, ohne die Schuppen zu entfernen“, stellen sie fest. Beim Reiskochen verwendet Trettl „so ungefähr dieselbe Menge“ Wasser wie Reis – für die Profis ein Unding. „Wenn wir Reis kochen, passen wir die Wassermenge auf 10 ml genau an. Schließlich ist Reis kochen eine harte Arbeit“, erklären sie. Die Jury bewertet Trettls Ergebnis mit 5,6 Punkten – fast besser als erwartet. Selbst Lukas Mraz leidet mit: „Wie gemein ist diese Aufgabe.“ Doch Trettls Albtraum ist noch nicht zu Ende. In Berlin erwartet ihn die nächste Herausforderung: ein Sandwich von Lucas Huemer, Koch der österreichischen Botschaft. Trettl hasst Backen, und das Brot muss er selbst zubereiten. „Muss ich das Brot selbst backen?“, fragt er entsetzt. Das Geschmackserlebnis des Sandwiches streichelt zwar seine Seele, aber nachkochen kann er es nicht. 5,7 Punkte – eine weitere Niederlage.
Mraz' Irrfahrt durch Rumänien, Schweden und Berlin
Lukas Mraz startet in Transsilvanien, Rumänien. Nach einem Besuch in Draculas Schloss öffnet er die schwarze Box und erschrickt: „Ich konnte nichts damit anfangen.“ Er schmeckt nur „Hendl“, doch das Gericht entpuppt sich als Kaninchen-Frikadellen – ein „unsterbliches Gericht“ der Originalköchin Oana Coanta. Mraz rastet aus: „Naaa!!!“ Auf Kaninchen wäre er niemals gekommen. Je mehr er sich auf Huhn versteift, desto tiefer sinkt er beim Zuschauen im Boden. „Oh mein Gott, ich mache nie wieder bei 'Kitchen Impossible' mit“, jammert er. Die Originalköchin tröstet ihn trocken: „Wenn ich das kann, kannst du das auch. Du hast die Michelin-Sterne.“ Doch das Rezept fehlt – vor allem der entscheidende Geschmack von Sauerkrautsaft und Kaninchen. Trotzdem erhält Mraz 5,9 Punkte. In Karlstad, Schweden, wartet eine orientalische Überraschung: Falafel, Börek, Safranreis und Moussaka von Originalköchin Fariba Ranjbar. Mraz traut dem Braten nicht: „Ich erwarte da schon noch einen großen Haken.“ Der Haken ist eine winzige Küche, in der er ein Chaos verursacht. „Ich war schon eine gedämpfte Naturgewalt heute“, sagt er. Für seine „Pfusch“-Leistung gibt es 6,9 Punkte.
Ein Sandwich entscheidet das Duell
In Berlin-Mitte steht Trettl vor der letzten Box. Mraz hat ihm eine diplomatische Challenge spendiert: ein raffiniertes Sandwich in der österreichischen Botschaft. Die Zutaten: Eier, Essiggurken, Mayonnaise und weitere Komponenten. Trettl hadert mit dem Brotbacken, doch das Sandwich gelingt ihm halbwegs. „Es ist wie so ein Fiebertraum“, beschreibt er die Erfahrung. Die Jury vergibt 5,7 Punkte – zu wenig, um den Rückstand aufzuholen. Das Endergebnis: 11,3 Punkte für Trettl, 12,8 Punkte für Mraz. Der Wiener Koch bleibt ungeschlagen. „Gewinnen tut man nur, wenn man die schwierigere Aufgabe stellt“, hatte Mraz zuvor gesagt – eine Strategie, die aufging.
Der ungeschlagene Meister und die Zukunft
Lukas Mraz, Küchenchef des Wiener Zwei-Sterne-Restaurants „Mraz & Sohn“, hat damit jedes seiner Kitchen-Impossible-Duelle gewonnen. 2025 wurde er vom Magazin „Falstaff“ zu Österreichs Koch des Jahres gekürt. Sein Erfolgsrezept: kalkulierte Härte bei der Aufgabenwahl. „Tim hast du ja oft genug geschlagen“, spielt Trettl auf Mraz' Siegesserie gegen Tim Mälzer an – doch gegen Mraz selbst hat er keine Chance. Für Roland Trettl bleibt die Frage, ob er beim nächsten Mal eine bessere Strategie finden kann. Seine Niederlage in Bratislava zeigt, wie sehr ihn ungewohnte Küchen aus dem Konzept bringen. Die Sendung Kitchen Impossible auf VOX bleibt ein Test für Nerven und Können – und Mraz der unangefochtene Champion.
Das Wichtigste
- Lukas Mraz besiegt Roland Trettl mit 12,8 zu 11,3 Punkten und bleibt ungeschlagen in Kitchen Impossible.
- Trettl scheitert an Sushi in Bratislava (5,6 Punkte) und einem Sandwich in Berlin (5,7 Punkte).
- Mraz verwechselt Kaninchen mit Hühnchen in Rumänien, erhält aber dennoch 5,9 Punkte.
- In Schweden kocht Mraz orientalische Mezze in einer winzigen Küche und erzielt 6,9 Punkte.
- Mraz wurde 2025 zu Österreichs Koch des Jahres gekürt und ist Küchenchef des Zwei-Sterne-Restaurants „Mraz & Sohn“.
- Die Strategie, schwierige Aufgaben zu stellen, zahlt sich für Mraz aus – er gewinnt durch kalkulierte Härte.



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