Zehntausende Österreicher erhalten ab Mai 2026 mehr Gehalt – Abschlüsse in sechs Branchen
Während in Industrie und Finanzsektor noch um Kollektivverträge gerungen wird, steigen in der Flughafenbranche, Erwachsenenbildung, Bau, Seilbahnwirtschaft sowie Fisch- und Feinkostsektor die Löhne.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Ab 1. Mai 2026 steigen die Gehälter in sechs Branchen: Flughafenbranche (+2,4 %), Erwachsenenbildung (+2,5 %), Bau (+3 bis 3,6 %), Seilbahnwirtschaft (+3,57 % Ø), Fisch- und Feinkost (+3,1 %).
- 6.500 Beschäftigte profitieren vom KV-Abschluss in der Flughafenbranche, der auch eine neue Regelung zur Anrechnung von Vordienstzeiten vorsieht.
- 10.000 Beschäftigte in der Erwachsenenbildung erhalten mindestens 2,5 % mehr; zudem gibt es ein kostenloses Öffi-Ticket für Lehrlinge.
- In der Seilbahnwirtschaft beträgt die Mindesterhöhung 80 Euro, was für niedrige Einkommen ein Plus von 3,74 % bedeutet; der Einstiegslohn steigt auf 2.218 Euro brutto monatlich.
- Im Fisch- und Feinkostsektor steigen die Gehälter um 3,1 %, die Lehrlingseinkommen im ersten Jahr auf 1.000 Euro.
- Noch offen sind die Kollektivverträge für Industrie (200.000 Betroffene), Finanzsektor (nächster Termin 5. Mai), Tourismus (200.000 Betroffene) sowie Elektro- und Chemieindustrie.
Einigung an der Schmerzgrenze: Flughafen und Erwachsenenbildung
Erst vor wenigen Tagen haben sich die Sozialpartner auf einen neuen Kollektivvertrag für die Flughafenbranche geeinigt. Der Abschluss gilt für 6.500 Arbeiter ab 1. Mai 2026. Die Löhne und Gehälter werden um 2,4 Prozent erhöht, zusätzlich gibt es eine neue Bestimmung zur Anrechnung von Vordienstzeiten. Parallel profitieren 10.000 Beschäftigte vom KV-Abschluss in der Erwachsenenbildung. Mindest- und IST-Gehälter, Lehrlingseinkommen und Zulagen steigen allesamt um 2,5 Prozent. Die Gewerkschaft GPA spricht von einer „Einigung an der Schmerzgrenze“. Zusätzlich wurden Verbesserungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie ein kostenloses Öffi-Ticket für Lehrlinge vereinbart.
Bau und Seilbahnwirtschaft: Deutliche Zuwächse für niedrige Einkommen
In der Bauindustrie und im Baugewerbe steigen die Kollektivvertrags-Gehälter mit 1. Mai um drei bis 3,6 Prozent – je nach Beschäftigungsgruppe. Der Schichtzuschlag wird um drei Prozent, die Erschwerniszulage um zwei Prozent erhöht. Auch Taggelder und Lenkstundenvergütung werden angehoben. Für die Seilbahnwirtschaft gilt ab 1. Mai ein neuer KV mit einem durchschnittlichen Lohnplus von 3,57 Prozent. Die Mindesterhöhung von 80 Euro kommt insbesondere Beschäftigten mit niedrigen Einkommen zugute; für sie und Lehrlinge ergibt sich ein Plus von 3,74 Prozent. Der Einstiegslohn wurde auf 2.218 Euro brutto monatlich angehoben. In touristischen Spitzenzeiten sind in der Seilbahnwirtschaft rund 17.500 Menschen beschäftigt.
Fisch- und Feinkostsektor: Plus 3,1 Prozent mit verbesserten Lehrlingsgehältern
Auch im Fisch- und Feinkostsektor gibt es einen Abschluss: Die Gehälter steigen um 3,1 Prozent, wie die Gewerkschaft Pro-Ge mitteilt. Das Lehrlingseinkommen im ersten Jahr wird auf 1.000 Euro angehoben. Überzahlungen bleiben in vollem Ausmaß aufrecht.
Hunderttausende warten noch: Offene Verhandlungen in Industrie, Finanzen und Tourismus
Während in diesen Branchen Einigungen erzielt wurden, wird in anderen Sektoren noch um Gehaltsabschlüsse gerungen. Die Industrie-Beschäftigten verhandeln seit zwei Monaten um einen neuen Kollektivvertrag; betroffen sind rund 200.000 Menschen. Im Finanzsektor findet der nächste Verhandlungstermin am 5. Mai statt. Ebenfalls noch offen sind die Verhandlungen im Tourismus, wo mehr als 200.000 Beschäftigte auf einen Abschluss warten. In der Elektro- und Elektronikindustrie sowie in der Chemischen Industrie sollen die neuen KV ab 1. Mai gelten, doch die Fronten sind verhärtet. Insgesamt harren also Hunderttausende österreichische Arbeitnehmer noch einer Einigung.
Ausblick: Mai 2026 bringt erste Erhöhungen, weitere Entscheidungen stehen an
Mit 1. Mai 2026 treten die neuen Kollektivverträge in sechs Branchen in Kraft. Die Bandbreite der Erhöhungen reicht von 2,4 Prozent in der Flughafenbranche bis zu 3,6 Prozent im Baugewerbe. Besonders niedrige Einkommen profitieren von Mindesterhöhungen wie den 80 Euro in der Seilbahnwirtschaft. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die Fronten in den noch offenen Branchen – Industrie, Finanzen, Tourismus, Elektro und Chemie – ebenfalls auflockern. Die Gewerkschaften betonen die Belastungsgrenze, während die Arbeitgeber auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen verweisen. Für die betroffenen Beschäftigten bleibt die Lage angespannt.
Das Wichtigste
- Ab 1. Mai 2026 erhalten zehntausende Österreicher in sechs Branchen mehr Gehalt – die Erhöhungen liegen zwischen 2,4 % und 3,6 %.
- Die Flughafenbranche (+2,4 %) und die Erwachsenenbildung (+2,5 %) haben sich an der „Schmerzgrenze“ geeinigt; letztere inkludiert ein kostenloses Öffi-Ticket für Lehrlinge.
- Im Baugewerbe und in der Seilbahnwirtschaft profitieren besonders niedrige Einkommen von überproportionalen Steigerungen (Mindesterhöhung 80 Euro).
- Noch offen sind Verhandlungen für rund 400.000 Beschäftigte in Industrie, Finanzsektor und Tourismus sowie für die Elektro- und Chemieindustrie.
- Die Gewerkschaften drängen auf rasche Abschlüsse, während die Arbeitgeber auf die wirtschaftliche Lage verweisen – die nächsten Wochen sind entscheidend.

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